Waschbären in Hessen auf dem Vormarsch: Experten fordern Schutz für Tierwelt

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In Hessen auf dem Vormarsch: Der Waschbär.

Frankfurt/Main. Der Waschbär breitet sich in Hessen weiter aus. Die Zahl der Tiere sei zwar schwer zu schätzen, sagte Mark Harthun vom Naturschutzbund Hessen (Nabu).

Doch anhand der jährlichen Jagdstatistik ließen sich Rückschlüsse auf die Population ziehen. Demnach wurden zuletzt fast 21 700 Tiere gezählt, die geschossen und gefangen wurden oder im Straßenverkehr umkamen. Im Jagdjahr 1961/62 waren es nach Angaben der hessischen Jäger gerade mal um die 90. Besonders häufig sind die Waschbären in Nord- und Mittelhessen und werden mancherorts zur Plage, denn gerade in Siedlungen finden sie reichlich und leicht Nahrung.

Als Allesfresser sind die aus Nordamerika stammenden Tiere etwa auf Vogeleier aus. Der Waschbär dürfe und sollte daher zum Schutz der heimischen Tierwelt bejagt werden, sagte der Naturschutzreferent des Landesjagdverbandes Hessen, Rolf-Walter Becker.

"Nicht die Jagd ist die Konsequenz, sondern mehr Schutz für die heimische Tierwelt", meint dagegen Nabu-Experte Harthun. Eine Jagd auf die Tiere könne höchstens im Einzelfall etwas bringen. Sinnvoller sei, gerade den kleinen Tieren und Vögeln mit Hecken oder altem Baumbestand Verstecke sowie ein größeres Nahrungsangebot zu bieten. "Je vielseitiger und strukturierter die Natur, umso geringere Schäden kann der Waschbär anrichten."

Nach Harthuns Worten ist der Eindringling ein Problem für den bodenbrütenden Kiebitz, den Rotmilan und für Amphibien. Zwar sei es so, dass Räuber ihre Beutetiere eigentlich nicht ausrotteten. Der Mensch habe allerdings Einfluss darauf, wie viele Tiere oder Vogeleier sich der Waschbär schnappe. Die heimische Fauna brauche Zeit, um sich auf neue Räuber einzustellen.

(dpa)

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