Hitzephase hat Folgen für den Winter

Wegen Wassermangel durch trockenen Sommer: Sterben Eichhörnchen und Igel jetzt?

Kein Wasser und leere Nüsse: Tierschützer schlagen Alarm. Wegen des trockenen Sommers finden Tiere wie Eichhörnchen und Igel nun kein Futter. Stimmt das? Und sollte man helfen?

Warum haben es Tiere wie Igel und Eichhörnchen gerade so schwer?

So schwer haben es die meisten Tiere gar nicht - zumindest im Moment noch nicht. Zwar finden zum Beispiel Igel in diesen Tagen keine Regenwürmer, weil der Boden zu trocken ist. Aber wenn die stacheligen Tiere nun Vegetarier werden, werden sie garantiert satt. 2018 ist ein sogenanntes Mastjahr, wie Berthold Langenhorst vom Naturschutzbund (Nabu) sagt: "Haselnuss, Buche und Eiche tragen alle drei bis vier Jahre besonders viele Früchte. Das ist nun der Fall."

Nach einem idealen Frühling hat der trockene Sommer den Pflanzen allerdings zu Schaffen gemacht. Darum haben sich einige Früchte nicht ausgebildet. Nüsse zum Beispiel können nun hohl sein - wie ein Überraschungsei, es fehlt nicht nur das Essen, sondern auch das Spielzeug. Eichhörnchen, die in diesen Tagen einen Nüssevorrat für den Winter anlegen, könnten in der kalten Jahreszeit ihr blaues Wunder erleben. Zudem ist es mancherorts weiterhin so trocken, dass Tiere immer noch Probleme haben, Wasserstellen zu finden.

Wie kann man den Tieren helfen?

Experte Langenhorst empfiehlt: "Es macht Sinn, Wasserschälchen aufzustellen." Allerdings nicht überall. Draußen im Wald müssen die Tiere nur ein bisschen weiter laufen, um Flüssigkeit zu finden. Zubetonierte Flächen in der Stadt sind für viele Lebewesen hingegen so attraktiv wie die Wüste: "Dort wird es bedrohlich." Wer Schälchen aufstellt, sollte das Wasser täglich wechseln. Andernfalls können dort leicht Krankheiten übertragen werden.

Das Video stammt nicht von hna.de, sondern von der Plattform Glomex.

Was sollte man auf keinen Fall machen?

Selbst zum Tier werden. Manche Experten raten, jetzt Nüsse zu sammeln und sie im Winter auszulegen. So nimmt man den Tieren jedoch nur Nahrung weg, die sie jetzt brauchen, um sich ein Winterfett anzufressen, sagt Langenhorst: "Besser ist es, im Winter Nüsse zu kaufen und sie dann den Tieren zu geben."

Darf man Igeln Milch geben?

Nein. Obwohl Umweltschützer seit Jahren darauf hinweisen, tun es viele Menschen immer noch, weil sie überzeugt sind, den Tieren so etwas Gutes tun. Igel sind lactose-intolerant. Sie vertragen die Milch nicht, bekommen Durchfall, müssen Pupsen und werden anfälliger für andere Krankheiten. Ebenso sollte man darauf verzichten, Vögeln geröstete oder gesalzene Nüsse zu geben.

Igeln, denen es aus welchen Gründen auch immer nicht gut geht, kann man in Auffangstationen abgeben. In der Region werden sie zum Beispiel vom Nabu betrieben. Dort werden die Tiere wieder aufgepäppelt 

Werden manche Tierarten nun aussterben?

Nein. Die Natur regelt die Population schon selbst. Dafür braucht sie den Menschen nicht. Das ist nicht immer schön. So wissen viele nicht, dass bis zu 80 Prozent der Jungvögel ihren ersten Winter nicht überleben, wie Langenhorst sagt. Trockene Sommer und kalte Winter hat es schon immer gegeben. Irgendwie hat sich das langfristig immer ausgeglichen. 

"Ein heißer Sommer ist nicht das Problem", sagt Langenhorst. Aber wenn der Mensch dafür sorgt, dass es immer mehr heiße und trockene Sommer gibt, kommt die Natur aus dem Gleichgewicht, wie Langenhorst warnt: "Dann ändern sich die Lebensbedingungen." Wasserschälchen, die der Mensch nun nicht nur für Eichhörnchen aufstellt, sind zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber sie können tatsächlich helfen.

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