Facebook-Eintrag lässt Mädchenflohmarkt eskalieren

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Knapp 2000 junge Leute haben am Samstag einen Flohmarkt für junge Mädchen in Stuttgart gestürmt.

Stuttgart - Es war nur ein kleiner Facebook-Eintrag, aber das Echo war gewaltig: Knapp 2000 junge Leute haben am Samstag einen Flohmarkt für junge Mädchen in Stuttgart gestürmt.

Der Andrang war so enorm, dass die Polizei anrücken und die Menschenmassen ordnen musste. Die jungen Leute kamen wegen der Mädchen-Massen sogar nicht mehr aus einem U-Bahnhof heraus, Polizisten mussten mit Absperrbändern die angrenzende Bundesstraße 27 absichern. Die Halle sei völlig überlastet gewesen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

Mit einem solchen Andrang habe niemand gerechnet, sagte auch eine der Veranstalterinnen. Der Mädchenflohmarkt habe schon zum fünften Mal stattgefunden, aber noch nie seien so viele Menschen auf einmal gekommen. „Wir haben 1000 Flyer an Hochschulen verteilt“, sagte sie. Danach sei die Werbung zum Selbstläufer geworden. Vor allem der Eintrag im Internet-Netzwerk Facebook habe letztlich fast 4000 „Gefällt-mir“-Klicks gehabt.

Die größten Facebook-Partys

2000 Menschen "feierten" in München im Dezember 2011 das neue Alkoholverbot in der S-Bahn. 50 Wagen nahmen Schaden. Es ist nicht die erste eskalierte Facebook-Party. © dpa
Hamburg, 1000 Menschen, September 2011: Deutlich gesitteter als in München verlief das Saufgelage in der Hamburger U-Bahn. Bis auf wenige Sachbeschädigungen blieb es ruhig. © dpa
Hamburg-Bramfeld, 1600 Menschen, Juni 2011: Die Geburtstagsfeier der 16-jährigen Thessa eskalierte – sie hatte die Privatfeier versehentlich auf Facebook veröffentlicht. Ein kompletter Straßenzug wurde verwüstet – 50 000 Euro Sachschaden. © dpa
Wuppertal, 800 Menschen, Juni 2011: Als die Polizei das Alter der Partygäste kontrollierte, eskalierte die Feier: Flaschen und Feuerwerkskörper flogen. Bilanz: 16 Verletzte, drei Festnahmen. © dpa
München, 700 Menschen, Mai 2011: Eigentlich sollten nur 30 Freunde kommen, bei der Party im Englischen Garten wurden es mehr als das 20-fache. Wegen Ruhestörung machte die Polizei dem Treiben ein Ende. © Symbolfoto: dpa
Sylt, 4500 Menschen, ­Juni 2009: Sie kamen zur spontanen Riesen-Strandparty, feierten und tranken. Ein sternhagelvoller Randalierer musste festgenommen werden. © Symbolfoto: dpa
Heusweiler, 2000 Menschen, Juli 2011: Die Privatparty eines 16-Jährigen im Saarland wurde zum Massenauflauf. Größere Gruppen zogen randalierend durchs Wohngebiet. Folge: mehrere Festnahmen und ein Gesamtschaden von 50 000 Euro. © Symbolfoto: AP
Cuxhaven, 400 Menschen, September 2011: Ein falsch gesetztes Häkchen auf Facebook – und die Party einer Schülerin kulminierte – Sachbeschädigungen und eine Festnahme. © Symbolfoto: dpa
Lörrach, 500 Menschen, Juni 2011: Per Facebook wurde zur Freiluft-Techno-Party in Lörrach (Baden-Württemberg) aufgerufen. Die Gäste verhielten sich friedlich, beschallten aber die ganze Stadt. © Symbolfoto: dpa
Hohenbrunn, 300 Menschen, November 2010: Hanna (18) hatte eigentlich nur mit ein paar Freunden gerechnet und ließ die ungebetenen Gäste nicht ins Haus. Die versuchten daraufhin, die Tür einzudrücken. Die Polizei machte dem Spuk ein Ende. © Symbolfoto: dpa
Hasenloh (Nähe Hamburg), 3500 Zusagen, 0 Gäste, August 2011: Ausgerechnet die Facebook-kritische CDU lud über das soziale Netzwerk zum Sommerfest. Das fanden mehr als 3500 Nutzer so lustig, dass sie prompt zusagten. Der CDU war das nicht geheuer, sie sagte die Feier ab. © Symbolfoto: dpa

Einigen der Facebook-Fans gefiel der Flohmarkt im Nachhinein aber offenbar doch nicht mehr so sehr: Am Sonntag gab es auf der Seite Kritik von Mädchen, die wegen des Andrangs nicht an die Schnäppchen herangekommen waren.

dpa

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