Eltern hielten Zweijährigen für verhext

Wegen Hexerei verstoßen: Entwicklungshelferin rettet Jungen vor dem Tod

Abuja. Als Hope gefunden wurde, war er mehr tot als lebendig: Nackt, verängstigt und ausgehungert irrte der zweijährige Junge durch eine Stadt in Nigeria.

Dass er überlebte und jetzt sogar eine Zukunft hat, hat der kleine Junge Anja Ringgren Lovén zu verdanken. Die Entwicklungshelferin aus Dänemark kümmerte sich um ihn – und macht nun mit einem erschütternden Foto weltweit auf sein Schicksal aufmerksam.

Hätte Lovén den Jungen Ende Januar nicht gefunden, wäre er vermutlich gestorben. Seit acht Monaten lebte er auf der Straße in dem westafrikanischen Land, musste selbst Nahrung finden. Seine Eltern hatten ihn zuvor verstoßen, weil sie glaubten, er sei verhext. „Als ich ihn sah, versteifte sich mein ganzer Körper, er war kaum mehr am Leben“, erzählte Lovén dem Dänischen Radio.

Es ist ein Schicksal, das viele Kinder in Afrika teilen. Zehntausende werden Jahr für Jahr von ihrer Familie verstoßen oder getötet, weil sie böse Zauberkräfte haben sollen. Die Kinder zu berühren gilt als gefährlich. Darum werden sie ausgesetzt – oft auch dann, wenn sie sich noch gar nicht selbst versorgen können.

So wie Hope. Seinen Namen (Hope, englisch für Hoffnung) hat ihm seine Retterin Lovén gegeben. Sie veröffentlichte auf der Facebook-Seite ihrer Hilfsorganisation DINNødhjælp das schockierende Bild von dem kleinen Jungen und erzählt dort seine Geschichte. Tausende Nutzer hat sie seitdem erreicht. Laut der Hilfsorganisation sind bereits in den ersten zwei Tagen nach der Veröffentlichung der Bilder über 134.000 Euro an Spenden zusammengekommen. Von dem Geld soll nun eine Klinik für verstoßene Kinder gebaut werden.

Für Kinder wie Hope. Er erholt sich mittlerweile von seinem Leben auf der Straße. Nur reden wolle er noch nicht, schreibt Lovén bei Facebook und ergänzt: Aber das werde er. Sobald er nach seiner Entlassung im Kinderheim der dänischen Hilfsorganisation zusammen mit anderen Kindern lebe. „Er ist ein starker kleiner Junge.“

Zur Facebook-Seite der Hilfsorganisation

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