Bezaubernde Märkte auch in der Region

Weihnachtsmärkte erwirtschaften Gewinn in Milliardenhöhe

Zwischen Kommerz und Besinnlichkeit: Weihnachtsmärkte sind zu einem Riesengeschäft geworden. Unser Bild entstand in Erfurt. Foto: dpa

Glühwein, Reibekuchen und dazu noch Christbaumschmuck: Für Besucher von Weihnachtsmärkten ist das selbstverständlich - für Marktleute und Schausteller ist es ein Riesengeschäft.

„Der Run auf die Weihnachtsmärkte ist ungebrochen“, sagt Hans-Peter Arens, Präsident des Bundesverbands Deutscher Schausteller und Marktkaufleute.

Vereine und Clubs veranstalten inzwischen Busreisen zu den Weihnachtsmärkten im Land - und lassen dort ordentlich Geld. Nach einer Erhebung des Branchenverbandes erwirtschaften die Märkte jedes Jahr Gewinne zwischen drei und fünf Milliarden Euro. Die Schausteller machen dort ein Drittel oder sogar die Hälfte ihres Jahresumsatzes.

Manche Buden üben dabei einen besonderen Zauber aus: „Ein starker Trend ist der zum Glühwein“, erzählt Arens. Ihm zufolge würden die meisten Budenbetreiber lieber das süße Gesöff  verkaufen statt Spielzeug oder Strohsterne. Grund: Dem Verband zufolge machen Glühweinbuden verglichen mit anderen Ständen je nach Stadt und Lage das Doppelte oder Dreifache an Umsatz. Insgesamt wird fürs diesjährige Weihnachtsgeschäft ein Umsatzplus von 1,2 Prozent auf 85,5 Mrd. Euro prognostiziert.

Dass sich mit den Weihnachtsmärkten gute Geschäfte machen lassen, führt auch dazu, dass vielerorts schon Anfang November auf Märkten Glühwein ausgeschenkt wird - oder sogar noch im Januar. Beispiele dafür sind der Winterzauber in Stuttgart – wo schon seit Anfang November rund um eine Eislaufbahn Glühwein und Reibekuchen verkauft werden – oder die Winterwelt am Potsdamer Platz in Berlin, wo es vom 1. November an Jagertee, Rodel- und Eislaufbahnen gibt. Bis in den Januar läuft indes etwa der Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg in Hamburg. Offiziell beginnen die meisten aber erst kurz vor dem ersten Adventswochenende.

Wichtig ist natürlich das Wetter. „Ideal ist eine Temperatur zwischen vier und zehn Grad. Im Minusbereich gibt es Schwierigkeiten“, sagt Arens. Und Schneeflocken? Dann blieben viele Gäste zuhause, erklärt er. „Schnee gehört in die Berge.“

Von Antonia Lange

 

Originell bis witzig

Neue Trends erobern die traditionellen Weihnachtsmärkte. Zum Beginn der Saison ein Überblick über vegane, erotische und kämpferische Märkte:

Erotischer Weihnachtsmarkt

Sinnlich trifft besinnlich: Wer in Hamburg Glühwein, Stollen und Deko für den Weihnachtsbaum sucht, der wird auch auf St. Pauli schnell fündig – nur eben nicht auf traditionelle Art und Weise. Denn auf dem frivolen Weihnachtsmarkt Santa Pauli stehen neben Totenköpfen für den Christbaum auch allerlei erotische Spielzeuge und Pornokaraoke hoch im Kurs. Noch bis zum 23. Dezember können Besucher von „Hamburgs geilstem Weihnachtsmarkt” beim Karaoke um die Wette stöhnen und mit heißen Getränken wie der „Bordsteinschwalbe“ oder dem „Nussknacker“ die strapazierte Kehle ölen.

Schlag den Santa 

In Magdeburg hat man sich in Anlehnung an die TV-Show „Schlag den Raab“ das vielleicht schrägste Weihnachtsspiel einfallen lassen: „Schlag den Santa“ feiert auf der Bühne vor dem Magdeburger Rathaus Premiere. Am 2., 9., 16. und 23. Dezember kann sich jeder Teilnehmer als Konkurrent von Santa Claus (englisch für „Sankt Nikolaus“) in weihnachtlichen Disziplinen wie Baumschmücken, Weihnachtssack-Stemmen, Weihnachtslied-Raten und Weihnachtsbaum-Balancieren messen.

Veganer Ökomarkt

Wem das gummiartige Lebkuchenherz vom vergangenen Jahr noch im Gedächtnis klebt, der ist gut beraten, diesmal den Christkindlmarkt in München zu besuchen: Mit veganem Früchtebrot, glutenfreiem Elisenlebkuchen, Bio-Glühwein und Ständen, die mit Ökostrom versorgt werden, liegt der Markt laut Veranstalter „voll im Trend“.

Von Melanie Triesch

 

Märkte in der Region

An bezaubernden Weihnachtsmärkten herrscht in unserer Region kein Mangel. Eine Auswahl:

Kassel: Der Weihnachtsmarkt in der City ist bis 30. Dezember geöffnet (24. und 25. Dezember geschlossen). Besondere Attraktion: Erstmals werden im Zirkuswagen Märchen vorgelesen.

Kaufungen: Die Stiftsweihnacht findet von 12. bis 14. Dezember in Oberkaufungen rund um die Stiftskirche statt. In historischem Ambiente wird Kunst und Kunsthandwerk geboten.

Göttingen: Rund um Johannis-Kirche und Altes Rathaus findet er bis zum 29. Dezember statt (geschl. am 24./25. und 26. Dezember). Musik und mehr auf Außenbühne, im Alten Rathaus, in Innenstadtkirchen und Theatern.

Hann. Münden: Der Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz findet vom 28. November bis 22. Dezember statt. An den Sonntagen erklingen auf dem Markt weihnachtliche Bläserklänge.

Northeim: Der Weihnachtsmarkt auf dem Münsterplatz hat noch bis 29. Dezember geöffnet. Clou ist ein Weihnachts-Zirkus mit Streichelzoo und Familienaktionstagen. „Märchenhafte Vorstellungen“ laufen immer freitags bis sonntags täglich ab 16 Uhr (Eintritt: Erwachsene zehn, Kinder acht Euro).

Rotenburg: Die 16 Meter hohe Weihnachtspyramide, die am 5. Dezember auf dem Marktplatz angeschubst wird, ist die Attraktion. Bis 21. Dezember.

Bad Sooden-Allendorf: Der „Winterzauber“ unterhält am ersten Adventswochenende mit Kinderaktionen, Musik sowie mittelalterlichen und märchenhaften Stadtführungen.

Fritzlar: Vom 5. bis 7. Dezember laden 50 Stände auf dem Marktplatz ein. Am 20. und 21. Dezember gibt es „Advent in den Höfen“ (Musik, Ausstellungen).

Frankenberg: Auf dem Obermarkt bieten die Landfrauen am ersten Adventswochenende Gestecke und Handarbeiten an. Um 17.30 Uhr kommt der Nikolaus auf seinem Pferd und verteilt Adventskalender an die Kinder.

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