Weiter Kritik an Loveparade-Planern

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Zahlreiche Menschen stehen am Donnerstag in Duisburg auf dem Loveparade-Gelände hinter Kerzen und Blumen.

Duisburg - Nach der Katastrophe bei der Loveparade gibt es weiter Kritik an den Planern der Großveranstaltung. Politiker sehen die Schuld beim Oberbürgermeister. Nur einer hat Verständnis für ihn.

Die Loveparade “hätte nie und nimmer genehmigt werden dürfen“, sagte der CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl der “Financial Times Deutschland“ laut Vorabmeldung. Besonders kritisierte er die Verantwortlichen, die den Auflagenbescheid ausstellten. “Jeder Obsthändler, der in der Münchner Fußgängerzone einen Stand eröffnen will, muss mehr nachweisen“, sagte er. Die beiden Seiten lieferten keine Informationen.

Bilder: Trauer um die Toten der Loveparade

Die Trauer manifestiert sich auf vielerlei Art: Am Unglückort, dem etwa 100 Meter langen Tunnel, hat jemand ein Kreuz und einen Grabstein aus Eis aufgestellt. © dpa
Um das Kunstwerk herum wächst ein Meer aus Kerzen und Blumen. © dpa
Noch in der Nacht nach der Massenpanik kamen die ersten Trauernden, um Kerzen aufzustellen. © dpa
Inmitten der Lichter findet man immer wieder persönliche Botschaften. © dpa
Inmitten der Lichter findet man immer wieder persönliche Botschaften. © dpa
Inmitten der Lichter findet man immer wieder persönliche Botschaften. © dpa
Auch die Wut und der Zorn der Trauernden findet Platz auf Plakaten zwischen Blumen und Kerzen. © dpa
Für viele ist der Tunnel Ort für persönliche Trauer und kurzes Innehalten. © dpa
Auf einem Plakat können Trauernde unterschreiben und kurze Botschaften hinterlassen. © dpa
Ein Mädchen nutzt diese Möglichkeit. © dpa
Die Trauernden suchen Halt untereinander. © dpa
Manche verweilen im Gebet. © dpa
Andere lassen ihren Tränen freien lauf. © dpa
Auch im Regen harren sie noch vor den Blumen und Kerzen aus. © dpa
Die Stadt Duisburg hat ein Kondolenzbuch zur Verfügung gestellt. © dpa
Loveparade
Warum? © dpa
Loveparade
Das ist die meistgestellte Frage auf den handgeschriebenen Zetteln. © dpa
Loveparade
Vor dem Tunnel, der zur Todesfalle wurde: Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Ein junger Mann nimmt Plakate ab, die für Veranstaltungen der Loveparade werben. © dpa
Loveparade
Anwohner haben am Sonntagmorgen vor der Einfahrt zum Gelände der Loveparade Kerzen in die Fenster gestellt. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa

Die Gefahren seien nicht benannt und geklärt gewesen. Dass der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland die Verantwortung zurückwies, weil er keine Genehmigung unterschrieben habe, ließ Uhl nicht gelten. “Auflagenbescheide unterschreibt der OB nie selbst, aber sie werden in seinem Auftrag unterschrieben, und er hat als Chef der Stadtverwaltung die Verantwortung.“ Der Hauptfehler liege bei ihm. Er müsse “das Begehren eines Kaufmanns bewerten, mit einer Veranstaltung mit möglichst wenig Auflagen viel Geld zu verdienen“.

Der Chef des Kulturhauptstadt-Projekts “Ruhr.2010“, Fritz Pleitgen, betonte, dass die Spitze der CDU Sauerland dringend helfen müsse. “Der Oberbürgermeister Sauerland ist ein sehr beliebter Oberbürgermeister gewesen, aber offensichtlich jetzt nicht der Situation gewachsen“, sagte er im ZDF-“Morgenmagazin“. Die Lage sei für Sauerland derzeit sehr schwierig - unter anderem auch finanziell. “Er würde alle Ansprüche verlieren, er hätte überhaupt keine Pension. Auch da müsste eine Lösung gefunden werden.“

Versicherung reicht wohl nicht aus

Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz forderte unterdessen eine gesetzliche Versicherungspflicht für Veranstalter. Das gehöre zu den Lehren aus der Loveparade, sagte er der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. “Man muss sicherstellen, dass eine Versicherung vorliegt, bei großen Ereignissen wird man auch über die Höhe zu reden haben.“ Die Versicherung über 7,5 Millionen Euro, die der Veranstalter der Duisburger Loveparade abgeschlossen habe, werde angesichts der vielen Toten und Verletzten nicht ausreichen.

Schneider: Verantwortung für Duisburg offenlegen

Nach Überzeugung des amtierenden Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, müssen die Verantwortlichen der Katastrophe klar benannt werden. “Das ist auch ein wichtiges Element für Menschen, die trauern“, sagte Schneider am Freitag im Deutschlandradio Kultur. Gleichzeitig rief er zu Sorgfalt und Fairness auf. Schneider leitet am Samstag mit dem Essener Bischof Franz-Josef Overbeck den ökumenischen Gottesdienst zum Gedenken an die 21 Opfer.

Bilder: Massenpanik auf der Loveparade

Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Viele Besucher der Loveparade können noch gar nicht fassen, was gerade passiert ist. © ap
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In diesem Tunnel... © ap
Loveparade
...trafen die Besucher, die das Gelände verließen, auf die,... © dpa
Loveparade
...die gerade angekommen waren, um mitzufeiern.  © dpa
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Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
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Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
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Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
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Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade kümmern sich um einen kollabierten Mann. © ap
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Eine verletzte Frau wird auf einer Bahre abtransportiert. © dpa
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Ein Krankenwagen vor einem Sanitätszelt am Rande des Festgeländes. © dpa
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Am Rand des Geländes stehen Krankenwagen und Sanitätszelte. © dpa
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Rettungshubschrauber landeten auf der Autobahnbrücke. © dpa
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Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
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Teilnehmer der Loveparade kümmern sich um Verletzte. © ap
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Menschen stehen unter Schock, brechen weinend zusammen. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
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Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
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Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
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Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © dpa
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © dpa
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © dpa
Loveparade
Die Toten wurden mit Laken abgedeckt. © dpa

Er sagte nach Angaben des Senders, die Menschen hätten einen berechtigten Anspruch darauf, die Hintergründe zu erfahren. Er habe aber auch ein gewisses Verständnis für den seit Tagen abgetauchten Oberbürgermeister Adolf Sauerland, dessen Rücktritt immer häufiger gefordert wird. Sauerland habe Morddrohungen erhalten und müsse sehen, “wie er sich schützt und seine Familie“. Gleichwohl sei es wichtig, die genauen Planungs-Abläufe in der Stadtverwaltung von Duisburg öffentlich zu machen, betonte Schneider.

dpa/DAPD

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