US-Milliardär charterte Raumkapsel

Musks Laien-Raumfahrer sicher aus dem All zurück: „Ausblicke sind spektakulär“

Die erste Raumfahrt-Crew, die nur aus Laien-Astronauten besteht, ist sicher wieder auf der Erde angekommen. Ein Milliardär hatte dafür eine Raumkapsel von SpaceX gechartert.

Cape Canaveral - Nudeln mit Hackfleischsoße, ein Telefonat mit Tom Cruise und ein virtueller Ausflug an die New Yorker Börse - und das alles im All. Nun ist die erste Amateur-Crew nach drei Tagen im Orbit wieder auf der Erde angekommen.

Laien-Astronauten nach Reise ins Weltall zurück auf der Erde

Kurz nach 1 Uhr MESZ Zeit setzte die Kapsel mit den vier Rückkehrern vor der Küste Floridas im Atlantik auf. Das teilte die „Inspiration4“ genannte Mission mit. Es war die erste Raumfahrt-Crew, die nur aus Laien-Astronauten bestand.

US-Milliardär chartert Raumkapsel von Elon Musk und fliegt mit Laien-Crew ins All: „Ausblicke sind spektakulär“

Nach ihrem Start am Mittwochabend vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral war die „Dragon“-Raumkapsel des privaten US-Raumfahrtunternehmens SpaceX von Star-Unternehmer Elon Musk die vergangenen drei Tage um die Erde gekreist. Pro Erdumrundung brauchte das Raumschiff bei rund 30.000 Kilometern pro Stunde rund 90 Minuten. Mit einer Höhe von 580 Kilometern über der Erde schwebte sie sogar höher als die Internationale Raumstation (ISS).

„Die Ausblicke sind spektakulär“, hatte der 38-jährige US-Milliardär Jared Isaacman, der den All-Ausflug gechartert hatte, nach dem Start gejubelt. Mit ihm an Bord waren die 29 Jahre alte Arzthelferin Hayley Arceneaux, die 51 Jahre alte Künstlerin und Professorin Sian Proctor und der 41 Jahre alte Raumfahrtingenieur Chris Sembrosk.

von links nach rechts: Hayley Arceneaux, Jared Isaacman, Sian Proctor und Chris Sembroski. Die Laien-Crew war zusammen im All.

Nach Branson und Bezos: US-Milliardär fliegt mit Laien-Crew ins All

Isaacman ist bereits der dritte Milliardär innerhalb weniger Monate, der von den USA aus ins All aufgebrochen ist. Erst im Juli hatten der Brite Richard Branson und Amazon-Gründer Jeff Bezos ihre eigenen Raumschiffe getestet. Beide allerdings nur mit wenigen Minuten langen Kurzausflügen und deutlich niedrigerer Flughöhe. Wie viel Isaacman für das Chartern des „Dragon“-Raumschiffs zahlte, wollten weder er noch SpaceX verraten.

All-Mission von US-Milliardär soll Spenden für Kinderkrankenhaus bringen

Die Mitreisenden suchte Isaacman über verschiedene Benefiz-Aktionen aus, weil er mit der Mission Spenden für ein Kinderkrankenhaus im US-Bundesstaat Tennessee sammeln will. Während des All-Ausflugs, über den auch eine Dokumentation beim Streaming-Dienst „Netflix“ entsteht, vertrieben sich die vier Amateur-Astronauten die Zeit in der beengten Kapsel unter anderem mit Gesprächen mit Schauspieler Tom Cruise oder SpaceX-Gründer Musk.

Auch die Glocke, die das Signal zum Handelsstopp an der New Yorker Börse gibt, durften sie am Freitagabend virtuell läuten. Essenstechnisch wurde die Besatzung deutlich aufwendiger versorgt als konventionelle und längere Mission: Neben Kaffee und Tee gab es unter anderem Sandwiches, Nudeln mit Bolognese-Sauce und einen Haufen Süßigkeiten. (kam/dpa)

Rubriklistenbild: © Uncredited/Inspiration4 via AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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