Gefährliche Mehrfachentschärfung

Weltkriegsbomben unter Kindergarten und Schule gefunden

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Auf der Karte sind die jeweiligen Evakuierungsgebiete in rot markiert.

Kiel - Der kampfmittelräumdienst steht in Kiel vor einer schwierigen Aufgabe: Unter einem Schulzentrum und einem Kindergarten wurden mindestens fünf alte Sprengkörper aus dem zweiten Weltkrieg gefunden.

Kiel steht nach Angaben der Polizei an diesem Freitag die größte und komplizierteste Bombenentschärfungsaktion seit Jahrzehnten bevor. Der Kampfmittelräumdienst müsse vier auf dem Gelände eines Schulzentrums im Stadtteil Wellingdorf entdeckte alte Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich machen, teilten die Beamten am Mittwoch mit. Eine der Bomben stecke sogar 4,50 Meter unter dem Schulgebäude unter einem Klassenzimmer im Boden. Eine weitere liege direkt vor einem Kindergarten.

Die Mehrfach-Entschärfung wird wohl bis zu sechs Stunden dauern. "Selbst die Profis des Kampfmittelräumdienstes können sich an keine vergleichbare Herausforderung erinnern", teilte die Polizei mit. Während der heiklen Aktion müssen rund 4500 Anwohner das umliegende Gebiet verlassen, viele Straßen werden gesperrt. Für Betroffene wird ein Aufenthaltszentrum in einer Turnhalle geöffnet.

Bei den Bomben handelt es sich nach Angaben der Polizei um drei von US-Streitkräften eingesetzte 500-Pfund-Bomben sowie eine 1000-Pfund-Bombe. Sie waren mit je etwa 225 beziehungsweise 450 Kilo Sprengstoff bestückt. Die Bomben hatte der Kampfmittelräumdienst bei einer Überprüfung des Geländes entdeckt. Die Experten suchen routinemäßig etwa auf alten Luftaufnahmen aus dem Krieg nach Hinweisen auf nicht explodierte Sprengkörper.

Das Gelände mit dem Schulzentrum liegt am Ostufer der Kieler Förde, wo sich die traditionellen Standorte der Kieler Werftindustrie befinden. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet mit seinen kriegswichtigen Betrieben von den Alliierten bei Luftangriffen stark zerstört.

AFP

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