"Wetten, dass ..?" mit schwächster Quote aller Zeiten

Aufgepasst: Markus Lanz (links) moderierte unauffällig, Schauspieler Hans Sigl brachte spät Spaß in die Show. Foto:  zdf

Nur 6,31 Millionen Zuschauer wollten die „Wetten, dass..?“-Ausgabe aus Karlsruhe am Samstagabend sehen: Schlechter waren die Marktanteile für den Showklassiker nie. Dabei war es bei Weitem nicht die schwächste Ausgabe.

Zu Beginn reagierte Lanz auf die Onlinepetition, bei der nach seinem Interview mit Sahra Wagenknecht über 200 000 Menschen seinen Rausschmiss vom ZDF forderten. „Ich habe mir in diesem Jahr vorgenommen, es ein bisschen gemütlicher angehen zu lassen. Und ich muss sagen: Gerade mit Blick auf die vergangenen Tage ist mir das hervorragend gelungen“, resümierte er. Nur Augenblicke später legt er bei der Präsentation der Saalwette nach. Wer die Baustellen in Karlsruhe bekämpfen will, solle jetzt als Bauarbeiter verkleidet in die Halle kommen oder eben eine Petition starten. Ob das einsichtiger Sarkasmus oder ein Affront gegen seine Kritiker sein soll, bleibt unklar.

Bevor sich jetzt aber der nächste Shitstorm regt, sei gesagt: An Markus Lanz lag es diesmal nicht. Zumindest nicht allein. Peinlichkeiten und Aussetzer leistete sich der 44-Jährige nicht. Aber wie auch? Die Gäste, die ihm seine Redaktion auf die Couch gesetzt hatte, hatten kaum etwas zu erzählen. Lanz kann dem nichts entgegensetzen und fügt sich in die Langeweile seiner Gäste ein. Atze Schröder macht den Macho und Lanz steht daneben und lacht. Mit Max Kruse begrüßt der Moderator einen Fußballer „mit einem richtigen Länderspiel“. Schade, dass der, ganz Fußballer eben, auch nicht viel zu sagen hat. Macht aber nichts, Lanz lacht trotzdem.

Genauso bei Oscar-Preisträger Liam Neeson. Der schaut kurz vorbei, um seinen Film zu bewerben. Dazu muss er auch nicht viel sagen. Lanz ist das egal, er übersetzt Neeson sogar, wenn der gar nichts gesagt hat. „Liam Neeson ist stolz auf dich“, erklärt er einem Wettkandidaten, während Neeson daneben steht und das Geschehen schweigend beobachtet.

Richtige Unterhaltung gibt es dann leider erst spät in der Sendung. „Bergdoktor“ Hans Sigl nimmt Platz auf dem Sofa und präsentiert sich locker plaudernd, moderiert die Außenwette mal eben so mit und sorgt für das Highlight des Abends. Gemeinsam mit Dauergast Peter Maffay singt er „Über sieben Brücken musst du gehen“. Das macht Spaß und gelingt auffällig unpeinlich.

Während die Musiker und der Schauspieler dicht aneinander gedrängt singen, klafft auf der Couch eine breite Lücke zum ganz abseits sitzenden Lanz. Dass der mit Augenblicken wie diesen nichts zu tun hat, sollte ihm sein Lachen austreiben.

Die Wetten

• Wettkönig Joschua Schütze Felm gelang es, auf einem Bein nacheinander drei Leitern hochzuhüpfen, um an der Decke jeweils zwei Glühbirnen einzuschrauben.

• Rene Albers aus Köln schaffte es nicht, 30 Pfandflaschen aus 3,5 Metern Entfernung in einen Automaten zu werfen.

• Der elfjährige Kolja Thomas erriet vier von 306 Fußballern nur anhand der Frisur.

• Willy Stengg aus Rohrbach schaffte es nicht, mit seinem Auto eine Skipiste schneller hochzufahren, als Ski-Ass Hermann Maier runter.

• Tanja Hänsel aus Spenge wollte aus 1111 Stecknadeln eine nachträglich hinzugefügte erkennen und scheiterte knapp.

• Bei der Stadtwette kamen 100 Bauarbeiter in die Halle. Lanz verlor. (lad)

Von Lasse Deppe

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