Bis zu 40 Grad

„Sahara-Hitze“ in Deutschland – Experten warnen vor „gesundheitsschädlichem“ Wetter

Eine Hitzewelle rollt über Deutschland: Temperaturen bis zu 40 Grad sind laut einem Experten möglich. Auch die Unwettergefahr steigt. 

Kassel – Es wird heiß, sehr heiß. Deutschland erwartet eine Hitzewelle. Nachdem die Temperaturen bereits an einigen Mai-Tagen in die Nähe der 30-Grad-Marke geklettert waren, sollen diese offenbar noch weiter steigen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtet, dass teils warme Meeresluft „unter Hochdruckeinfluss“ aus Südwesten nach Deutschland gelangt. Dafür verantwortlich ist das Hoch „Yona“: Es sorgt nicht nur für schwülwarmes Wetter am Tag, sondern auch für tropische Nächte, in welchen die Temperaturen selten „unter 20 Grad“ fallen sollen, wie Meteorologin Corinna Borau vom Onlineportal Wetter.com erklärt.

Wetterexperte Dominik Jung bezeichnet die bevorstehenden Temperaturen als „extrem“ für „Mitte Juni“. Er rechnet „in der Spitze“ mit „35 bis 40 Grad“. Kalendarisch befinde sich Deutschland noch im Frühling, weshalb derartige Temperaturanstiege ungewöhnlich seien, erläutert er.

„Der Sommer kommt erst noch und der Hochsommer ist auch erst ab Mitte Juli bis August dran“, sagt Jung, der Meteorologe beim Wetterdienst Q.Met ist. Gegenüber dem Onlineportal Wetter.net erklärt er, dass die Hitzewelle ungewöhnlich früh auftrete. Als Hitze-Hotspot nennt er vor allem den Nordosten und Osten Deutschlands. „Wir werden in den kommenden Tagen ordentlich schwitzen“, so der Experte.

Hitzewelle schwappt nach Deutschland: Warnung vor Gesundheitsgefahr

Die extremen Temperaturen der Hitzewelle seien zudem „gesundheitsschädlich“. Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke seien „extrem hohe Werte“, sagt Jung. Dass es dabei zur Gesundheitsgefahr kommen kann, bestätigt Andreas Matzarakis dem Onlineportal N-tv.de.

Sonnenaufgang bei Hildesheim in Niedersachsen.

Er leitet das Zentrum für medizinisch-meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes. Die „gefühlte Temperatur“, das Wärmeempfinden des Menschen im Freien, sei der entscheidende Gradmesser, für das Risiko. Darauf haben demnach unter anderem die Luftfeuchtigkeit, der Wind, die Sonneneinstrahlung und die Lufttemperatur Einfluss.

„Gefühlte Temperatur“ bei Hitzewelle in Deutschland von besonderer Bedeutung

Laut DWD handelt es sich ab 32 Grad „gefühlter Temperatur“ um eine „starke Wärmebelastung“. Ab 35 Grad im Schatten sprechen die Fachleute von einer „extremen Belastung“, „gefühlt“ liegt die Temperatur circa bei einem Wert von 38 Grad, so die allgemeine Einschätzung der Experten. Tatsächliche Lebensgefahr herrscht demnach ab einer Körpertemperatur von 41 Grad, so Matzarakis. Dann droht ein Hitzeschlag, welcher den Körper nachhaltig schwächen kann.

Bei Temperaturen über der 30-Grad-Grenze wird insbesondere dazu geraten, regelmäßig Wasser zu trinken und Räumlichkeiten ausreichen zu lüften. Zudem wird davon abgeraten, Sport zu treiben und sich körperlicher Anstrengung auszusetzen.

Meteorologe Jung warnt neben den „extremen“ Temperaturen auch vor Sommergewittern, die das Hoch „Yona“ mit sich bringen kann. „Die nächste Unwetterserie steht an“, so Jung. Das bestätigt auch die Prognose des Deutschen Wetterdienstes: Eine Schwergewitterlage, bedingt durch schwüle Temperaturen, sei sehr wahrscheinlich. Experte Jung sieht die meteorologische Entwicklung als Folge der „Sahara-Hitze“. „Die Sahara-Hitze hatten wir vor einigen Tagen schon auf dem Schirm. Damals, Anfang Juni, ist die zunächst nach Südwesteuropa geschwappt.“ (tu)

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.