Unwetter über Nordhessen und Südniedersachsen

So wüteten die Gewitter in der Region - Unwettergefahr hält heute an

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Land unter: Dieses Bild machte unsere Leserin Bettina Trettin in Ackenhausen, einem Stadtteil von Bad Gandersheim im Kreis Northeim.

Erneut sind am Dienstag schwere Unwetter über Nordhessen und Südniedersachsen gezogen. Besonders dramatisch war es im Kreis Northeim. Auch am Mittwoch muss mit schweren Gewittern gerechnet werden.

Dieser Artikel wurde aktualisiert am Mittwoch um 7.15 Uhr - Wir geben hier einen Überblick über die Auswirkungen in der Region:

Menschen in Bad Gandersheim in Gebäuden eingeschlossen

Großeinsatz für die Feuerwehren in Bad Gandersheim: Die Gewitterschauer sorgten dort für Überflutungen, Menschen waren in ihren Häusern eingeschlossen. Der Schaden soll in die Millionen gehen.

Brand nach Unwetter im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Auch über den Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind schwere Unwetter gezogen. Aus Iba wurde ein Brand gemeldet.

Unwetterfront traf Frielendorfer Ortsteile, die A7 und die A49

Die schwere Gewitterfront, die am Dienstag zwischen 16 und 16.30 Uhr über die Region gezogen ist, hat im Schwalm-Eder-Kreis insbesondere Frielendorfer Ortsteile im Ohetal getroffen.

Die A7 stand nach dem Unwetter bei Homberg/Efze, die A49 bei Wabern im Schwalm-Eder-Kreis unter Wasser. Die Polizei riet dazu, vorsichtig zu fahren, meldete die Hessenschau. Auf der A49 ragte zudem ein umgestürzter Baum bis auf den Seitenstreifen.

Wieder Straßen im Frankenberger Land unter Wasser

Das heftiges Gewitter ist am Nachmittag mit starkem Regen über Teile des Frankenberger Landes hinweggezogen. Erneut standen dort Straßen unter Wasser. Zudem warf der Sturm Bäume auf mehrere Landesstraßen, wie ein Polizeisprecher sagte. Vorübergehend kam es zu Sperrungen. Auch rund um den Edersee waren mehrere Kreisstraßen von Starkregen betroffen.

Entwarnung für den Hessentag

Trotz einer Unwetterwarnung und vorübergehend unterbrochener Veranstaltungen hat es am Dienstagabend Entwarnung für den Hessentag in Korbach gegeben. "Das Riesenrad dreht sich wieder", sagte Karl-Helmut Tepel, der Hessentagsbeauftragte der Korbacher Stadtverwaltung. "Die Lage hat sich wieder entspannt."

Angesichts einer Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hatten die Organisatoren am Nachmittag versucht, die Veranstaltung sturmfest zu machen. Die Stände wurden wind- und regensicher gemacht, Musikveranstaltungen unterbrochen. "Wir haben Schutzräume wie Kirchen und Tiefgaragen geöffnet, aber zum Glück brauchten wir sie nicht", sagte Tepel. Während im Nachbarkreis ein heftiges Gewitter tobte, zog die Gewitterzelle an Korbach vorbei. "Inzwischen füllt es sich wieder", sagte Tepel über diejenigen Besucher, die angesichts grauer Wolken zunächst das Weite gesucht hatten.

Evakuierung in Mittelhessen

Stark betroffen war auch Mittelhessen. In Marburg gab es bis zum Abend 140 Einsätze der Feuerwehr. Im Einkaufszentrum Schlossberg ließen die Wassermassen Platten von der Decke herunterfallen. Die Shopping Mall musste evakuiert werden.

NVV meldet Beeinträchtigungen im Zugverkehr

Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) hingegen berichtete am frühen Dienstagabend über Beeinträchtigungen des Zugverkehrs nach schweren Unwettern. "Es muss mit Verspätungen und Zugausfällen gerechnet werden", sagte eine Sprecherin. Betroffen seien die Strecken Bad Wildungen - Kassel, Willingen - Korbach und Borken - Kassel. "Dort liegen Bäume in den Gleisen, die die Strecken versperren."

Probleme auch auf der Strecke Hannover - Kassel

Die Deutsche Bahn meldete für Hessen nur wenige Störungen durch das Unwetter. In Mittelhessen sei es zu Verspätungen wegen Ästen auf den Gleisen gekommen. Allerdings hätten die Folgen des Unwetters im Nachbarland Niedersachsen zu Verspätungen auf der Strecke Hannover - Kassel geführt.

Bäume stürzten auf A7 bei Göttingen

Nach Angaben der Polizei in Göttingen hielten sich die Auswirkungen von Gewitter und Regen dort in Grenzen. Rund um Göttingen sind demnach ein paar Bäume umgestürzt, unter anderem auf der Autobahn 7.

Verletzte meldeten Polizei und Feuerwehr in Niedersachsen bis zum späten Abend nicht.

Unwettergefahr für große Teile von Deutschland

Zum Wochenbeginn war es in Deutschland so warm wie noch nie in diesem Jahr. Mit der feucht-heißen Luft stieg die Gefahr von schweren Gewittern. Der Deutsche Wetterdienst warnt daher seit Montag immer wieder vor starken Unwettern.

Fast überall in Deutschland drohen Gewitter - teils mit Starkregen und Überschwemmungen, Hagel und Sturmböen. Nur: Wo es kracht, kann der Deutsche Wetterdienst (DWD) nicht genau vorhersagen.

"Es wird nicht jeden treffen", sagte ein DWD-Meteorologe am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Bei dem einen oder anderen könne "die Welt untergehen".

Die Wettermodelle können das Gewitterrisiko räumlich nicht genauer auflösen. So warnt der DWD nur recht allgemein vor "örtlich schweren Gewittern" - auf einem breiten Streifen quer durch Deutschland am Mittwoch.

Gewitter mit Starkregen und Hagel drohen

"Die größte Gefahr geht dabei wegen der langsamen Verlagerung der Gewitter von heftigem Starkregen bis 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit sowie Hagel um drei Zentimeter aus", sagte Sebastian Schappert von der Wettervorhersagezentrale. "Vereinzelt und lokal eng begrenzt treten bei stehenden Gewitterzellen auch Mengen von über 60 Litern pro Quadratmetern in wenigen Stunden auf."

Je nach Gelände kann das zu Überschwemmungen führen. Auch Sturmböen bis 80 Stundenkilometern seien nicht ausgeschlossen. Das Thermometer kann auf Werte von bis zu 34 Grad klettern. In der Nacht verlieren Schauer und Gewitter an Intensität.

Am Wochenende hatte das Tief Wilma für Überschwemmungen, Schlamm- und Hagellawinen gesorgt. 

"Eingekeiltes" Tief sorgt für andauernde Gewitterwarnungen

Blitz und Donner, Hagel und Sturzfluten - heftige Unwetter wie am Sonntag in Teilen von Hessen sind derzeit der "Blockade" des Tiefs "Wilma" durch ein Hoch über dem Nordmeer geschuldet.

Wetterprognose für Mittwoch

Am Mittwoch verlagert sich die Gewitteraktivität weiter in Richtung Nordosten. "Dann muss in einem breiten Streifen von der Nordsee und dem Emsland bis zum Bayerischen Wald und dem Oderbruch mit zum Teil schweren Gewittern gerechnet werden", sagte Schapper. Auch ganz im Südwesten, besonders über dem Schwarzwald, können sich erneut kräftige Gewitter bilden. Dazwischen gibt es einen Bereich vom Westen bis in den Süden und im äußersten Norden, in dem die Gewitterneigung geringer ist.

Aussichten für den Donnerstag

Über den Feier- und den Brückentag bleibt es laut DWD weiterhin wechselhaft. Bis Freitag liegen dabei die Höchstwerte - je nach Bewölkung und Niederschlag - bei 23 bis 33 Grad.

Der bislang heißeste Tag des Jahres war am Montag. Der Deutsche Wetterdienst registrierte in Genthin in Sachsen-Anhalt zum Wochenbeginn den Spitzenwert von 33,3 Grad Celsius. "Das war der wärmste Tag des Jahres bis jetzt", sagte ein DWD-Sprecher. Auch in Brandenburg war es besonders heiß, etwa in Baruth in der Nähe von Berlin wurden 32,6 Grad gemessen. Einen deutschen Hitzerekord für einen 28. Mai gab es allerdings nicht, schon einige Male war es an diesem Datum laut DWD hierzulande heißer - letztmals 2005 in Frankfurt. (mit dpa)

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