Vorhersage

Wetter in Deutschland: Kommt jetzt der Frost-Schock? Polarwirbel kollabiert

Der Polarwirbel zerbricht und könnte starke Auswirkungen auf das Wetter im Winter haben. Kommt die sibirische Kältepeitsche nun nach Deutschland?

  • Welche Rolle spielt der Polarwirbel beim Wetter* in Deutschland?
  • Teilt sich der Polarwirbel, droht arktische Kälte – ein solches Phänomen steht laut Meteorologen kurz bevor.
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Update vom Mittwoch, 27.01.2021: Droht Deutschland in 2021 ein langer kalter Winter oder wird Schnee und Eis bald durch milde Luft und Regen abgelöst? Wie sich das Wetter entwickelt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der Polarwirbel ist eine davon und der könnte sibirische Kälte zu uns bringen.

Meteorologen beobachten den Polarwirbel schon seit geraumer Zeit. Immer wenn er sich teilt, wird laut Meteorologe Jan Schenk von „weather.com“ ein harter Wintereinbruch auf der Nordhalbkugel erwartet. Auch für Deutschland kann das enorme Auswirkungen beim Wetter haben. Dass der Polarwirbel manchmal instabil wird, ist zunächst einmal nichts Ungewöhnliches. Auch kam es schon öfter zu einem sogenannten Polarwirbel-Split. „Aber so eine Instabilität ist neu“, heißt es in einem Beitrag von „wetter.de“.

Welche Rolle spielt der Polarwirbel beim Wetter in Deutschland – Droht ein langer harter Winter? (Symbolbild)

Wetter in Deutschland: Meteorologen erwarten Teilung von Polarwirbel – Erneute Kälte droht

Schon zum dritten Mal im Winter* 2021 bahnt sich in den kommenden Wochen eine Veränderung des Polarwirbels an. Wie Veronika Krieger von „weather.com“ sagt, berechnen Modelle, dass sich der Polarwirbel Anfang Februar entweder in zwei Wirbel teilt oder verschiebt. Sollte er sich teilen „wird es so richtig kalt“, so Krieger.

Etwa 10 bis 15 Tage kann es dauern, bis die kalte Luft in Deutschland ankommt und für winterliches Wetter sorgt. Dauerfrost und Schnee könnten also Anfang und Mitte Februar durchaus nochmal möglich sein. Und auch wenn sich der Polarwirbel nur verschiebt, könnte kühle Luft Mitte oder Ende Februar zu uns fließen.

Wie wird das Wetter im Winter in Deutschland? Die Experten sind sich noch uneinig. (Archivfoto)

Wetter in Deutschland: Wird der Winter jetzt besonders heftig? Polarwirbel bröckelt 

Erstmeldung vom 14.01.2021: Offenbach – Einige Meteorologen haben es schon länger befürchtet, jetzt ist es passiert: Der Polarwirbel zerbricht. Während ein Experte deshalb einen harten Wintereinbruch in Deutschland und Europa mit klirrender Kälte und Schnee befürchten, hält ein anderer Meteorologen diese Prognose eher für ein Winter-Märchen. Der Polarwirbel kann zwar auf das Wetter in Deutschland gravierende Auswirkungen haben, doch ist das auch in diesem Winter der Fall? Die Vorhersage.

Doch was steckt hinter dem Polarwirbel und wie kann ein solches Wetter-Phänomen zerbrechen? Meteorologe Paul Heger von „wetter.com“ hat die Dynamik hinter dem polaren Wirbel einmal aufgedröselt. In den polaren Regionen gibt es nämlich ein ähnliches Starkwindband wie den Jet-Stream. Im Winter bildet sich dort ein kreisförmiger Wirbel, da der Kontrast zwischen den kalten Luftmassen am Nordpol und den milden Luftmassen in Europa besonders hoch ist. Der Polarwirbel ist von einem Starkwindband umgeben, dass die polare Luft sozusagen einsperrt.

Wetter in Deutschland: Was steckt hinter dem Polarwirbel?

Das kann man sich wie bei einem Planschbecken für Kinder vorstellen. Die Gummiwand hält das Wasser im Becken. Wenn der Polarwirbel instabil wird, kann man das damit vergleichen, dass das Planschbecken platzt. Die polare Luft kann dann aus dem Starkwindband herausfließen und wandert gen Süden. In der Folge kann es in manchen Regionen wie beispielsweise auch in Deutschland einen „Arctic Outbreak“ mit eiskaltem Wetter und extrem niedrigen Temperaturen geben.

MonatWetter-Ereignis Polarwirbelsplit
Februar 2018Polarwirbelsplit: Februar und März zu kalt
Januar 2013Polarwirbelsplit: Januar normale Temperaturen, Februar und März zu kalt
Januar 2009Polarwirbelsplit: Januar zu kalt, Februar normale Temperaturen
Quelle: wetterprognose-wettervorhersage.de

Wetter in Deutschland: Polarwirbel instabil – das sind die Folgen

Ein Faktor, der eine zentrale Rolle beim Zusammenbruch des Polarwirbels spielt, ist ein sogenanntes Major-Warming in Höhe der Stratosphäre. Laut dem Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach liegt ein Major-Warming dann vor, wenn die Temperatur in der Stratosphäre in nur wenigen Tagen um mehr als 50 Grad Celsius ansteigt. Dies hat enorme Auswirkungen auf die Zirkulationsverhältnisse in der Stratosphäre und sorgt damit für ein Zerbrechen des Polarwirbels in mehrere kleine Wirbel – einen sogenannten Polarwirbelsplit. Dieser kommt nicht so selten vor, wie man vielleicht glaubt. Nach Angaben des Portals „wetterprognose-wettervorhersage.de“ lag der letzte Split des polaren Wirbels in 2018 vor.

Auch im Winter 2021 kommt es wieder zu einem Polarwirbelsplit. Der Polarwirbel teilt sich in zwei kleinere Wirbel auf. „Immer wenn des passiert, erwarten wir ein paar Wochen danach einen harten Winter-Einbruch auf der Nordhalbkugel“, erklärt der Meteorologe Jan Schenk. Doch was sind die Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland und Europa?

Polarwirbel zerbricht: Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland

Wird der Split des Polarwirbels in Deutschland für einen langen und harten Winter mit klirrender Eiseskälte sorgen? Jan Schenk unterstreicht, dass ein Zerbrechen des Polarwirbels nicht zwangsläufig für drastisches Winter-Wetter bei uns sorgt – doch die Wahrscheinlichkeit wächst von Tag zu Tag. Es werde möglicherweise ein langer Winter werden, außerdem sei es „höchst wahrscheinlich, dass es im Februar oder März nochmal einen kalten Wintereinbruch gibt, da sollten wir uns schon Mal drauf einstellen“, erklärt Meterologoge Schenk.

Steht uns in Deutschland in Sachen Wetter also vielleicht schon im Februar Eiseskälte bevor? Der Diplom-Meteorologe Dominik Jung ist da gegenüber dem Wetterdienst wetter.net ganz anderer Meinung. Dass im Februar etwas in Sachen großer Kälte zu erwarten ist, davon hält der Experte nicht viel. Er hat die wochenweisen Prognosen des europäischen Wettermodells näher betrachtet und schließt, dass sich gegen Ende Januar und Anfang Februar eher wieder mildere Temperaturen einstellen werden. Von einer großen Kältepeitsche durch die polaren Luftmassen sei nichts in Sicht.

Wetter in Deutschland: Meteorologe hat klare Meinung zum Winter-Einbruch im Februar

Auch im amerikanischen Wetter-Modell NOAA zeigt sich die Tenzend, erklärt der Diplom-Meteorologe weiter. Demnach wird der Februar in Deutschland eher mäßig zu warm. „Eine zu alte Wetterlage wird aktuell von keinem der führenden Wetter-Modelle berechnet. Wer da jetzt irgendwie Dauerfrost und die große Kältepeitsche sieht zum Monatswechsel, der muss ganz schön viel Fantasie mit sich bringen“, stellt Jung trocken klar. Ob im März ein harter Winter-Einbruch folgt, dazu äußerte sich der Meteorologe im Video nicht. (Sophia Lother)

Rubriklistenbild: © Wolfgang Zwanzger/imago-images

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