Interview: Meteorologe über die Aussichten

So wird das Wetter: „Winter ist noch nicht vorbei“

Kassel. Das Wetter schlägt langsam aufs Gemüt. Statt weißer Winterpracht ist es diesig und grau, von Sonne keine Spur. Wir sprachen mit dem Meteorologen Martin Jonas über die Aussichten für die kommenden Tage.

Herr Jonas, seit Wochen ist es nur grau und diesig, ist das normal mitten im Winter?

Martin Jonas: Ja. Normal ist ja nicht nur der Mittelwert, normal sind auch gewisse Abweichungen.

Woher kommt das trübe Wetter?

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Jonas: Ursache ist ein Hochdruckgebiet, das uns im Sommer strahlenden Sonnenschein bescheren würde. Im Winter sind die Tage kürzer und die Sonne kommt durch die Wolkendecke einfach nicht durch. Die Wolken liegen auf den Kasseler Bergen, deshalb ist es trüb und diesig.

Keine Änderung in Sicht?

Jonas: Zunächst einmal ist das ja eine ruhige, windarme Wetterlage, nur eben nicht schön und zu warm für diese Jahreszeit. Allerdings werden die Temperaturen jetzt durchaus in den Keller gehen und dann gibt es von Nordwesten her auch Schnee, ein paar Zentimeter kommen dann auch in ihrer Region zusammen.

Können wir also die Ski einpacken und beispielsweise in den Harz fahren?

Jonas: Im Harz reicht es wohl noch nicht, aber im Bayrischen Wald oder im Erzgebirge könnte es klappen. Auf dem Großen Arber liegt ein Meter Schnee, auf dem Fichtelberg 40 Zentimeter. Und da kommt jetzt noch was dazu.

Winterurlauber in den Alpen waren bisher auch nicht gerade verwöhnt.

Jonas: Der Dauerregen am vergangenen Wochenende hat die Schneedecke natürlich beeinträchtigt, aber in den hohen Lagen in den Alpen ist schon Schnee herunter gekommen. Und die Schneelage wird sich tendenziell verbessern, in den Tälern gibt es wenigstens eine Puderzuckerauflage.

Können wir hier daheim auch mal mit Sonne rechnen?

Jonas: Im Nordwesten Deutschlands stehen die Chancen nicht schlecht, ob das bis in den Kasseler Raum reicht, muss man abwarten. Aber geben Sie die Hoffnung nicht auf!

Wie sieht es denn am übernächsten Wochenende aus, ist der Puderzucker wieder weg?

Jonas: Das wäre jetzt wirklich Spekulation. Wir haben natürlich die Modelle der verschiedensten Wetterdienste hier und verlassen uns auf das Europäische Zentrum für Mittelfristvorhersagen, in dem sich über 20 Dienste zusammen getan haben. Die lassen 50 mal ihr Modell rechnen unter verschiedenen Anfangsbedingungen. Sind die Ergebnisse auch unterschiedlich, kann man keine verlässliche Aussage treffen. Sind sie gleich, ist eine Vorhersage möglich. Das ist für das übernächste Wochenende aber nicht der Fall, deshalb legen wir uns nicht fest.

Wo würden Sie jetzt hinfahren, wenn Sie in Sachen Sonne sicher gehen wollen?

Jonas: Aktuell scheint am westlichen Mittelmeer die Sonne, natürlich ist das kein Hochsommer, aber die Temperaturen kratzen an der 20-Grad-Marke. Die Kanaren haben über 20 Grad, das gilt auch für Nordafrika. In der Türkei und Griechenland dagegen bestimmen Schnee und Kaltluft das Wetter.

Kommt denn auch bei uns noch ein knackiger Winter?

Jonas: Der Winter ist noch nicht vorbei. Wenn man sich die Klimadaten anschaut, ist im Februar noch alles möglich, auch knackige Kälte um minus 20 Grad.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

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