Wann das Bibbern ein Ende hat

Das war die bislang kälteste Nacht

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Dick einpacken musste man sich in den vergangenen Tagen.

Berlin/Kiew - Temperaturen im zweistelligen Minusbereich: Die Nacht zum Mittwoch war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes die bisher kälteste Nacht dieses Winters in Norddeutschland.

Das Bibbern hat bald ein Ende: In den nächsten Tagen soll es wieder milder werden. Im Süden der Republik war der Frost besonders grimmig: Nach tagelangem Schneefall präsentierte sich die Zugspitze am Mittwoch bei minus 22 Grad als winterweißes Schneeparadies. Auf dem 2962 Meter hohen Gipfel wurde eine Schneehöhe von 190 Zentimetern gemessen. In Ostenfeld bei Husum waren es in der Nacht zum Mittwoch minus 16,8 Grad und in Kiel minus 13,5 Grad.

Ungewöhnlich viel Schnee gibt es in Sachsen, wo glatte Straßen auch am Mittwoch zahlreiche Unfälle verursachten. Die Lage habe sich aber weitgehend normalisiert, sagte ein Sprecher des Verkehrswarndienstes. „Die Autofahrer haben sich an die Glätte gewöhnt.“ Am Dienstag noch hatten mehrere hundert Autofahrer wegen starker Schneefälle die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen müssen. Aus Sorge vor einer übermäßigen Belastung von Dächern durch die Schneemassen sperrte die Stadt Chemnitz Turnhallen, Schwimmbäder und das Stadtbad. Am Mittwoch lagen in Dresden und Chemnitz 26 Zentimeter Schnee.

So wird das Wetter in Ihrer Region

Spätestens von Samstag an soll es aber auch in Sachsen wieder tauen. „Es wird milder“, sagte Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst am Mittwoch in Offenbach. Der Grund: Für Meteorologen zählt der Dezember noch nicht zu den „richtigen“ Wintermonaten. Er ist noch „Übergangsmonat“ zwischen Herbst und Winter, in dem die atlantischen Tiefdruckgebiete noch keine einheitliche Zugbahn haben. Zieht das Tief weit im Norden an uns vorbei, strömt milde Luft aus dem Süden heran. Liegt das Tiefdruckgebiet jedoch über uns oder über Skandinavien, führt es kalte Luftmassen polaren Ursprungs heran.

Die Lage im Ausland

In der Ukraine herrscht nach Rekordschneefällen eine teilweise kritische Lage. Rund um die Hauptstadt Kiew mussten am Mittwoch weiter Zehntausende Menschen ohne Strom auskommen. Dem Zivilschutzministerium zufolge waren landesweit fast 600 Ortschaften von der Energieversorgung abgeschnitten. Nach Angaben des Wetterdienstes fiel in den ersten Dezembertagen in der Zentralukraine die sonst für einen ganzen Monat übliche Niederschlagsmenge. In Kiew schneite es zuletzt 1930 so heftig.

Wetter-Weisheiten: Welche Sprüche wirklich stimmen

Wetter Bauernregeln
Ist der Januar feucht und lau, wird das Frühjahr trocken und rau. Falsch! Es gibt keinen gesicherten Zusammenhang zwischen einem feuchten Januar und einem trockenen Frühjahr – die Wahrscheinlichkeit liegt gerade mal bei 50 Prozent. © dpa
Wetter Bauernregeln
Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß. Stimmt! Allerdings ist dieser Zusammenhang nur sehr schwach. Für den kommenden Sommer hieße das trotzdem: viel Sonne und tropische Temperaturen, denn heuer war’s im Januar weiß und kalt. © dpa
Wetter Bauernregeln
Friert es auf Vigilius (31.1.), im Märzen Kälte kommen muss. Volltreffer! Liegen die Temperaturen Ende Januar unter dem Gefrierpunkt, ist es oft auch im März bitterkalt. Heuer gab‘s in München an diesem Tag keinen Frost, der März könnte also mild ausfallen. © dpa
Wetter Bauernregeln
Ist der Februar sehr warm, friert man Ostern bis in den Darm. Quatsch! Auch wenn die Wortwahl das Wetter nun sehr anschaulich beschreibt: An dieser Bauernregel ist nix dran. © dpa
Wetter Bauernregeln
Scheint an Lichtmess (2.2.) die Sonne heiß, kommt noch sehr viel Schnee und Eis. Richtig! Scheint die Sonne Anfang Februar häufiger als normal, ist es mit einer Wahrscheinlichkeit von über 70 Prozent im Februar und März frostig und kalt. Das liegt an der sogenannten Erhaltungsneigung des Wetters: Bringt ein Hochdruckgebiet Anfang Februar viel Sonne, bleibt das Wetter oft gleich über mehrere Wochen schön. © dpa
Wetter Bauernregeln
Felix und Petrus (21./22.2.) zeigen an, was wir 40 Tage für Wetter han. Richtig! In ganz Deutschland stimmt diese Regel in zwei Drittel aller Fälle. Regnet es an diesen Tagen nicht, bleiben auch die kommenden Wochen trocken – gleicher Zusammenhang gilt für die Temperaturen. © dpa
Wetter Bauernregeln
Im Februar Schnee und Eis, macht den Sommer lang und heiß. Schön wär’s! Auf einen kalten Februar folgt nicht zwangsläufig ein schöner Sommer – die Wahrscheinlichkeit liegt gerade einmal bei 50 Prozent. Schade eigentlich… © dpa
Wetter Bauernregeln
Im März viel Schnee und Regen bringt wenig Sommersegen. Blödsinn! Untersuchungen zeigen keinen Zusammenhang. Man darf also auch nach einem verschneiten März auf einen Super-Sommer hoffen! © dpa
Wetter Bauernregeln
Wenn es Kunigunden (3.3.) friert, sie’s noch 40 Nächte spürt. Stimmt nur tendenziell! In Süddeutschland trifft diese Regel mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent zu. © dpa
Wetter Bauernregeln
Friert es auf Gertrude (17.3.), der Winter 40 Tage nicht ruht. Stimmt überwiegend! Ist es Mitte März unterdurchschnittlich kalt, bleibt die zweite Märzhälfte zumindest mit einer Wahrscheinlichkeit von um die 60 Prozent kalt. © dpa
Wetter Bauernregeln
Wie das Wetter zu Frühlingsanfang (21.3.), ist es den ganzen Sommer lang. Stimmt! Entscheidend sind die Tage um diesen Stichtag. Wahr ist, dass es bei wenig Regen in diesen Tagen in sechs von zehn Sommern niederschlagsarm bleibt. Ist es hier zu warm und sonnig, bleiben Juni und Juli zu fast 70 Prozent schön. © dpa
Wetter Bauernregeln
Hält St. Ruprecht (28.3.) den Himmel rein, so wird es auch im Juli sein. Stimmt! Scheint dann die Sonne, ist der Juli mit über 72 Prozent Wahrscheinlichkeit sonniger als normal. Schlechtes Wetter um den 28.3. bringt mit 60-prozentiger Sicherheit auch einen trüben Juli. © dpa
Wetter Bauernregeln
Gibt’s im April mehr Regen als Sonnenschein, wird warm und trocken der Juni sein. Stimmt überwiegend nicht! Lediglich im Osten der Republik trifft die Regel in sechs von zehn Jahren zu. Prinzipiell ist aber kaum ein Zusammenhang zwischen April- und Juniwetter nachgewiesen. © dpa
Wetter Bauernregeln
Wenn’s viel regnet am Amantiustag (8.4.), ein dürrer Sommer folgen mag. Stimmt nur für den Süden! Hier liegt die Wahrscheinlichkeit für einen trockenen Sommer sogar zwischen 70 und 80 Prozent, wenn es Anfang April mindestens doppelt so viel geregnet hat wie üblich. © dpa
Wetter Bauernregeln
Auf einen nassen Mai folgt ein trockener Juni. Stimmt nur für den Süden! Im Großteil Deutschlands folgen auf einen nassen Mai genauso oft feuchte wie trockene Monate, in Ostdeutschland stimmt sogar das Gegenteil. © dpa
Wetter Bauernregeln
Das Wetter am Siebenschläfertag (27.6.), sieben Wochen bleiben mag. Stimmt! Diese bekannte Regel trifft vor allem dann zu, wenn man als Datum den 7. Juli hernimmt – das ist nämlich nach der Kalenderreform der wahre Siebenschläfertag. Am meisten trifft die Regel für uns im Süden zu. Dieser Tag ist übrigens der Gedenktag für die Sieben Schläfer von Ephesus und Lostag für Bauernregeln und hat nichts mit dem Nagetier zu tun. © dpa
Wetter Bauernregeln
Gießt’s an St. Gallus (16.10.) wie ein Fass, wird der nächste Sommer nass. Stimmt nicht! Hier besteht kein nachweisbarer Zusammenhang. Wieder einmal trifft die Bauernregel am ehesten für den Süden Deutschlands zu. © dpa
Wetter Bauernregeln
Ist’s an Weihnachten kalt, ist kurz der Winter, das Frühjahr kommt bald. Stimmt! Durchschnittlich folgt in fast sieben von zehn Fällen auf ein kaltes Fest ein zu warmer Februar. Heuer an Weihnachten war’s in München mit Temperaturen knapp über null Grad relativ mild, der Frühling lässt noch auf sich warten. © dpa
Wetter Bauernregeln
Ist’s an Weihnachten kalt, ist kurz der Winter, das Frühjahr kommt bald. Stimmt! Durchschnittlich folgt in fast sieben von zehn Fällen auf ein kaltes Fest ein zu warmer Februar. Heuer an Weihnachten war’s in München mit Temperaturen knapp über null Grad relativ mild, der Frühling lässt noch auf sich warten. © dpa

In England führten gefrierender Nebel und eisige Temperaturen am Mittwochmorgen zu Problemen auf mehreren Flughäfen, Straßen und Zugstrecken geführt. In London Heathrow mussten bis zu 70 Flüge gestrichen werden, weil sie wegen des Nebels nicht starten konnten, wie der Flughafen mitteilte. Darunter waren auch mehrere in Richtung Deutschland. In den kommenden Tagen soll es wärmer werden. Gleichzeitig aber soll der Regen zurückkommen, der in England und Wales Ende November für schwere Überschwemmungen gesorgt hatte.

dpa

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