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Temperaturen deutlich zu mild: Ist der Januar-Winter schon gelaufen?

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Von: Paul Bröker

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Schnee im Flachland samt Rutschpartie auf zugefrorenen Seen: Wer sich darauf gefreut hat, den enttäuschen vermutlich die Wetter-Aussichten für den Januar.

Kassel – Am vergangenen Wochenende haben wieder viele Menschen die Mittelgebirge gestürmt, in Nordhessen etwa das Hohe Gras im Habichtswald bei Kassel. Die Ausflügler waren auf der Suche nach dem Winter, der sich bisher in den Niederungen kaum hat blicken lassen.

„Im Vorfeld dieses Winters wurden wieder einmal die kuriosesten Meldungen abgesetzt“, sagt Dominik Jung, Diplom-Meteorologe vom Wetterportal wetter.net. Es sei ein sehr kalter und schneereicher Winter vermutet worden – viel kälter als der vergangene. „Doch davon ist nichts eingetreten. Eher das Gegenteil ist passiert“, so der Wetterexperte.

La Niña und der Polarwirbel hätten bisher keinen Einfluss auf unser Winterwetter gehabt. Vom 1. Dezember bis zum 9. Januar sei der Winter sogar 2,5 Grad wärmer als das langjährige Klimamittel gewesen. „Der Winter ist auf bestem Weg zu einem extremen Mildwinter zu werden“, schlussfolgert Dominik Jung. Auch die nächsten Tage zeigten keinerlei Winterwetter in den Wetterkarten, erklärt Jung. Es bleibe deutschlandweit trocken und in den Niederungen bis 8 Grad mild. Ist der Winter im Januar damit schon gelaufen?

Winterwetter? Das gibt‘s für die Hessen nur in den Höhenlagen.
Winterwetter? Das gibt‘s für die Hessen nur in den Höhenlagen. © Margus Ansu/imago

Winter schon vorbei? Wetterexperte rechnet für Januar mit milden Temperaturen

„Ich gehe nicht davon aus, dass es im Januar noch große und bedeutsame Wintereinbrüche geben wird“, sagt Diplom-Meteorologe Jung. „Ich gehe sogar soweit und sage: Der Januar-Winter ist gelaufen.“

Auf kurze Sicht lege sich ein „stabiles Hoch“ fast über ganz Europa und Wetter finde daher kaum noch statt. Besonders in den Niederungen bleibe es sehr mild. Die Tageswerte erreichen Dominik Jung zufolge zwei bis acht Grad. Nur nachts werde es voraussichtlich leichten bis mäßigen Frost geben.

Damit falle auch der zweite meteorologische Wintermonat, der Januar, zu warm aus. „Der Winter hat im Januar offenbar genauso wenig Chancen wie im Dezember. Die Prognosen vom US-Wetterdienst NOAA, der einen milden Winter angekündigt hatte, scheinen sich zu bewahrheiten“, erklärt der Diplom-Meteorologe von Wetter.net.

Winter-Wetter: Autofahrer bleiben vermutlich immerhin von Verkehrschaos verschont

Für Winterfreunde gibt es daher auch in diesem Winter kaum etwas zu holen. Zwar wurden hier und da große Hoffnungen auf Schnee und auch mal Dauerfrost geschürt, doch weit und breit sei nichts davon zu sehen. Es gehe mild weiter. Am Tag gibt es selbst in den höheren Lagen in dieser Woche leichtes Tauwetter. Einzig in den Höhenlagen, wozu in Hessen zum Beispiel Rhön und Taunus gehören, ist Rodelspaß verlässlich möglich.

Einen Vorteil hat das milde Wetter immerhin: Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer müssen sich nicht durch Schneemassen kämpfen. Schneeglätte, Starkregen und Stürme stellen damit ebenfalls keine Behinderung dar. Das übliche Winterchaos auf den Straßen bleibt aus. „Es geht einfach nur ruhig weiter“, bekräftigt Diplom-Meteorologe Dominik Jung. (Paul Bröker)

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