Auch Montag noch Ausfälle

Behinderungen: Starker Schneefall in Region

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Starker Schneefall in Region sorgt für Behinderungen

Kassel/Göttingen. Durch starke Schneefälle kam es am Sonntag in Nordhessen und Südniedersachsen zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Teilweise fuhr der ÖPNV nur eingeschränkt, es kam teils zu massiven Verspätungen. 

Die Prognose: Auch Montag soll es zu Ausfällen und Verspätungen kommen. "Aufgrund der aktuellen Wetterlage und der Prognose mit weiteren Unwetterwarnungen für die Region wird es in ganz Nordhessen auch am Wochenbeginn zu Beeinträchtigungen, Ausfällen und Verspätungen beim Öffentlichen Nahverkehr kommen."

Aktualisiert um 18.56 Uhr

Das schrieb der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) am Sonntagabend in einer Pressemitteilung. Und weiter: "Dazu kommen aufgrund des Fahrplanwechsels neue Fahrpläne und Fahrrouten vor allem im regionalen Busverkehr. Der NVV bittet seine Fahrgäste um Verständnis, wenn Züge, Regiotrams und Busse durch Eis und Schnee nicht wie gewohnt unterwegs sein können.

Von der Kasseler Verkehrsgesellschaft indes kam wenige Minuten später am Abend eine leichte Entwarnung: "Die Lage im ÖPNV in Kassel und Umgebung hat sich wieder etwas beruhigt. Derzeit fahren alle Busse und Bahnen ihre regulären Routen." Ausnahmen seien die Linie 37, die in Vollmarshausen endet, und die Linie 39, deren Busse nur bis Dörnhagen fahren.

Angesichts des starken Schneefalls war die Lage auf Kassels Straßen am Sonntagmorgen katastrophal: Die Schneedecke auf den Straßen war geschlossen, Autofahrer kamen oft nur langsam voran. Auch im öffentlichen Nahverkehr gab es massive Behinderungen durch den starken Schneefall. Ab 7.30 Uhr kam es laut KVG-Sprecherin Heidi Hamdad zu zahlreichen Ausfällen und starken Verspätungen, vor allem auf Buslinien. Starke Steigungsstrecken mussten gestrichen werden.

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Die Linien 10 und 24 fuhren tagsüber nur bis zur Ahnatalstraße. Am Abend gab es für diese beiden Linien aber Entwarnung: Mittlerweile fahren sie wieder die Rasenallee an - allerdings über die Ahnatal- und die Seebergstraße.

Weil wegen des Schnees die Rillen der Gleise verstopften, gab es teilweise auch bei den Trams Probleme. Die Linie 3 fuhr seit 10 Uhr nur bis zum Bahnhof Wilhelmshöhe, von dort bis zur Endhaltestelle Druseltal pendelte ein Bus. Seit 16.22 Uhr ist die Strecke aber wieder frei, die Linie 3 fährt wieder zur Endhaltestelle Druseltal. Der Versuch der KVG, Taxen auf den gesperrten Strecken zu organisieren, scheiterte: Die Taxizentralen waren völlig überlastet.

Die Fahrgäste werden informiert über elektronische Fahrplananzeiger an den Haltestellen, per Haltestellendurchsagen, sie können das NVV-Servicetelefon anrufen, und Eilmeldungen werden über Twitter veröffentlicht.

Fotostrecke: Starke Schneefälle in Kassel

Impressionen: Starke Schneefälle in Kassel

Die Autobahnen 7 und 49 waren in der Region bis Sonntagmittag teilweise nicht oder nur teilweise geräumt, die Autofahrer kämpften sich durch den Schnee. Die Winterdienste kamen nicht hinterher, weil immer neuer Schnee fiel.

Altkreis Münden: Durch den Schneefall am Sonntag kam es nach Angaben der Polizei in Hann. Münden im Stadtgebiet von Hann. Münden sowie in der Umgebung zu mehreren Verkehrsunfällen auf schneeglatten Straßen. Die verliefen aber alle glimpflich ab, es gab Blechschäden, aber es wurde niemand verletzt. Die Mitarbeiter der Winterdienste, sowohl die der Kommnalen Dienste Münden als auch der Straßenmeisterei Göttingen und der Autobahnmeisterei Göttingen, hatten bei den Schneemassen, die vom Himmel fielen, alle Hände voll zu tun, um die Fahrbahnen frei zu räumen. „Der Verkehr auf der Autobahn fließt“, sagte am Sonntagnachmittag Martin Rohloff, Leiter der Autobahnmeisterei.

Auch im Werra-Meißner-Kreis gab es starken Schneefall und in den bergigen Regionen des Meißners und in Neu-Eichenberg starken Wind mit Böen. Für Mutige war dennoch der kleine Skilift am Naturfreundehaus in Betrieb. Die Straßenmeisterei für den Bereich Witzenhausen und Meißner war seit Sonntagfrüh, 2.30 Uhr, mit zehn Fahrzeugen im Dauereinsatz, um den Schnee wegzuschieben und zu streuen. Am Sonntagabend waren die Bundesstraßen 80 und 27 deshalb weitgehend gut befahrbar. Schlecht waren die Straßenverhältnisse aber auf den kleinen Straßen, Nebenstrecken und in den Innenstädten. Die Polizei in Eschwege meldete bislang trotzdem keine größeren Unfälle. Im Bereich Wanfried und Hasselbach kam es lediglich zu zwei kleineren Blechschäden, einige Autos landeten im Graben. Menschen wurden nicht verletzt.

Nichts ging mehr auch im Wolfhager Land. Aufgrund der heftigen Schneefälle appellierte die Polizei, nur Fahrten mit dem Auto zu unternehmen, die unbedingt notwendig sind. Die Räumdienste seien zwar im Einsatz, könnten jedoch die Schneemassen nicht bewältigen. "Die fahren eine Strecke ab und eine halbe Stunde später ist alles wieder dicht", sagte ein Polizeisprecher. Im Laufe des Vormittags landeten einige Autofahrer mit ihrem Wagen im Graben. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen bis zum Abend nicht. 

Trotz des heftigen Schneefalls blieb das Chaos auf den Straßen im Uslarer Land und der Nachbargemeinde Bodenfelde sowie im Raum Northeim aus. Die Erklärung liegt auf der Hand, heißt es bei der Polizei: Die Leute sehen den Schnee auf der Straße und fahren entsprechend vorsichtig.

Erste Straßensperrung in Diemelsee

Im gesamten Gebiet von Diemelsee war durch starken Schneefall und damit verbundenen Schneeverwehungen Winterausrüstung unbedingt  erforderlich. Die Gemeindestraße zwischen Stormbruch und Bontkirchen war nicht mehr befahrbar, die Fahrzeuge blieben in den Schneemassen stecken.  Wer von Diemelsee aus mit dem Pkw nach Brilon fahren wollte, sollte den kleinen Umweg über die Diemeltalsperre in Kauf nehmen.  

Im Bereich Göttingen haben sich die Autofahrer auf den Wintereinbruch eingestellt. Es kam lediglich zu einigen Blechschäden: Einige Autofahrer waren mit ihren Wagen durch die Schneeglätte zum Beispiel gegen geparkte Autos geprallt. Am Bahnhof Göttingen stieß ein Wagen gegen eine Ampel. Die blieb unbeschädigt. Lediglich das Auto hatte geringe Schäden. Die Räum- und Streudienste waren insbesondere auf den Hauptstrecken im Einsatz. Deshalb entspannte sich die Situation nach und nach. Bei einigen Fahrzeugen machte allerdings die Technik durch die niedrigen Temperaturen schlapp.

Mit „technischen Problemen am Zug“ und „Signalstörungen“ hatte die Deutsche Bahn im Fernverkehr zu kämpfen. Deshalb hatten einige ICE gut 30 Minuten Verspätungen. Viele Fahrgäste nutzten die unfreiwillige Wartezeit, um sich mit heißen Getränken aufzuwärmen.

"Uns machen 30 cm Schnee weniger aus als Städtern drei"

In Hessens kleinster Stadt, Schwarzenborn, im Hohen Knüll wehte am Sonntagmittag zum ununterbrochenen Schneefall ein starker Wind. Wie Bürgermeister Jürgen Kaufmann auf HNA-Anfrage berichtete, bildeten sich bereits Schneeverwehungen, die Straßen wurden geräumt, die Stadt hatte etwa die Zufahrt zum Knüllköpfen ("Windecke", 635 Meter) freizuhalten. Wirkliche Probleme gab es in und rund um Schwarzenborn aber nicht, sagte Kaufmann: "Uns machen 30 Zentimeter Neuschnee weniger aus, als Städtern drei Zentimeter."

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Schneeglätte: Auto überschlägt sich

Anhaltender Schneefall sorgte in der ganzen Schwalm für eine beachtliche Schneedecke, die Polizei in Ziegenhain beobachtete am aber trotzdem keine gravierenden Probleme im Straßenverkehr. Viele verzichteten am 2. Advent offenbar darauf, das Auto zu benutzen, sagte ein Sprecher. In den Städten und Dörfern waren die Menschen dabei seit dem Morgen emsig dabei, die Schneemassen zu räumen.

Die Straßenmeisterei Schwalmstadt war mit sieben Fahrzeugen im Dauereinsatz. Nach Angaben eines Sprechers gab es auf den rund 360 Streckenkilometern der Meisterei im Verlauf des Sonntags keine Probleme, größere Unfälle seien ausgeblieben. In den Höhenlagen bildeten sich bei starkem Wind allerdings Schneeverwehungen. Die zweite Schicht ist seit 13 Uhr im Einsatz und wird voraussichtlich bis gegen 23 Uhr räumen und streuen.

Fotostrecke: Starker Schneefall in der Schwalm

Starke Schneefälle in der Schwalm

Um die zehn Zentimeter fielen auch in den Niederungen von Waldhessen und blieben auf dem leicht gefrorenen Boden liegen. Auf den Straßen in Stadt und Land bremste die weiße Pracht zwar die Autofahrer ein wenig, doch Unfälle wurden nicht gemeldet. Etwas problematischer war die Situation nach Auskunft eines Polizeisprechers auf den Steigungsstrecken der Autobahnen. Gegen Mittag beruhigte sich das Wetter wieder, der Schneefall ließ nach.

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg blieb es unterdessen zunächst weitgehend ruhig. Die Straßen waren stark verschneit, es kam laut Polizei aber noch nicht zu größeren Unfällen.  

Weitere Schneefälle drohen

Die weiteren Unwetterwarnungen betreffen die Landkreise Northeim, Göttingen, Kassel, Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner. Der DWD warnt: Straßen und Schienenwege können unpassierbar sein. Unter anderem können Bäume unter der großen Schneelast zusammenbrechen. Die Experten raten dringend dazu, Autofahrten wegen der Gefahren zu vermeiden. (rpp/gör/rud/ewa/aqu/ks/sch/bsc/fsz/fsd)

Aktuelle Unwetterwarnungen des DWD finden Sie hier.

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