Skurrile Gestalten bestimmen Wave-Gotik-Treffen in Leipzig

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Eine Teilnehmerin des Wave Gotik Treffens sitzt  auf einer Wiese in Leipzig bei einem sogenannten viktorianischen Picknick. Leipzig steht am Pfingstwochenende ganz im Zeichen des Wave-Gotik-Treffens.

Leipzig. Leipzig ist wieder das Zentrum düsterer Gestalten. Das Gotik-Treffen ist auch ein Wettstreit um die tollste Verkleidung. Zum Entspannen gibt es „Gothik-Eis“ und einen „Blut-Kuss“.

Shan Dark hat zu Pfingsten immer einen Termin. Sie macht sich alljährlich von Mainz auf den Weg nach Leipzig - zum Wave-Gotik-Treffen (WGT). Schon zum elften Mal ist sie dabei - und noch immer begeistert. „Es ist einfach das größte, beste Treffen, das es in der Szene gibt“, sagt die 37-jährige Marketingfachfrau und Bloggerin.

Bilder vom WGT in Leipzig 2012

Das "Gruftikabinett": Skurrile Bilder vom Wave-Gotik-Treffen in Leipzig

Die Veranstalter erwarteten rund 20.000 Besucher - ein Niveau, das das WGT seit vielen Jahren erreicht. Zahlreiche Gäste kommen aus dem Ausland. Mehr als 200 Künstler stehen bei dem viertägigen Festival auf dem Programm - darunter bekannte Düster-Bands wie Mono Inc. oder die Dreadful Shadows. „Aber das eigentlich Besondere in Leipzig ist die Vielfalt, sind die kleinen Bands“, meint Shan Dark. „Hier kann man was entdecken.“

Anders als die großen Rockfestivals ist das WGT nicht auf ein umzäuntes Gelände beschränkt. Konzerte, Führungen, Ausstellungen gibt es in der ganzen Stadt. Die Veranstalter sind Kooperationen mit der Oper und dem Centraltheater eingegangen. Und so kommt es, dass in den roten Plüschsesseln des Schauspiels teils bizarr kostümierte und grell geschminkte Gestalten Platz nehmen und Konzerten lauschen. Einer der Höhepunkte ist der Opernauftritt des spanischen Weltstars Montserrat Caballé.

Händler und Tourismusmanager in Leipzig haben sich auf die düsteren Besucher eingestellt. Rudi de Luca, Chef eines italienischen Eiscafés in der Innenstadt, zum Beispiel hat das „Gothik Eis“ kreiert: ein sehr dunkles Schokoeis mit Schwarzer Johannisbeere und schwarzem Wodka, oder eines mit einem „Blut-Kuss“ aus Himbeersoße. „Wir haben eine sehr gute Resonanz“, sagt de Luca.

Dass das WGT vom Kommerz begleitet wird und dass einige Gäste es als Schaulaufen für Fotografen zu nutzen scheinen, ruft auch Kritik hervor. Doch die langjährigen Besucher kommen immer wieder. Am WGT gefalle ihr einfach alles, sagt die 30-jährige Diana aus Chemnitz, die schon zum zehnten Mal da ist. Ihre Freundin Manuela (38) hat ihre vier und acht Jahre alten Töchter dabei. „Es war ihr Wunsch. Sonst hätte ich sie nicht mitgenommen.“ Und auch Shan Dark wird wohl auch im kommenden Jahr Pfingsten nicht in Mainz verbringen. Das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig, sagt sie, sei „wie ein schwarzes Urlaubsland“. (dpa)

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