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Affenpocken: Erste Fälle bei Kindern - WHO erklärt Ausbruch zu einer internationalen Notlage

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft wegen der Ausbreitung der Affenpocken einen weltweiten Gesundheitsnotstand aus.

Update, 16.20 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Affenpocken-Ausbruch in mehr als 50 Ländern zu einer „Notlage von internationaler Tragweite“ erklärt. Das gab WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Samstag bei einer Pressekonferenz bekannt. Die Einstufung soll die Aufmerksamkeit der Mitgliedsländer erhöhen, hat aber keine direkten praktischen Folgen, denn die Regierungen entscheiden selbst über etwaige Maßnahmen in ihren Ländern.

In den USA sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC mittlerweile zwei Fälle von Affenpocken bei Kindern bestätigt worden. Beide seien in dieser Woche nachgewiesen worden, sagte die stellvertretende Leiterin der CDC-Abteilung für Krankheitserreger mit hohem Risiko und Pathologie, Jennifer McQuiston, am Freitagabend (22. Juli, Ortszeit). Insgesamt gebe es in den USA inzwischen mehr als 2800 bestätigte Fälle.

Affenpocken
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat den Affenpocken-Ausbruch zu einer „Notlage von internationaler Tragweite” erklärt. In den USA sind jetzt erste Fälle von Infektionen bei Kindern aufgetreten (Symbolbild) © Cynthia S. Goldsmith/Russell Regner/CDC/AP/dpa

Gesundheitsnotstand bisher nur sechsmal ausgerufen - zuletzt wegen Corona

Erstmeldung: Genf - WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus wird um 15 Uhr eine virtuelle Pressekonferenz geben, wie die Organisation mit Sitz in Genf am Freitagabend mitteilte. Er wird dabei die Ergebnisse der Sitzung des WHO-Notfallkomitees vom Donnerstag bekannt geben.

Bei ihrer ersten Dringlichkeitssitzung zu den Affenpocken im Juni hatten die Experten dem WHO-Generalsekretär noch davon abgeraten, die höchste Alarmstufe auszurufen. Seitdem haben sich die Infektionsfälle jedoch weiter ausgebreitet. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC wurden inzwischen mehr als 15.800 Fälle in 72 Ländern registriert. Tedros zeigte sich am Donnerstag (21. Juli) bei der knapp sechsstündigen Sitzung des Notfallkomitees „besorgt“ über die Zunahme der Fälle.

Der Gesundheitsnotstand wurde bisher nur sechs Mal ausgerufen, zuletzt im Januar 2020 wegen der rasanten Ausbreitung des damals noch neuartigen Corona-Virus. Eine „Notlage von internationaler Tragweite“, so der offizielle Begriff, wird bei einem „ernsten, plötzlichen, ungewöhnlichen und unerwarteten“ Gesundheitsproblem ausgerufen, das sich in andere Länder ausbreiten kann. Damit werden internationale Maßnahmen aktiviert. Die Entscheidung liegt bei WHO-Chef Tedros.

Bei den Affenpocken handelt es sich um eine weniger gefährliche Verwandte der seit etwa 40 Jahren ausgerotteten Pocken, die üblicherweise in West- und Zentralafrika vorkommt. Seit Mai breiten sich die Affenpocken aber auch in anderen Ländern aus, vor allem in Westeuropa, darunter auch Deutschland. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt bereits eine Impfung gegen Affenpocken.

Affenpocken werden laut Studie vor allem durch sexuelle Kontakte übertragen

Zu den typischen Symptomen der Krankheit gehören hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten und Windpocken-ähnliche Pusteln. Übertragen wird die Krankheit durch engen Körper- und Hautkontakt. Laut einer am Donnerstag im Fachmagazin „New England Journal of Medicine“ veröffentlichten Studie gehen 95 Prozent der Fälle auf eine Infektion durch sexuelle Kontakte zurück. (dpa)

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