Wiedersehen in Wien: Die große Vorschau auf den ESC

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Sie ist im Wiener ESC-Finale dabei: Die polnische Sängerin Monika Kuszynska sitzt nach einem Autounfall im Rollstuhl.

Eine Polin im Rollstuhl, ein Australier und eine Deutsche, die nicht Letzte werden will, stehen beim Eurovision Song Contest im Blickpunkt. Alles was man über das Finale wissen muss.

Ralph Siegel hat es nicht ins Finale des Eurovision Song Contest (ESC) geschafft. Der Komponist, der Deutschland 1982 mit Nicoles „Ein bisschen Frieden“ den ersten Sieg bescherte und nun sagenhafte 24 Grand-Prix-Teilnahmen aufweist, schied mit mit seinem für San Marino geschriebenen Lied im zweiten Halbfinale aus. Trotzdem erwartet die weltweit 100 Millionen TV-Zuschauer am heutigen Samstag (21 Uhr, ARD) eine Riesen-Show aus Wien. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

? Gibt es in diesem Jahr einen großen Favoriten?

! Nein, die beiden Halbfinals überzeugten mit Beiträgen auf hohem Niveau, aber es stach niemand heraus. Laut Buchmachern kann sich der Schwede Måns Zelmerlöw mit seinem Mainstream-Popsong „Heroes“ gute Chancen ausrechnen. Im Halbfinale überzeugten die Skandinavier vor allem mit tollen visuellen Effekten. Auch das italienische Tenor-Trio Il Volo und der Australier Guy Sebastian mit seinem Bruno-Mars-haftigen „Tonight Again“ könnten weit vorn landen.

? Liegt Australien jetzt in Europa?

Der Australier Guy Sebastian ist einer der Favoriten.

! Natürlich nicht, aber der Wettbewerb ist auf dem fünften Kontinent trotz der Zeitverschiebung seit Jahren populär. Deshalb haben die Veranstalter Australien bei der 60. Auflage einen Platz im Finale reserviert. Down Under wird der ESC nächstes Jahr übrigens nicht stattfinden: Falls Sebastian gewinnt, wird für 2016 ein Ausrichterland in Europa gesucht.

? Wer entscheidet über den Sieger?

! Zur Hälfte eine Jury. Den Rest besorgen die Zuschauer aus allen 40 Teilnehmerländern per Anruf und SMS. Die deutschen Juroren sind die Musiker Mark Forster, Ferris MC, Johannes Strate und Leslie Clio sowie Produzent Swen Meyer (Kettcar). Das deutsche Ergebnis wird Barbara Schöneberger verkünden.

? Wer liefert die bewegendste Geschichte?

! Die vier geistig behinderten Punks aus Finnland sind leider im ersten Halbfinale ausgeschieden. Das zweite Semifinale überstanden hat dagegen die Polin Monika Kuszynska (35), die seit einem Autounfall im Rollstuhl sitzt. Sie war 2006 mit ihrer Band verunglückt und ist seitdem von der Hüfte abwärts gelähmt. Ihre Ballade „In The Name Of Love“ beschwört ebenso das friedliche Miteinander wie „A Million Voices“ der Russin Polina Gagarina. Ob der ESC tatsächlich ein bisschen Frieden in die Welt sendet, darf bezweifelt werden. Experten befürchten im Finale eine Blockbildung wie im Kalten Krieg.

? Wie schneidet Ann Sophie für Deutschland ab? 

Ann Sophie aus Hamburg will nicht Letzte werden.

! Wahrscheinlich nicht so gut. Die Buchmacher sehen die 24-Jährige weit hinten. Selbst in den Charts schaffte es ihr Lied „Black Smoke“ nur auf Platz 29. Da waren selbst die deutschen Verlierer No Angels und Cascada weitaus erfolgreicher. Immerhin steht Andreas Kümmert hinter der erkälteten Ann Sophie: Der Sänger, der den Vorentscheid gewonnen und dann verzichtet hatte, schrieb der Hamburgerin: „Bei deinem Potenzial bin ich überzeugt, dass du uns ganz viele Punkte einsammeln wirst. Keep on rockin’!“

? Sehen wir alte Bekannte wieder? 

! Ja, Vorjahressiegerin Conchita Wurst wird die Künstler hinter den Kulissen interviewen. Moderiert wird die Show von Mirjam Weichselbraun, Alice Tumler und Arabella Kiesbauer. Die einst omnipräsente Pro-7-Talkerin (1994 bis 2004) startet nach einer Mutterpause wieder durch. In Östterreich präsentiert die 46-Jährige „Bauer sucht Frau“.

In der Wiener Stadthalle wird sie zu Beginn „Merci Chérie“ anmoderieren, mit dem Udo Jürgens 1966 für Österreich gewann. Sängerin Nicole forderte sogar eine Schweigeminute für den im Dezember gestorbenen Musiker - vergeblich. Der Grand-Prix-Zirkus mag es vor allem laut.

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