Williamson trennt sich kurz vor Prozess von Anwalt

+
Hat sich wieder einen neuen Anwalt genommen: Holocaust-Leugner und Bischof der erzkonservativen Piusbruderschaft, Richard Williamson.

Regensburg - Der Holocaust-Leugner und Bischof der erzkonservativen Piusbruderschaft, Richard Williamson, hat sich erneut einen neuen Anwalt genommen.

Der Holocaust-Leugner und Bischof der erzkonservativen Piusbruderschaft, Richard Williamson, hat sich erneut einen neuen Anwalt genommen. In dem Regensburger Strafverfahren wegen Volksverhetzung ist es der mittlerweile vierte Verteidiger.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Williamson von seinem damaligen Verteidiger, einem Coburger Rechtsanwalt, getrennt. Danach hatte der 71-Jährige zunächst für den Berufungsprozess wegen Volksverhetzung einem Anwalt das Mandat übertragen, der einem damaligen “Spiegel“-Bericht zufolge der rechten Szene zugeordnet wird. Daraufhin drohten die Piusbrüder Williamson mit einem Ausschluss, falls er sich keinen neuen Anwalt nimmt. So ging der Bischof der erzkatholischen Bruderschaft dann zu Wingerter.

Prozess soll am 4. Juli neu aufgerollt werden

Der bereits für Herbst 2010 geplante Prozess vor dem Regensburger Landgericht wurde wegen der Anwaltswechsel verschoben und sollte nun am 4. Juli neu aufgerollt werden. Von dem Gericht war am Montag keine Stellungnahme mehr zu erhalten, ob es eventuell erneut zu einer Verzögerung kommt. Auch der neue Verteidiger, laut Wingerter ein in Frankfurt am Main praktizierender Honorarprofessor der Marburger Universität, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Williamson hatte in einem im Pius-Priesterseminar nahe Regensburg aufgezeichneten Fernsehinterview den Massenmord an den Juden in den Nazi-Gaskammern bestritten. Der Fall hatte die gesamte katholische Weltkirche in eine Krise gestürzt. Das Regensburger Amtsgericht hatte Williamson deswegen zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro (100 Tagessätze zu je 100 Euro) verurteilt. Gegen das Urteil legten beide Seiten, Verteidigung und Staatsanwaltschaft, Rechtsmittel ein.

Wingerter meinte, dass Williamson gute Aussichten auf einen Freispruch habe, wenn man vor Gericht argumentiert, dass die Äußerungen vor der Kamera eines schwedischen TV-Teams nicht öffentlich und nicht zur Ausstrahlung in Deutschland gewesen seien. Williamson wolle dies allerdings so nicht, sagte der Rechtsanwalt: “Er meint, man könnte den Holocaust in Zweifel ziehen.“ Solch eine Strategie mache aber keinen Sinn vor deutschen Gerichten, sagte Wingerter, der sich auch von den Ansichten Williamsons distanzierte.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.