Niedersachsen besonders betroffen

Winter sorgt für spiegelglatte Straßen - vielerorts Unfälle und Stürze

Kassel. Schneefall und Blitzeis haben in Teilen Deutschlands für abenteuerliche Verhältnisse auf den Straßen gesorgt. Eine Übersicht.

Besonders betroffen waren Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. 

Nahe Hannover starb am Samstagabend ein Autofahrer, als sein Wagen von der verschneiten Straße rutschte und mit voller Wucht gegen einen Baum krachte.

Bei einer Karambolage auf der eisglatten Autobahn 46 bei Iserlohn wurden mindestens sechs Menschen verletzt, darunter mehrere Kinder. Fünf Autos seien an dem Unfall beteiligt gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Aktualisiert um 16.30 Uhr

Auch auf der A30 in Ostwestfalen krachten zahlreiche Autos ineinander. Bei der Massenkarambolage mit zwei Lastwagen und 14 Autos seien mit viel Glück nur vier Menschen leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Nach einem kleinen Auffahrunfall in der Nähe von Löhne habe es auf der eisigen Fahrbahn eine Kettenreaktion gegeben.

Schneefall und Eisregen haben auch für eine Vielzahl von Glätteunfällen im Kreis Northeim gesorgt. Dabei sind zehntausende Euro Schaden entstanden. Unter anderem wurden zwischen Hohnstedt und Ahlshausen vier Menschen leicht verletzt. Ein 20-jähriger Fahrer aus Einbeck war mit seinem Wagen - in dem vier weitere Personen saßen - in einer Kurve ins Schleuder geraten und kam von der Straße ab.

Ein 20-Jähriger aus Kassel verlor auf der Kreisstraße zwischen Schoningen und Uslar die Kontrolle über seinen Wagen und prallte damit in eine Leitplanke. Der Fahrer blieb unverletzt. Es entstand ein Schaden von 4000 Euro.

Auch im Werra-Meißner-Kreis wurde ein Mann bei Großalmerode bei einem Unfall wegen Glätte leicht verletzt. 

InCalden verlor eine Frau wegen Glatteis die Kontrolle über ihren Wagen und kam von der Straße ab. Sie blieb dabei unverletzt. 

Auf der B3 von Gilserberg kommend in Richtung Jesberg ist ein 18-Jähriger mit seinem Wagen ins Schleudern geraten und gegen einen Telefonmast gefahren. Der Fahrer aus Gilserberg wurde schwer verletzt.

Auf den Straßen um Hann. Münden, Staufenberg und Dransfeld blieb es nach Angaben der Polizei trotz der chaotischen Verkehrssituation in der Region ruhig.

Für Niedersachsen generell rief der Deutsche Wetterdienst (DWD) die höchste Unwetter-Warnstufe aus. In Hannover wurde der Busverkehr der Verkehrsbetriebe wegen spiegelglatter Straßen eingestellt. Auch in Kassel kam es zu Behinderungen.

Größtenteils ist es nach Angaben der Polizei auf den Straßen in Hessen relativ ruhig geblieben. Es gab zwar einige Unfälle mit Blechschäden - die Schadenshöhe sei aber meist gering geblieben.

Fußgänger stürzen bei Blitzeis:

In Hamburg waren bereits am Mittag zahlreiche Fußgänger ausgerutscht und gestürzt. Die Feuerwehr der Hansestadt teilte am späten Samstagabend mit, dass zwischen 10 und 21 Uhr 392 wetterbedingte Einsätze angefallen seien. Es sei aber niemand lebensgefährlich verletzt worden.

Eisregen in Hamburg

Um Stürze zu verhindern, rät Dr. Christopher Spering, Leiter der DGOU-Sektion Prävention, und Arzt in der Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) Fußgängern bei Glatteis dazu, sich äußerst langsam und mit kleinen Schritten über den Boden zu schieben. Weitere Tipps für einen sicheren Gang gibt es hier.

Die Aussichten:

Für einzelne Landstriche gab der DWD auch für Sonntag eine Warnung vor Unwettern heraus. Vor allem im Westen und in der Mitte Deutschlands müsse erneut mit glatten Straßen gerechnet werden.

Die aktuelle Warnkarte gibt es hier.

Um alle Tipps zu sehen, bitte das Bild vergrößern.

Am Montag wird es vielerorts in der Region nur leicht bewölkt, es wird nicht wärmer als ein Grad. Am Dienstag gibt es in Nordhessen und Südniedersachsen vereinzelt Schnee, der ab Mittwoch bei Temperaturen bis vier Grad in Regen übergeht. Mehr Informationen gibt es hier.

Das steckt hinter Glatteis, Eisglätte und Co.:

Frost und Feuchtigkeit können vielerorts die Straßen in Rutschbahnen verwandeln. Gefährliche Wetterphänomene:

GLATTEIS wird durch Regen oder Sprühregen hervorgerufen, der auf gefrorenen Erdboden trifft und sofort vereist.

EISGLÄTTE entsteht, wenn Schmelzwasser und Pfützen gefrieren. Sie kommt oft überraschend, denn unmittelbar vorher muss kein Niederschlag gefallen sein.

EISREGEN ist ein überwiegend aus Eiskörnern bestehender Niederschlag.

Auch UNTERKÜHLTER REGEN, der den Boden beim Auftreffen sofort mit einem Eispanzer - dem Blitzeis - überzieht, wird so bezeichnet.

BLITZEIS bildet sich, wenn Schneekristalle auf dem Weg zur Erde in wärmeren Luftschichten zu Regen werden und später auf Frostboden fallen. Blitzeis ist kein meteorologischer Fachbegriff.

SCHNEE und REIF machen Straßen rutschig, wenn sie festgefahren auf dem Asphalt liegen. Geschmolzener Schnee kann auch glatt werden, wenn er auf der Straße wieder anfriert. (dpa/vko)

Video: Das müssen Sie bei der Kälte-Welle jetzt beachten

Weitere Informationen folgen.

Rubriklistenbild: © dpa

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