Winter 2021/2022

Kommt der Schlotter-Winter? Experte fürchtet „sibirische Eisluft“ in Deutschland

Laut Wetter-Experten sorgt im Winter 2021/22 ein Polarwirbelsplit für arktische Kälte in Deutschland. Schon ab Mittwoch? Erste Prognosen lassen zittern.

Update, 13. Oktober: Schon sehr bald – ab Mittwoch, 13. Oktober – könnte laut Wetter-Experten eine „sibirische Eisluft“, über die echo24.de* im Update vom 11. Oktober berichtet hatte, die Menschen in Deutschland zittern lassen. Der Grund für die frostige Luft ist der arktische Polarwirbel, der aufgrund von zu wenig Meereis im Nordpolarmeer instabil ist. In Folge tritt Eisluft aus: Experten sprechen vom sogenannten „Polarwirbelsplit“, der die Wetterlage weltweit und auch in Deutschland beeinflusst.

Wetter in Deutschland: Experten erwarten bald „sibirische Eisluft“

Das Portal weather.com berichtet, dass es insbesondere am Mittwoch mancherorts kalt wird. In der Alpenregion gehen die Wetter-Experten von Temperaturen zwischen null und fünf Grad Celsius aus. In einigen Mittelgebirgen in Deutschland soll es nicht so eisig werden. Das Portal weather.com rechnet am Mittwoch in Mittelgebirgen mit Temperaturen zum Teil über der 5-Grad-Marke. In ganz Deutschland sei am Mittwoch zum Teil mit Neuschnee* zu rechnen, heißt es von Meteorologen.

Die gute Nachricht ist, dass die Temperaturen zum Wochenende wieder steigen sollen. Am Freitag sind laut weather.com bis zu 16 Grad in Deutschland möglich. Zwar dominieren am Freitag in weiten Teilen der Bundesrepublik noch die Wolken, doch besonders im Süden zeigt sich ab und zu die Sonne und lässt die Temperaturen gefühlt noch um ein paar Grad steigen. Doch der letzte Rest des Goldenen Herbsts währt nicht lange – ab Mitte Oktober geht es Prognosen zufolge grau und frostig weiter.

Wetter in Deutschland: Steht eiskalter Bibber-Winter bevor?

Update, 11. Oktober: Der Polarwirbel am Nordpol bestimmt die Wetterlage auf der ganzen Welt. Wie der Name schon verrät, ist es ein Wirbel mit rund 1.000 Kilometer Durchmesser, der sich immer im Herbst über der Arktis bildet und Temperaturen von bis zu minus 80 Grad Celsius misst. In der Erstmeldung vom 5. Oktober schreibt echo24.de* über den Polarwirbel, dessen Auswirkungen auf der Menge des Meereises im Nordpolarmeer beruhen. Richtig gehört, hier spielt der Klimawandel eine tragende Rolle.

Der Grund: Wenn es wenig Meereis gibt, ist der Polarwirbel instabil und die Eiseskälte kann austreten. Experten sprechen dann vom sogenannten „Polarwirbelsplit“, der die Wetterlage weltweit mitbestimmt. Und da es in Folge des Klimawandels immer weniger Eis gibt*, gehen Meteorologen davon aus, dass es 2021 zum Polarwirbelsplit kommt und folglich eiskalte Luft auch nach Deutschland strömt. In der Erstmeldung vom 5. Oktober warnen Wetter-Experten genau davor.

Winter-Wetter in Deutschland: Polarwirbelsplit mit „sibirischer Eisluft“?

Unklar war noch, wann genau wir mit den Auswirkungen des Polarwirbelsplits rechnen müssen. Meteorologe Björn Alexander vom Sender RTL aus Köln* wagt nun eine erste zeitliche Prognose. Auch er spricht auf RTL vom Polarwirbel und kommt auf das fehlende Meereis zu sprechen. „Der Rückgang des arktischen Meereises kann – ähnlich wie im letzten Jahr beziehungsweise im Winter – mit einer nachfolgenden Schwächung des Polarwirbels einhergehen“, erklärt Björn Alexander.

Polarwirbel

Auf unserer Erde gibt es zwei Polarwirbel: Einen über der Arktis und einen über der Antarktis. Die Polarwirbel bilden sich im Herbst und lösen sich im Frühjahr wieder auf. Sie drehen sich entgegen der Drehrichtung der Erde. Auf das Wetter in Mitteleuropa hat der Polarwirbel über dem Nordpol Einfluss.

„Eine Situation, aus der sich vor allem im Hochwinter bei uns in Deutschland eine markante Wetterlage entwickeln kann.“ Zu den Monaten des Hochwinters zählen Januar und Februar bis Anfang März. Als Beispiel für eine solche „markante Wetterlage“ nennt Alexander eben den Polarwirbelsplit, der Deutschland bald kalte Polarluft oder laut Alexander sogar „sibirische Eisluft“ bescheren könnte. Ein Kälte-Schock in Deutschland mit viel Schnee ist also gar nicht einmal so unwahrscheinlich.

Winter-Wetter in Deutschland: Experte macht richtig krasse Prognose

Erstmeldung, 5. Oktober: Wie das Wetter im Winter 2021/2022 in Deutschland wird, hängt vor allem vom Polarwirbel ab. Der Polarwirbel bildet sich jeden Herbst über dem Nordpol, hat einen Durchmesser von rund 1.000 Kilometern, misst Temperaturen von bis zu minus 80 Grad und beeinflusst das Winter-Wetter in Mitteleuropa. Ist der Polarwirbel stabil, bleibt die arktische Kälte eher gebündelt über dem Nordpol. Ist er allerdings geschwächt, kann die Eiseskälte austreten und bis nach Deutschland strömen.

Da es durch den Klimawandel immer weniger Eis* gibt, welches die Meere bedeckt, ist der Polarwirbel geschwächter denn je. Und je schwächer der Wirbel ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er sich spaltet – dieses Phänomen wird Polarwirbelsplit genannt. Sollte dieser Fall eintreten, ermöglicht der Split, dass eiskalte, arktische Luft aus dem Polarwirbel ausströmen kann. Laut den Wetter-Experten ist es aufgrund des fehlendes Meereises sehr wahrscheinlich, dass genau dieser Fall in diesem Jahr eintreten wird und uns ein Polarwirbelsplit einen eisigen Winter 2021/2022 beschert, wie *echo24.de berichtet.

Winter-Wetter in Deutschland: Polarwirbelsplit 2021/2022 immer wahrscheinlicher

Die Ausdehnung des arktischen Meereises erreichte in diesem Jahr am 16. September mit 4,72 Millionen Quadratkilometern ihr Minimum, wie das US-amerikanische National Snow and Ice Datenzentrum (NSIDC) mitteilte. Das waren immerhin 1,54 Millionen Quadratkilometer mehr als im bisherigen Negativrekord-Jahr 2012, heißt es auf meereisportal.de. Dennoch ist die Fläche des Meereises verhältnismäßig sehr klein. Es sei der zwölftniedrigste Stand einer 43 Jahre alten Satellitenerfassung, sagte das NSIDC, wie wetter.de berichtet.

Auch das amerikanische Wettermodell (NOAA) prognostiziert inzwischen einen immer kälteren Winter 2021/2022 – die Hoffnungen auf Weiße Weihnachten 2021* und allgemein jede Menge Schnee in den nächsten Monaten steigen damit. Vor wenigen Wochen hat das NOAA-Modell noch einen zu warmen Winter vorausgesagt – nun hat sich diese Prognose nicht nur für Deutschland, sondern inzwischen für ganz Europa geändert.

Winter-Wetter in Deutschland: Wenig Meereis begünstigt Polarwirbelsplit

„Der Dezember könnte europaweit völlig normal temperiert ausfallen, also nicht zu kalt, aber auch nicht zu warm“, erklärt der Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net mit Blick auf das NOAA-Modell. Das dürfte dennoch einen verhältnismäßig kalten Winter bedeuten, denn in den letzten Jahren sind die Wintermonate zu warm ausgefallen. Durchschnittliche Winter-Temperaturen dürften uns mittlerweile wohl ordentlich zum Bibbern bringen.

Wie sich der Polarwirbel entwickelt, wann und ob es überhaupt zu einem Split kommt, lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau sagen. Sicher ist nur, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Polarwirbel über der Arktis sich spaltet, je weniger Meereis vorhanden ist. Mit Blick auf die geringe Menge an Eis stehen in diesem Jahr die Chancen gut und es könnte ein arktischer Winter auf Deutschland zukommen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Caroline Seidel/dpa

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