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Corona-Maskenpflicht in Schulen ohne Effekt? Virologe Stöhr verweist auf Studie

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Von: Karolin Schäfer

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Eine Mediziner-Initiative fordert die Aufhebung der Maskenpflicht für Kinder. (Symbolbild)
Eine Mediziner-Initiative fordert die Aufhebung der Maskenpflicht für Kinder. (Symbolbild) © Bernd Weißbrod/dpa

Die Corona-Maskenpflicht in Schulen ist umstritten. Laut einer Mediziner-Initiative soll für das Tragen im Unterricht die wissenschaftliche Grundlage fehlen.

Kassel – Schülerinnen und Schüler in österreichischen Schulen müssen seit Montag (21.02.2022) im Unterricht keine Maske mehr tragen. Auch in Deutschland wird in Corona-Zeiten die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Schulbetrieb diskutiert.

Virologe Klaus Stöhr teilte jetzt auf Twitter Forschungsergebnisse einer US-amerikanischen Mediziner-Initiative, die den Effekt von Masken in Schulen hinterfragt. Die ehrenamtliche Initiative Urgency Of Normal entwickelte ein Toolkit, mit dessen Hilfe „evidenzbasierte Entscheidungen für Schulen und außerschulische Aktivitäten“ getroffen werden können, hieß es auf der eigenen Webseite. Stöhr zufolge gebe das einen guten Überblick über den Nutzen von Masken in Schulen.

Corona und Schule: Mediziner fordern Rückkehr zum normalen Schulbetrieb

Gegründet wurde die Organisation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, wie dem Virologen Scott Balsitis und der Epidemiologin Tracy Beth Hoeg. Aber auch Ärztinnen und Ärzte, unter anderem für Kinderheilkunde und psychische Gesundheit, unterstützen das Programm. In erster Linie werden die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kritisiert, die mehr Schaden als Nutzen für Kinder und Jugendliche verursachen.

„Jugenddepressionen, mutmaßliche Suizidversuche, Todesfälle durch Überdosierung von Drogen und Fettleibigkeit“, hätten seit Beginn der Pandemie zugenommen, so die Initiative. Deshalb fordern sie eine Rückkehr zum normalen Schulbetrieb, hieß es weiter auf der Webseite. Das Risiko für Heranwachsende sei aufgrund der vorhandenen Corona-Impfstoffe und der milder verlaufenden Omikron-Variante gering.

Corona-Pandemie: Hat das Tragen einer Maske keinen nachgewiesenen Effekt?

Vor allem das Tragen von Masken in Schulen wird von der Mediziner-Initiative als umstrittene Maßnahme kritisiert. In dem Toolkit zitierten die Expertinnen und Experten zahlreiche Studien, unter anderem eine des US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC).

Diese und andere Studien konnten den tatsächlichen Nutzen der Masken im Schulbetrieb nicht eindeutig herausstellen. „Es gab keine signifikanten Zusammenhänge zwischen der Covid-Inzidenz und der Verwendung von Gesichtsmasken“, lautete es in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Journal of Athletic Training. In der Studie wurde der Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Corona-Infektionen bei Highschool-Sportlern sowie der Verwendung von Masken untersucht.

Die Maskenpflicht habe der Initiative zufolge in der Praxis keinen wissenschaftlich nachgewiesenen Nutzen. „Wir empfehlen ein sofortiges Ende der Maskenpflicht“, forderte Urgency Of Normal in ihrem Toolkit. Mögliche Schäden durch langfristiges Tragen von Masken seien kaum bekannt. Lediglich Kindern und Jugendlichen, die sich aufgrund gesundheitlicher Risiken nicht gegen Corona impfen lassen können, wird das Tragen von „hochwertigen, sorgfältig angepassten Atemschutzmasken“ empfohlen.

Wirksamkeit von Masken: Corona-Studien aus Deutschland kommen zu anderem Ergebnis

Eine der von der Kultusministerkonferenz in Auftrag gegebene Studie kommt allerdings zu einem anderen Ergebnis. Forscherinnen und Forscher der Uni Köln und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung haben die Wirksamkeit der Corona-Maßnahmen an verschiedenen Schulen verglichen. Das Ergebnis: Die Infektionszahlen in Regionen, die zwei Wochen vor der Untersuchung wieder eine Maskenpflicht einführten, fielen niedriger aus. Daher raten die Forschenden weiter zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in der Schule.

Ein Team aus dem Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS) in Göttingen wies insgesamt auf eine hohe Wirksamkeit von FFP2-Masken hin. Die Untersuchung der Forschenden zeigte, dass gut sitzende FFP2-Masken im Vergleich zu OP-Masken 75-mal besser vor einer Corona-Infektion schützen. Dabei macht vor allem die Tragweise einer Maske einen deutlichen Unterschied. „Unsere Ergebnisse zeigen erneut, dass das Maske-Tragen an Schulen und generell eine gute Idee ist“, erklärte MPIDS-Direktor Professor Eberhard Bodenschatz. (kas)

Virologe Klaus Stöhr hatte erst kürzlich für Aufsehen gesorgt, als er die Omikron-Prognose von Drosten heftig kritisierte. Auch einer allgemeinen Corona-Impfpflicht steht Stöhr skeptisch gegenüber - diese sei „nicht zielführend“

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