Mithilfe von 3D-Bildern

Schwachstellen des Ebola-Virus entdeckt?

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Wissenschaftler sind im Kampf gegen das Ebola-Virus möglicherweise einen entscheidenden Schritt weiter gekommen.

Washington - Mithilfe von 3D-Bildern haben Wissenschaftler in den USA die möglichen Schwachstellen des Ebola-Virus entdeckt.

Die Studie, die am Montag vom US-Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) veröffentlicht wurde, liefert nach Angaben der Autoren Erkenntnisse darüber, an welchen Stellen des Ebola-Virus das Medikament ZMapp wirkt. Der Antikörper-Cocktail ist ein experimentelles Medikament. Bevor es kommerziell genutzt werden kann, bedarf es weiterer Forschung. Mangels Alternativen wurde ZMapp aber bereits bei mehreren Ebola-Patienten eingesetzt.

Die 3D-Bilder zeigten exakt, auf welche Stellen des Virus Antikörper oder andere Medikamente zielen müssten, erläuterte die Biologin Erica Ollmann Saphire vom Scripps-Institut in Kalifornien die Ergebnisse. "Jetzt, da wir wissen, wie ZMapp Ebola angreift, können wir schauen, wie andere experimentelle antivirale Medikamente sich verhalten und versuchen, effizientere Cocktails zu mischen."

Mehrere Ebola-Patienten, die mit ZMApp behandelt wurden, überlebten die Krankheit. Noch ist aber unklar, welche Rolle das Medikament bei der Heilung gespielt hat. Wie die Autoren der Studie erläutern, hindert ZMapp das Virus am Eintreten in die Zellen und warnt das Immunsystem vor dem Erreger, indem es eine antivirale Reaktion auslöst. Die Stellen, an denen ZMapp wirkt, sind laut der Studie nicht von den genetischen Veränderungen betroffen, welche das Ebola-Virus im Verlauf der aktuellen Epidemie durchlaufen hat - laut einer im August im Fachmagazin "Science" veröffentlichten Untersuchung waren es mehr als 300 Mutationen.

Die nun veröffentlichte Studie wurde von einem Forschungsverbund vorgenommen, der im Auftrag der US-Gesundheitsbehörden nach einem Medikament gegen das Ebola-Virus sucht. Die Wissenschaftler testen Antikörper, die aus 25 Laboren weltweit stammen. Als nächstes sollen die Antikörper untersucht werden, die Überlebende der Krankheit entwickelt haben.

Ebola: So funktioniert der gelbe Schutzanzug

Schutzkleidung gegen Ebola
Für Pfleger und Ärzte von Ebola-Patienten ist vor allem eines wichtig: Schutz vor Ansteckung. © dpa
Schutzkleidung gegen Ebola
Ebola-Helfer tragen neben dem gelben Schutzanzug Atemmaske, Schutzbrille, Schuhüberzieher und zwei Paar Handschuhe, die übereinander getragen werden. © dpa
Schutzkleidung gegen Ebola
Eine Bedienungsanleitung zum Anziehen eines Schutzanzuges. © dpa
Schutzkleidung gegen Ebola
Zu Demonstrationszwecken zieht ein Arbeiter der Firma Dach einen Ebola-Schutzanzug an. © dpa
Schutzkleidung gegen Ebola
Der gelbe Overall Typ 3 ist komplett flüssigkeitsdicht. Das Ebola-Virus wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten wie beispielsweise auch Schweiß oder Erbrochenes übertragen. © dpa
Schutzkleidung gegen Ebola
Ein Karton mit Ebola-Schutzkleidung. Mit einem gelben Anzug vom flüssigkeitsdichten Typ 3 kostet ein Paket rund 36 Euro. © dpa
Schutzkleidung gegen Ebola
Das Tragen der Ebola-Schutzkleidung ist unangenehm: Wegen des zeltartigen Stoffes kann die Haut nicht atmen, darunter wird es schnell warm und feucht. Eine Tragezeit von 90 Minuten wird empfohlen. © dpa
Schutzkleidung gegen Ebola
Mit Masken und Spezialanzügen schützen sich Pflegekräfte auf der "Station 68" am Uniklinikum in Frankfurt am Main (Hessen) während einer Simulationsübung (August) vor einer Ansteckung mit gefährlichen Keimen. © dpa
Schutzkleidung gegen Ebola
Am 3. Oktober 2014 wird ein an Ebola erkrankter Patient mit einem speziellen Krankenwagen in die Isolierstation der Uniklinik in Frankfurt am Main (Hessen) gebracht. © dpa

ZMapp wurde von der im kalifornischen San Diego ansässigen Firma Mapp Biopharmaceutical entwickelt. Für das kommende Jahr sind die ersten klinischen Tests geplant. Auch andere Forschungsinstitute und Pharmaunternehmen arbeiten an Medikamenten und Impfstoffen gegen das gefährliche Ebola-Virus.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in diesem Jahr bereits mehr als 5100 Menschen in acht Ländern an dem hämorrhagischen Fieber gestorben. Besonders betroffen sind die westafrikanischen Staaten Liberia, Sierra Leone und Guinea. Auch in Mali wächst die Furcht vor einer Ausbreitung der Epidemie. Im US-Bundesstaat Nebraska starb am Montag ein Arzt aus Sierra Leone, der zur Behandlung ausgeflogen worden war. Er war unter anderem mit ZMapp behandelt worden.

AFP

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