Mann wurde an Baum gefesselt gefunden

Mysteriöse Entführung von deutschem Milliardärs-Sohn

Künzelsau. Der Sohn von Schrauben-Milliardär Reinhold Würth ist in Osthessen entführt worden, nach kurzer Zeit jedoch wieder freigekommen.

Das Unternehmen in Künzelsau bei Heilbronn bestätigte am Donnerstag auf Anfrage einen entsprechenden Bericht von Bild.

Mittwochmittag kam der 50-Jährige demnach nicht zum Mittagessen. Er lebt in einer Wohngemeinschaft für Behinderte im osthessischen Schlitz, weil er seit dem Kindesalter durch einen Impffehler behindert ist. Bild berichtet, er sei verschleppt und an einen Baum gefesselt worden. Es habe Lösegeldforderungen von drei Millionen Euro gegeben.

Entführer bekamen offenbar kalte Füße

Aktualisiert um 15.20 Uhr

Dann passiert mysteriöses: Nach kurzer Zeit kommt der Sohn von Reinhold Würth überraschend wieder frei. Offenbar bekommen die Kidnapper kalte Füße. Laut Bild sollen sie Geo-Daten übermittelt haben, wo sich der Entführte befindet. Polizisten können den Milliardärs-Sohn in einem Waldgebiet bei Würzburg befreien. Reinhold Würth und seine Ehefrau hätten sich zu dem Zeitpunkt auf einer Geschäftsreise in Griechenland befunden, hieß es. Das Lösegeld wurde nicht gezahlt. 

Wie genau der Sohn verschleppt wurde und ob er sich die ganze Zeit in der Gewalt seiner Entführer befand, blieb unklar. Weitere Details nannten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst nicht. "Die Ermittlungen zu dem oder den Tätern dauern an", hieß es lediglich.

Das Therapiezentrum, in dem der 50-Jährige seit über 30 Jahren wohnt, liegt etwas abgelegen von der osthessischen Kleinstadt Schlitz in einem idyllischen Landstrich. 250 Menschen mit intellektuellen Einschränkungen leben und arbeiten dort zusammen. Die Polizei riegelte die Einrichtung am Donnerstag weiträumig ab.

Würth Gruppe mit heute 66.000 Mitarbeitern

Reinhold Würth, Unternehmer und Gründer des Schraubenkonzerns Würth.

Die Würth-Gruppe ist eine weltweit operierende Unternehmensgruppe, die vornehmlich im Großhandel mit Produkten der Befestigungs- und Montagetechnik arbeitet. Reinhold Würth übernahm die Schraubenbehandlung im Jahr 1954 im Alter von 19 Jahren. Er baute das Schrauben-Handelsunternehmen mit heute 66.000 Mitarbeitern zum internationalen Marktführer in der Befestigungs- und Montagetechnik auf. Der Konzern, die Würth-Gruppe, machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund zehn Milliarden Euro.

Das Vermögen von Reinhold Würth wird vom US-Magazin "Forbes" auf knapp 6,6 Milliarden Euro geschätzt, er zählt damit zu den reichsten Deutschen. Er hat neben dem Sohn auch noch zwei Töchter.

dor/mak, mit Material von dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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