Kunstturnerin aus der Wüste

Flick-Flack-Spinne begeistert Forscher

+
Die Flick-Flack-Spinne ist eine Kunstturnerin.

Frankfurt/Main - Kunstturnerin im Tierreich: Eine Spinne aus Nordafrika kann sich durch Flick-Flack-Sprünge fortbewegen. Ein deutscher Forscher hat das Tier mit dem ungewöhnlichen Talent beschrieben.

Mit geradezu akrobatischen Sprüngen bewegt sich die Flick-Flack-Spinne durch die marokkanische Wüste. Peter Jäger vom Frankfurter Senckenberg Forschungsinstitut ist fasziniert von dieser bisher unbekannten Art mit dem einzigartigen Talent: „Wie eine Kunstturnerin stößt sie sich vom Boden ab und schlägt dann mit ihren Beinen eine Reihe schneller Flick-Flacks.“

Die Wüstenspinne flüchtet akrobatisch.

Wie das Institut am Montag in Frankfurt mitteilte, beschrieb Jäger jetzt die Art und benannte sie nach dem Berliner Wissenschaftler Ingo Rechenberg, der sich als Bioniker mit technischen Effekten in der Natur befasst. Vorgestellt wurde Cebrennus rechenbergi in der Fachzeitschrift „Zootaxa“. Die Spinne habe Rechenberg zur Entwicklung eines Roboters inspiriert, sagte Jäger.

Mit Flick-Flack-Sprüngen auf der Flucht

Die nachtaktive Spinne mit einer Beinspannweite von bis zu neun Zentimetern lebe in der Sandwüste Erg Chebbi im Südosten Marokkos. Dort grabe sie sich ein röhrenartiges Gebilde aus Spinnenfäden und Sand, das sie vor Sonne und Fressfeinden schütze. Als Nahrung dienen kleine Insekten und andere Spinnen.

Ihr herausragendes Talent sei die Fähigkeit, sich mit Flick-Flack-Sprüngen fortzubewegen, sagt Jäger. Das gehe bergauf, bergab oder auf ebener Fläche - etwa auf der Flucht. Mit knapp zwei Metern pro Sekunde sei sie dann doppelt so schnell unterwegs wie im normalen Laufmodus. Es sei die einzig bislang bekannte Spinne mit diesen Fähigkeiten. Eine Verwandte aus Namibia - die Goldene Radspinne - könne nur passiv Dünen hinunterkullern.

Der Bioniker Rechenberg habe Cebrennus rechenbergi während eines Marokkoaufenthaltes entdeckt und ihm das Tier zur Bestimmung übergeben, sagte Jäger. Rechenberg sei von der Bewegungsraffinesse der Flick-Flack-Spinne derart inspiriert worden, dass er ein 25 Zentimeter großes Modell eines Spinnenroboters entwickelte, der laufen und Salto schlagend rollen könne. Ein solches Gerät könnte in der Landwirtschaft, auf dem Meeresboden oder auf dem Mars nützlich sein.

Die schrägsten Tiere der Welt

Die schrägsten Tiere der Welt

dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.