Ferkel-Fotos: Online-Shop gibt Wurst ein Gesicht

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Das Schwein Nummer 2 aus dem Hof "Meine kleine Farm". Auf der Internetseite “Meine kleine Farm.org/Schweine“ kann man die Tiere sehen, die später zu Wurst verarbeitet wurden.

Berlin - Welches Schweinderl hätten`s denn gerne? In einem Online-Wurstshop wird Tieren ein Gesicht gegeben. Den Besuchern blicken die Ferkel entgegen, die zu Wurst geworden sind.

Von der Internetseite “Meine kleine Farm.org/Schweine“ blicken dem Besucher muntere Ferkel entgegen. Schwein 2 hat helles Fell mit schwarzen Flecken und fühlt sich sichtlich wohl, während es mit seinen Artgenossen durch den Schlamm stapft oder abends neben ihnen liegt.

Online-Wurstshop zeigt "Passbild" vom Schwein

Wurst-Shop Tierebilder
Von der Internetseite "Meine kleine Farm.org/" blicken dem Besucher die Ferkel entgegen, die zu Wurst verarbeitet wurden. Die Betreiber wollen mit den Bildern zeigen, das die Schweine ein glückliches Leben hatten, ehe sie zu Wurst verarbeitet wurden. © dpa
Wurst-Shop Tierebilder
Von der Internetseite "Meine kleine Farm.org/" blicken dem Besucher die Ferkel entgegen, die zu Wurst verarbeitet wurden. Die Betreiber wollen mit den Bildern zeigen, das die Schweine ein glückliches Leben hatten, ehe sie zu Wurst verarbeitet wurden. © dpa
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Von der Internetseite "Meine kleine Farm.org/" blicken dem Besucher die Ferkel entgegen, die zu Wurst verarbeitet wurden. Die Betreiber wollen mit den Bildern zeigen, das die Schweine ein glückliches Leben hatten, ehe sie zu Wurst verarbeitet wurden. © dpa
Von der Internetseite "Meine kleine Farm.org/" blicken dem Besucher die Ferkel entgegen, die zu Wurst verarbeitet wurden. Die Betreiber wollen mit den Bildern zeigen, das die Schweine ein glückliches Leben hatten, ehe sie zu Wurst verarbeitet wurden. © dpa
Von der Internetseite "Meine kleine Farm.org/" blicken dem Besucher die Ferkel entgegen, die zu Wurst verarbeitet wurden. Die Betreiber wollen mit den Bildern zeigen, das die Schweine ein glückliches Leben hatten, ehe sie zu Wurst verarbeitet wurden. © dpa
Von der Internetseite "Meine kleine Farm.org/" blicken dem Besucher die Ferkel entgegen, die zu Wurst verarbeitet wurden. Die Betreiber wollen mit den Bildern zeigen, das die Schweine ein glückliches Leben hatten, ehe sie zu Wurst verarbeitet wurden. © dpa
Von der Internetseite "Meine kleine Farm.org/" blicken dem Besucher die Ferkel entgegen, die zu Wurst verarbeitet wurden. Die Betreiber wollen mit den Bildern zeigen, das die Schweine ein glückliches Leben hatten, ehe sie zu Wurst verarbeitet wurden. © dpa

Darunter sind Fotos aufgeführt von Knoblauchmett, Leberwurst im Glas und Sülze. Neben einem Bild steht “Schlackwurst ähnelt Salami in Konsistenz und Geschmack - lecker!“ Das Stück von 500 bis 600 Gramm kostet 15 Euro plus Porto. Ein Mausklick, und die Wurst ist bestellt.

“Wer ein Schwein essen will, der muss auch bereit sein, es zu töten“, sagt Biobauer Bernd Schulz aus Brück, Ortsteil Gömnigk, im Kreis Potsdam-Mittelmark. Der Diplom-Agraringenieur liefert die Schweine für das Online-Projekt. “Man sieht, es hat glücklich gelebt“, meint er mit Blick auf ein Ferkelfoto. “Wir erfinden das Rad nicht neu“, sagt der Mittfünfziger, aber es seien Unterschiede zu sehen und zu schmecken zwischen seiner und der Supermarktwurst.

Zu DDR-Zeiten war Schulz Zuchtleiter einer ZGE (Zwischengenossenschaftlichen Einrichtung) mit mehreren Tausend Sauen. Nach der Wende ging er ein halbes Jahr nach England und war später nach eigenen Angaben größter Ökoferkelproduzent Deutschlands: 5000 Ferkel, das sei nicht lange gut gegangen. Das Futter sei nicht so gut gewesen damals, der Bestand habe reduziert werden müssen - es folgten sehr harte Zeiten. Schließlich weilte er mehrere Wochen am Baikalsee, wo sein Vater früher einmal Kriegsgefangener war - “Der Baikal ist Balsam für die Seele, hat er gesagt.“ Und das stimme.

Die irrsten wahren Geschichten der Welt

In Saudi-Arabien verklagte eine junge Frau ihren Mann, weil sie nach drei Jahren Ehe noch Jungfrau war. Der Anwalt des Mannes verwies auf die Impotenz seines Mandanten. Er wolle die Frau nur gegen Rückzahlung der 40.000 Rial (7.818 Euro) Brautgeld freigeben. Die Frau verlangte finanzielle Entschädigung für die drei Jahre ohne Sex. © dpa
In Sydney sprang ein Känguru versehentlich durch ein Fenster in das Schlafzimmer des ausgewanderten Schweizer Kochs Beat Ettlin und landete in dessen Ehebett. Verwirrt hüpfte das Tier durch das ganze Haus. Ettlin konnte es schließlich in den Schwitzkasten nehmen und hinausjagen. Das Känguru verschwand in einem nahen Tierschutzpark. © dpa
In Neuseeland kam ein 21-jähriger Mann beim Versuch, einen Tresor zu knacken, ins Schwitzen. Als er deshalb seine Maske abnahm, filmte ihn eine versteckte Kamera. Die Polizei veröffentlichte die Fotos auf Facebook, der Räuber wurde am nächsten Tag gefasst. © dpa
Eine Diebin, die in einem Designer-Shop in Florida sechs Geldbörsen mit insgesamt 1.200 Dollar gestohlen hatte, stolperte auf der Flucht vor dem Kaufhausdetektiv vor dem heranrollenden Wagen ihres Komplizen, geriet unter die Räder, kam wieder auf die Beine, sprang auf die Kühlerhaube, rutschte ab und wurde abermals überrollt. Beim dritten Versuch schaffte sie es ins Auto und entkam. © dpa
Weil sie gepiercte Katzen zum Verkauf angeboten hatte, wurde Holly Crawford aus Pennsylvania von Tierschützern angezeigt. Sie hatte den Katzen Piercings an Ohren, Hals und Schweif verpasst und sie im Internet für hunderte Dollars als „Gothic Kitten“ angepriesen. © dpa
Die 13-jährige Reina aus New York verschickte in einem Monat 14.528 Kurznachrichten von ihrem Handy - also im Durchschnitt alle zwei Minuten eine. Ihr Vater bekam eine 440 Seiten lange Rechnung. Kosten fielen keine an. Der Handyvertrag beinhaltete unlimitierten SMS-Versand. © dpa
Eine US-Airline lieferte einer Tierhandlung in Philadelphia einen Sarg samt Leiche. Das Geschäft hatte ein Aquarium mit tropischen Fischen bestellt. Die Witwe des Verstorbenen nahm es mit Humor: Ihr Mann sei immer schon ein Spaßvogel gewesen. © dpa
Forscher lösten das Geheimnis um mysteriöse Kreise in tasmanischen Kornfeldern: Kängurus hatten Mohnsamen gefressen und waren im Drogenrausch im Kreis gehüpft. Die Mohnbauern Tasmaniens liefern etwa die Hälfte des weltweiten Bedarfs für medizinisches Opium. © dpa
Ein 54-jähriger Japaner gab sich bei einer Pharmazie-Prüfung als sein 20-jähriger Sohn aus. Der Medikamenten-Großhändler fürchtete, sein Sohn würde den Test nicht bestehen. Der Schwindel flog auf, weil der Japaner im Prüfungsstress sein eigenes Geburtsdatum angab. © dpa
In England löste ein Pony mit ungewöhnlich kurzen Beinen mehrmals falschen Alarm aus. Autofahrer, die das Tier grasen sahen, glaubten, es stecke im Morast fest und riefen Rettung und Feuerwehr. In nur einer Woche fielen so Kosten in Höhe von 8.000 Pfund an. © dpa
Eine 152 Zentimeter große und 125 Kilo schwere Amerikanerin mit einem Tumor im Rücken wurde vom Spital in Kansas City für einen Magnetresonanztest in den Zoo geschickt. Für das Gerät im Krankenhaus sei sie zu schwer und zu breit, hieß es. „Ich wusste, dass ich dick bin“, sagte sie, „aber doch nicht so dick wie ein Elefant!“ © dpa
An der Universität Leeds warfen Putzfrauen wertvolles wissenschaftliches Material in den Müll. Es handelte sich um Exkremente einer seltenen Eidechsenart. Der Wissenschaftler verklagte den Putzdienst. Das Missgeschick kostete ihn sieben Jahre Forschungsarbeit. © dpa
In der Nähe der indischen Stadt Bijapur verschlang ein Büffel ein Handy samt Etui, das einem Bauern aus der Tasche gefallen war. Der Mann fand es im Büffelkot. Es war noch intakt. Sieben Anrufe waren eingegangen. © dpa
In Australien belästigte der siebenjährige Emu Edward, ein riesiger Laufvogel, seine Besitzerin sexuell. Wenn sie die Hühner fütterte, wollte er sie in sein Nest drängen. Sie musste sich mit Palmwedeln wehren. Über einen Radiosender suchte sie deshalb ein Emu-Weibchen. © dpa
In England stopfte ein 20-jähriger Mann die sechs Monate alte Katze seiner Freundin in eine Marihuana-Pfeife aus Plexiglas. Wegen Tierquälerei angezeigt erklärte er, gelesen zu haben, dass Haschisch Haustiere beruhigen würde. Tatsächlich habe sich die Katze danach geputzt und artig hingelegt. © dpa
In Wien musste eine 58-jährige Schweizerin in Untersuchungshaft, weil sie im Bezirk Hernalls zwölf Jahre lang den Pfarrer sexuell bedrängt haben soll. Nach Ansicht der Frau sei der Priester die Reinkarnation von Jesus Christus. © dpa
Eine Fledermaus krallte sich am Außentank eines amerikanischen Spaceshuttles fest. Versuche, sie vor dem Start zu vertreiben, schlugen fehl. Ob sie den Trip überlebt hat, ist unklar. Später aufgenommene Bilder von der Außenhülle des Shuttles zeigten keine Spur mehr von ihr. © dpa
Im Nordosten des Schweizer Kantons Thurgau stieß die Polizei bei einem Test des Satellitenkarten-Programms Google Earth auf eine Marihuana-Plantage. 16 Menschen wurden verhaftet und 1,1 Tonnen Marihuana beschlagnahmt. © dpa
Als in Leipzig ein 25-jähriger Stahlarbeiter über die Hitze klagte, steckte ihm sein Kollege aus Spaß einen Hochdruck-Luftschlauch ins Gesäß. Durch die Druckluft platzte dem Mann der Darm. Er lag tagelang auf der Intensivstation. © dpa
Polizisten weckten einen von gärenden Wildkirschen in seinem Bauch beschwipsten Dachs, der mitten auf der Straße seinen Rausch ausschlief. Zuerst weigerte er sich, seinen Platz zu verlassen. Erst als ihn die Beamten mit einem Besen stießen, trollte er sich auf eine Wiese, wo er weiter schlief. © dpa
Eine 73-jährige Klagenfurterin wurde zu 360 Euro Geldstrafe wegen Stalkings verurteilt, nachdem ihr Sohn sie angezeigt hatte. Sie habe ihn zweieinhalb Jahre lang bis zu 49 Mal am Tag angerufen. Die Mutter war entrüstet: Sie habe nur reden wollen, sagte sie und enterbte ihn. © dpa
In den USA verklagte ein 49 Jahre alter Chirurg seine Frau nach der Trennung: Er wollte seine Niere zurück, die er ihr gespendet hatte. Trotz dieses Liebesbeweises habe sie ihn betrogen. Weil das Organ kein zweites Mal transplantiert werden konnte, verlangte er als Gegenwert 1,5 Millionen Dollar. © dpa
Die neuseeländische Brückenechse Henry wurde mit 111 Jahren zum ersten Mal Vater. Zuvor war ihr ein Genitaltumor entfernt worden. © dpa

“Man muss sich der Tatsache stellen, dass wir von Jägern und Sammlern abstammen“, meint er. “Aber man muss auch Respekt und Ehrfurcht vor den Tieren haben und sich überlegen, die sterben jetzt für uns“, sagt Schulz, der Schlachtungen von Kind an kennt und nun auch Stadtmenschen die Zusammenhänge zeigen möchte.

Derzeit hat er 80 Zuchtsauen, die pro Jahr zusammen 1600 Ferkel werfen. 40 Tage werden die Ferkel von der Mutter gesäugt, dann kommen sie noch etwa 50 Tage in die Aufzuchtshütte und viele anschließend fünf bis sechs Monate zum Bio-Mäster. “Ein Teil bleibt hier in Freilandhaltung“, meint Schulz. Weil sie sich mehr bewegen, brauchen die Tiere wesentlich mehr Futter, auch das macht sie und ihr Fleisch teurer. Sein Hof ist einer von über 700 Biopark-Betrieben, zu deren Richtlinien Auslauf und betriebseigenes Futter gehören.

Eines Tages kommt der Berliner Student Dennis Buchman auf ihn zu, der Gründer von “Meiner kleinen Farm“. Er hatte die Idee für das Projekt im Rahmen seines Studiums bei der Humboldt-Viadrina School of Governance in Berlin. “Ich habe mir überlegt, dass der Mensch den Bezug zu seiner Nahrung verloren hat“, meint er. “So eine Wurst isst man so wie eine Mohrrübe, da denkt man nicht großartig drüber nach.“ Das Projekt solle zu einer neuen Wertschätzung führen.

Insbesondere unter Vegetariern ist die Farm jedoch umstritten. Für viele von ihnen ist auch dies Fleisch verwerflich, und sie drücken das in den Internetblogs der Farm deutlich aus. “ .hier können aber täter und opfer eindeutig zugeordnet werden. jede/r kann auswählen, welches leben ausgelöscht werden soll. mord ist demnach für viele ethisch vertretbar - warum auch nicht?!“, meint Tim. Bloggerin Katja schreibt etwas abwägender, es reiche nicht aus, nur Fleisch aus artgerechter Haltung zu essen. “Es muss auch insgesamt weniger Fleisch gegessen werden.“

Man könnte mit “Meiner kleinen Farm“ sicher den Fleischkonsum reduzieren, sagt Bauer Schulz. Das Projekt sei aber auch gut für seinen Betrieb. “Man hat mehr Aufmerksamkeit. Ich möchte ja die Berliner auch hier haben.“ Besonders stolz ist er auf seine Backschwein-Tenne, die seine Frau verwalte. Mehrmals im Jahr lädt er zum Backschwein-Braten in der Tenne. 50 bis 55 Menschen bekomme er mit einem Tier satt. “Meine Intention ist auch, dass Leute hierher kommen und die Schweine nicht nur im Internet betrachten.“

dpa

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