Kasseler Illustratorin hat exklusiv für HNA ein Ausmalbild angefertigt

Ausmalbücher für Erwachsene sind voll im Trend

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Momente der Muße: HNA-Volontärin Christiane Geier bei der neuen Trendbeschäftigung Ausmalen.

Längst sind Ausmalbücher nicht mehr nur etwas für Kinder. Auch Erwachsene finden zunehmend Gefallen am Ausmalen. Das zeigt sich an den Bestseller-Listen, die derzeit von Ausmalbüchern für Erwachsene erobert werden.

Die Kasseler Illustratorin Rita Fürstenau hat exklusiv für die HNA ein Ausmalbild angefertigt. Dazu gibt es eine Aktion. 

Im Zeitschriften- und Buchhandel gibt es Hefte, Blocks und Bücher mit Vorlagen zum Ausmalen. Der Kolorationstrend hat sich mit großem Erfolg in die Welt erwachsener Freizeitbeschäftigungen hinein ausgebreitet.

Es sind Szenen wie aus dem Kinderzimmer: Millionen erwachsene Menschen spitzen ihre Buntstifte, schlagen die Malbücher auf und kolorieren vorgezeichnete Flächen mit Bildern von Dschungelpflanzen, Unterwasserwelten oder abstrakten Ornamenten.

Mitmachen

Rita Fürstenau hat exklusiv für unsere Leser ein Ausmalbild entworfen. Sie finden es in der gedruckten Sonntagszeit – und

hier zum Runterladen (Größe: 6,5 MB). 

Wenn Sie möchten, können Sie uns das ausgemalte Bild bis zum 27. Februar an 

aktion@hna.de

mailen, eine Auswahl veröffentlichen wir auf

www.hna.de

Ausmalbücher für Erwachsene sind der große Trend im Buch- und Zeitschriftenmarkt. Die Regale der Händler sind voll. Auf der Amazon-Bestsellerliste sind von den ersten 100 Plätzen rund 20 mit Ausmalbüchern belegt. Das beliebteste Malbuch „Mein verzauberter Garten“ von Johanna Basford verkaufte sich nach Recherchen des britischen „Guardian“ über 1,4 Millionen Mal. 

Der Durchbruch fürs Genre kam, als die Ausmalbücher als Entspannungsmethode verkauft wurden, sagt Ana McLaughlin vom britischen Verlag Michael O’Mara. Yoga mit dem Stift: Das war die Rechtfertigung für Interessierte. Der Boom begann. Für den Kasseler Coach Andreas Knierim ist das überaus verständlich, wenn er auf seine Klientel blickt – Menschen, die im Berufsleben und der Tretmühle der Mehrfachbelastung voll eingespannt sind. „Die können gar nicht mehr abschalten. Yoga oder eine Sitzmeditation sind für die kaum möglich, weil sie so unruhig sind.“ Ausmalbücher gewährleisteten ein schnell sichtbares Ergebnis. Eins, das bleibt, anders als bei einem Handyspiel und als bei vielen Arbeitsprozessen. Beim Ausmalen wird man wieder zum Handelnden. Das macht für Knierim die Beliebtheit des neuen Hobbys aus. „Wenn ich mich selbst steuere, verlangsame ich mein Leben. Schöpferisch zu sein, verortet mich an einem Platz.“

Andreas Knierim

Der Mensch habe zwei Sehnsüchte: Orientierung und Entspannung. Das Ausmalen mit diesen dichten, kleinen Handbewegungen kann zur Erfüllung beider beitragen. Knierim sieht in der Tätigkeit also durchaus Berührungspunkte mit Meditation. Beim Malen des indischen Kreissymbols Mandala, einer uralten Tradition, die es bis in Ausmalbücher geschafft hat, „kann man mit dem Bewusstsein an etwas Größeres, Unbewusstes andocken“. So könne ein Ausmalbuch eine Vorstufe zur Meditation sein. Ein weiterer wichtiger Grund für den Erfolg, der auch zum derzeitigen Selbstmachtrend passt: Das Ausmalen ist ganz und gar analog.

Die Illustratorin: Rita Fürstenau hat ein Bild für uns entworfen

Ein Buch für Notizen, ein Skizzenheft zum Zeichnen und die Handykamera als visueller Speicher: Diese drei Utensilien hat Rita Fürstenau immer bei sich. Wie oft sieht sie in ihrem Alltag eine Struktur, die ihr gut gefällt, kommt ihr die Idee für eine ihrer leicht surrealen Figuren, die sie mit dem Bleistift nur eben aufs Papier wirft. 

In ihren Arbeiten kombiniert sie häufig Pflanzenstrukturen, baut immer wieder Details ein, die man erst beim Ausmalen entdeckt und spielt mit Größenverhältnissen.

Rita Fürstenau

Kreativität, wenn sie mal da ist, nicht blockieren, sondern ausdrücken: Das istdas Lebensthema der 33-jährigen Illustratorin, Galeristin und Verlegerin. Sie ist Mitgründerin der Kasseler Galerie Rotopol und des Verlags Rotopolpress, spezialisiert auf Arbeiten rund um Grafik, Comic und Illustration. Seit Januar führt sie beides allein. Sie unterrichtet an der Kinder- und Jugendkunstschule, entwirft eigene Bildgeschichten und Zeichnungen sowie Papeteriewaren, die sie in ihrer Siebdruckwerkstatt druckt. Das ist viel, aber machbar, da abwechslungsreich.

Nach dem Studium an der Kunsthochschule (erst Lehramt, dann Illustration) hat die gebürtige Berlinerin, die am Vogelsberg aufgewachsen ist, schnell Fuß in der Selbstständigkeit gefasst. Jetzt wird sie mit ihrem Verlag auf Festivals bis nach Kanada eingeladen, Zeichner freuen sich, dass sie mit Katalogen und Ausstellungen ein Umfeld für ihre Arbeit schafft. Für Extra-Kreativschübe zieht sie sich nach Schweden in das Ferienhaus aus den 30ern zurück, das sie mit ihrem Mann Schritt für Schritt renoviert.

Das sagt die Kreativitäts-Lehrerin

Was ist nötig, um den Aufbruch in die Kreativität zu schaffen? Wie verlieren Menschen ihre Scheu vor dem leeren Blatt Papier? Ursula Porada aus Fuldatal (Landkreis Kassel) unterrichtet an der Volkshochschule Malerei und kennt die Scheu von Malanfängern genau.

Als Türöffner in die Kreativität sieht sie Ausmalbücher für Erwachsene skeptisch, auch wenn bei Kindern Malbücher für erste kreative Gehversuche anregend sein können. „Ausmalen ist, als vergleiche man das Kreuzworträtsellösen mit dem Schreiben eines Romans.“ Sie kann sich aber vorstellen, dass das Ausmalen vorgegebener Motive das Sehen schult, „auch eine gewisse Konzentration ist gefordert“.

Aus ihren Kursen weiß sie, dass Malanfänger dann kreativ weiterkommen, wenn sie viel Feedback erhalten. Porada achtet genau darauf, wo es bei den Kunstneulingen kreativ hakt und übt ehrliche Kritik - was sehr willkommen sei. „So kann jeder entdecken, auf welchen persönlichen Grundlagen er aufbauen kann – das ist es, was die Leute wirklich glücklich macht.“ Beim freien Malen lasse sich experimentieren - und Künstler entdecken, wie sie sich Zufälle auf dem Papier zu zunutze machen können. Ein gutes Gefühl.

www.kunstkursekreativ.de

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