Zahl der Toten steigt weiter 

Fährunglück auf See: 86 Menschen sterben

Bei einem Fährunglück auf dem Victoria-See im Herzen Afrikas sind 86 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Opfer ist damit fast doppelt so hoch wie zunächst angenommen. 

Tansania - Bislang seien 37 Überlebende gerettet worden, einige seien aber "in sehr schlechtem Zustand", sagte Regionalgouverneur John Mongella am Donnerstagabend. Örtliche Politiker fürchten, dass die Zahl der Toten noch deutlich steigen könne, an Bord seien mehr als hundert Menschen gewesen.

Der tansanische Präsidentensprecher Gerson Msigwa sagte im Fernsehen, die Fähre "MV Nyerere" sei im südlichen Teil des Sees gekentert. Die Such- und Rettungsarbeiten seien am Donnerstagabend zunächst unterbrochen worden. Sie sollten am Freitagmorgen fortgesetzt werden. Bei der Suche nach Überlebenden sind nun weitere Leichen aus dem Wasser geborgen wurden. Die Zahl der Toten stieg auf 86. 

Der Chef des Distrikts Ukerewe, George Nyamaha, sagte, an Bord seien mehr als hundert Menschen gewesen, als die Fähre sank. "Es ist zu befürchten, dass eine große Zahl von Menschen ihr Leben verloren hat", sagte er.

Unglücksursache noch nicht bekannt

An Bord wurde auch Fracht transportiert, darunter Säcke mit Mais und Zement. Die Unglücksursache war zunächst nicht bekannt, allerdings sind überladene Schiffe immer wieder Ursache für Schiffsunglücke in dem Gebiet.

Auf dem Victoria-See haben sich bereits mehrere schwere Schiffsunglücke ereignet. Im Jahr 1996 etwa waren beim Untergang einer Fähre im tansanischen Teil des Sees schätzungsweise tausend Menschen ertrunken. Das Schiff war völlig überladen.

Mit einer Fläche von rund 68.800 Quadratkilometern ist der Victoria-See einer der größten Seen der Erde. Er liegt im Gebiet zwischen Tansania, Kenia und Uganda.

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afp

Rubriklistenbild: © dpa / Christina Horsten (Symbolbild)

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