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Zeitumstellung 2018/2019: Wann werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt?

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Am Sonntag, 28. Oktober 2018 werden die Uhren in Deutschland wieder auf Winterzeit umgestellt.

Zeitumstellung 2018/2019: Wann werden die Uhren im Herbst wieder auf Winterzeit umgestellt? Werden sie vor- oder zurückgestellt? Alle Infos.

Zeitumstellung 2018/2019: Wann werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt?

Alle Jahre wieder die gleiche Prozedur im Herbst: Im Oktober werden die Uhren umgestellt - und zwar am letzten Wochenende im Oktober. Dann wird von der Sommerzeit auf die Winterzeit umgestellt. Folgerichtig ist die zweite Zeitumstellung in diesem Jahr also am Sonntag, 28. Oktober 2018 - um 3 Uhr in der Früh werden alle Uhren um eine Stunde zurück gestellt.

Das heißt also: In dieser Nacht bekommen wir eine Stunde Schlaf geschenkt. Es bedeutet aber auch: Künftig wird es eine Stunde früher dunkel.

Mit der Winterzeit gilt in Deutschland wieder die sogenannte Normalzeit. Diese wird auch Mitteleuropäische Zeit (MEZ) genannt und hat eine Differenz von genau einer Stunde zur Weltzeit.

Zeitumstellung 2018/2019: Wird die Umstellung jetzt nicht abgeschafft?

Ja, aber noch nicht sofort. In diesem Herbst müssen wir die Uhren nochmals auf Winterzeit umstellen. Die Abschaffung ist zwar beschlossen, die Umsetzung dauert aber noch an.  Wie EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc an die Mitgliedstaaten appelliert, sollen diese im Zuge der Abschaffung keinen Flickenteppich entstehen lassen. Die einzelnen EU-Mitglieder sollen entscheiden, ob sie nach 2019 dauerhaft Sommer- oder Winterzeit wollen.

Bei einer EU-weiten Umfrage hatten sich im Sommer 84 Prozent der rund 4,6 Millionen Teilnehmer gegen die Zeitumstellung ausgesprochen. Die EU-Kommission will die Zeitumstellung nun im kommenden Jahr abschaffen. Allerdings müssen zuvor noch die EU-Regierungen und das Europaparlament einer Abschaffung zustimmen. Nach jetzigem Stand sollen am 31. März 2019 das letzte Mal die Uhren in den EU-Staaten auf Sommerzeit umgestellt werden. Die Sommerzeit soll anschließend die "normale" Zeit bleiben.

Zeitumstellung 2018/2019: Muss ich meine Uhr überhaupt auf Winterzeit umstellen?

Besitzer von Funkuhren sind bei der Zeitumstellung wie immer im Vorteil, weil die sich von ganz alleine auf die Winterzeit umstellen. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig übermittelt über einen starken Sender das aktuelle Zeitsignal an alle Funkuhren.

Auch die modernen Smartphones - egal ob iPhone oder Android-Gerät - stellen sich automatisch von der Sommer- auf die Winterzeit um. Vorausgesetzt, man hat diese Funktion im Gerät aktiviert. Bei Android-Handys geht das im Menü "Einstellungen" bei "Datum & Uhrzeit". Dort muss "Autom. Datum/Uhrzeit" aktiviert sein. iPhones haben die Funktion ebenfalls in den Einstellungen versteckt: Bei "Allgemein" auf "Datum & Uhrzeit" klicken und die Option "Automatisch einstellen" auswählen.

Von Hand müssen natürlich nach wie vor analoge Armbanduhren und Wanduhren umgestellt werden - und eventuell auch der Wecker im Schlafzimmer, sofern es sich bei diesem um ein altes Tick-Tack-Aufziehmodell handelt.

Zeitumstellung 2018/2019 auf die Winterzeit: Warum machen wir das?

Bis 1977 war die Winterzeit noch die einzige Zeit in Europa. Dann beschloss die Europäische Gemeinschaft - der Vorläufer der heutigen EU - die Einführung der Sommerzeit. Seit 1980 werden auch in der Bundesrepublik Deutschland im März die Uhren eine Stunde vor und im Oktober eine Stunde zurück gestellt. Die Einführung der Sommerzeit war eine Nachwirkung der Ölkrise des Jahres 1973. Durch die Zeitumstellung hoffte man, Strom sparen zu können: Eine Stunde mehr Tageslicht sollte eine Stunde weniger künstliches Licht aus der Steckdose bedeuten.

Mittlerweile gilt die Vorstellung, wonach die Sommerzeit dem Energiesparen dient, längst als widerlegt. Das Bundesumweltamt erläutert in einer Stellungnahme: "Durch das Vor- und Zurückstellen der Uhren sparen wir keine Energie: Zwar knipsen die Bürgerinnen und Bürger im Sommer abends weniger häufig das Licht an, allerdings heizen sie im Frühjahr und im Herbst in den Morgenstunden auch mehr – das hebt sich gegenseitig auf."

"Die Zeitumstellung führt zu keiner spürbaren Einsparung von Energie", sagt auch Uwe Kolks, Geschäftsführer der E.ON Energie Deutschland. Unternehmen befürworten die Abschaffung der Zeitumstellung ebenfalls, da sie keine positiven Auswirkungen auf ihren Energieverbrauch sehen. Dafür befürchten viele eine geringere Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter nach der Zeitumstellung. Das ergab eine von E.ON beauftragte repräsentativen YouGov-Umfrage zur Zeitumstellung im Frühjahr 2017.

Auch der Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft stellt sich hinter die Kritik an der Sommerzeit: "Die deutsche Energiewirtschaft kann seit Jahren keine Sparwirkung durch den Dreh am Zeiger erkennen", heißt es in einer Pressemitteilung. Für die Gegner der Umstellung gibt es jedoch eine positive Nachricht: Die EU-Kommission hat inzwischen die Bürger befragt, ob die Sommerzeit abgeschafft werden soll - mit eindeutigem Ergebnis!

EU ließ über Abschaffung der Zeitumstellung abstimmen

Bei keiner Umfrage der Europäischen Union hatten jemals so viele Menschen teilgenommen, wie im Jahr 2018 der Umfrage zur Zeitumstellung. Die EU-Kommission wollte von den Bürgern wissen, ob man die Sommerzeit abschaffen und ganzjährig in der Winterzeit leben solle. Bei dieser Gelegenheit konnte man sehr deutlich erkennen, dass das Thema den Deutschen unter den Nägeln brennt. Von den rund 4,6 Millionen Umfrageteilnehmern kamen mehr als 3 Millionen aus Deutschland.

Nach dem Ende der Umfrage sickerten schnell die ersten Zahlen durch und es wurde klar, dass sich mehr als 80 Prozent für die Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen hatten. Wie die EU mit diesem Ergebnis umgeht, steht noch nicht fest. Es handelte sich nämlich nicht um eine verbindliche Abstimmung. Trotzdem können die EU-Bürger nun erwarten, dass das Thema auf der Tagesordnung bleibt.

Zunächst müssen die Ergebnisse genauer ausgewertet werden. Neben der allgemeinen Frage, ob die Zeitumstellung verschwinden soll, durften die Teilnehmer nämlich auch weitere Kommentare einreichen. Die EU-Kommission hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass diese Auswertung Zeit beanspruchen wird. Noch können wir also nicht damit rechnen, dass wir eine Zeitumstellung in 2018 zum letzten Mal erleben. Als Voraussetzung scheint weiterhin festzustehen, dass alle Länder der Europäischen Union sich auf einen gemeinsamen Umgang mit Sommer und Winterzeit einigen.

Zeitumstellung 2018/2019: Umfragen zeigen, dass Deutsche die Abschaffung wollen

Eine lange Wartezeit ist natürlich nicht im Sinne derjenigen, die die Zeitumstellung loswerden wollen. Immer mehr Bundesbürger haben das Vor- und Zurückdrehen der Uhren satt. So ergab eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag von E.ON 2016, dass 70 Prozent der Deutschen die Zeitumstellung als überflüssig betrachten und sie am liebsten ganz abschaffen würden

Zudem zeigte eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit im März 2016: 74 Prozent der Befragten - also drei Viertel der Bevölkerung - halten die Zeitumstellung für überflüssig. Drei Jahre zuvor hatten sich in einer Umfrage bereits 69 Prozent der Deutschen gegen die Zeitumstellung ausgesprochen. In die politische Debatte kam trotzdem lange keine Bewegung, bevor der Vorstoß aus der EU kam. Für die Bundesregierung sei eine Abschaffung kein Thema, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert noch im Jahr 2014. Für ein Ende der Umstellung bräuchte man eine Einigung aller 28 EU-Staaten, die "im Moment nicht in Aussicht" stehe.

Frauen macht Umstellung auf Winterzeit mehr zu schaffen

Auch wenn man bei der Zeitumstellung auf die Winterzeit eine Stunde geschenkt bekommt: Das Hin und Her zwischen Sommer- und Winterzeit stört kurzzeitig den Schlafrhythmus vieler Menschen. Das belegt eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1014 Menschen in Deutschland im Auftrag der KKH (Kaufmännische Krankenkasse) aus dem Jahr 2013.

Demnach haben vier von zehn Deutschen Probleme durch die Zeitumstellung - Frauen (46 Prozent) deutlich mehr als Männer (36 Prozent). Die Mehrzahl der Betroffenen braucht einige Tage, um wieder in den normalen Schlafrhythmus zu finden. Neun Prozent der Frauen und vier Prozent der Männer gaben sogar an, unter der Zeitumstellung regelrecht zu leiden.

Hier gibt es Hilfe für alle, die sich schwer an die Zeitumstellung auf Winterzeit gewöhnen können: Was Hans-Günter Weeß, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin und Leiter des Schlafzentrums des Pfalzklinikums in Klingenmünster Betroffenen rät, haben wir unter diesem Link für Sie zusammengefasst

Zeitumstellung 2018/2019: Nachtschicht um eine Stunde verlängert

Die meisten dürften sich darüber freuen, dass sie wegen der Zeitumstellung auf Winterzeit eine Stunde länger schlafen dürfen. Doch wie ergeht es Menschen, die Nachtschicht haben – wie Madeleine Halemba (26), Polizistin aus Geretsried? Sie erklärte dem Isar-Loisachboten vor der Zeitumstellung im vergangenen Herbst: "„Ich arbeite in der Nacht auf Sonntag von 18.45 Uhr bis 6.45 Uhr. Dieses Mal dauert die Schicht eben etwas länger, 13 Stunden statt zwölf. Die eine Stunde Mehrarbeit wird bezahlt. Bei der Zeitumstellung im Frühling ist die Schicht schon nach elf Stunden vorbei. Alles gleicht sich also aus. Mir macht die Zeitumstellung nichts aus, ich bin ja noch jung. Ich weiß aber nicht, wie die älteren Kollegen damit zurecht kommen, die schon länger im Schichtdienst sind.“

Boykott der Zeitumstellung: Allgäuerin Ute Neu lebt nur in der Winterzeit

Ute Neu aus dem Allgäu will die halbjährliche Zeitumstellung nicht mitmachen. Sie lebt deswegen nur in der Winterzeit. Und das seit 35 Jahren. "Die Sommerzeit ist totaler Quatsch!“, sagt die Frau aus Wangen im Allgäu. Deshalb macht sie von Ende März bis Ende Oktober ihr eigenes Ding. Wie Ute Neu in der Sommerzeit konsequent nach der Winterzeit lebt, erfahren Sie in diesem Artikel auf merkur.de*.

Zeitumstellung 2018/2019 auf Winterzeit: Diese Eselsbrücken sollten Sie kennen

Es gibt einige Eselsbrücken, mit denen Sie sich ganz leicht merken können, ob bei der aktuellen Zeitumstellung der Tag eine Stunde kürzer oder länger wird.

Zum Beispiel: "Im Winter hinter." Der Spruch ist eigentlich selbsterklärend: Bei der Zeitumstellung auf die Winterzeit werden die Uhren zurückgedreht. Oder: "Im Winter gibt es Winterschlaf." Meint: Bei der Zeitumstellung auf die Winterzeit bekommen wir eine Stunde mehr Schlaf, denn die Uhren werden zurückgedreht.

Und dann gibt es noch eine bekannte Eselsbrücke mit Gartenmöbeln: "Im Sommer stellt man seine Gartenmöbel wieder vor das Haus - im Winter holt man sie wieder zurück." Entsprechend werden die Uhren bei der Zeitumstellung auf die Sommerzeit eine Stunde vorgestellt und bei der Winterzeit eine Stunde zurückgestellt.

Alle gängigen Eselsbrücken zur Zeitumstellung auf die Winterzeit haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst. 

fro/pak/rm

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