Aktien und Kredite

Zinswende in den USA: Was das für Verbraucher bedeutet

+
Auch wenn die US-Notenbank den Leitzins erhöht hat - in Europa merkt man nichts von einer Zinswende. Foto: Matthew Cavanaugh

Zum zweiten Mal seit 2006 hat die US-Notenbank Fed den Leitzins erhöht. Aber welche Bedeutung hat das für Anleger und Sparer in Europa?

Düsseldorf (dpa/tmn) - Sie hat es getan: Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins erhöht - um 0,25 Prozentpunkte. Der Leitzins bewegt sich damit künftig in einem Korridor zwischen 0,5 und 0,75 Prozent.

Im kommenden Jahr sollen drei weitere Zinsschritte folgen. In Europa ist von einer Zinswende aber noch nichts zu spüren. Womit müssen Verbraucher hierzulande nun rechnen? Ein Überblick:

- Aktien:An den Börsen verursachte die Entscheidung keine große Unruhe. "Die Zinsanhebung war schon eingepreist", erklärt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Düsseldorf. "Schließlich war sie mehrfach angekündigt." Weitere Kurssteigerungen sind seiner Ansicht nach nicht ausgeschlossen. "In den USA zum Beispiel ist die Wirtschaft ja auf einem guten Weg." Um sich gegen Schwankungen abzusichern, sollten Anleger nicht nur auf einen Markt setzen, sondern Wertpapiere aus verschiedenen Regionen und Branchen im Depot haben.

- Sparzinsen:Ob Tages- oder Festgeld - Sparer bekommen derzeit kaum Zinsen für ihr Geld. Nach Angaben der FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main gibt es auf Tagesgeldkonten im Schnitt 0,20 Prozent, bei Festgeld mit einer Laufzeit von zwölf Monaten im Schnitt 0,23 Prozent (Stand: 15.12.16). Das wird vorerst auch so bleiben, glaubt FMH-Inhaber Max Herbst. "Es ist immer noch so viel Geld im Markt, dass die Geldinstitute nicht auf das Geld der Sparer angewiesen sind." Erst vorige Woche hatte die Europäische Zentralbank neue Anleihekäufe im Milliardenvolumen angekündigt. Ein Zinserhöhung in der Eurozone liegt damit noch in weiter Ferne.

- Kreditzinsen:Immobiliendarlehen sind in Deutschland derzeit so billig wie nie. Bei einer Laufzeit von 10 Jahren verlangen Banken laut FMH im Schnitt nur 1,36 Prozent Zinsen (Stand: 15.12.16). "Möglicherweise werden die Zinsen Anfang 2017 sogar noch einmal weiter sinken", vermutet Herbst. Der Grund: Am Jahresanfang wollen viele Geldinstitute das Geschäft wieder ankurbeln. Wer jetzt noch auf der Suche nach einer Finanzierung ist, muss also keine Angst vor steigenden Zinsen haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.