1. Startseite
  2. Welt

„Zombie-Hirsche“ in den USA: Könnte es sie in Deutschland auch geben?

Erstellt:

Von: Lucas Maier

Kommentare

Eine skurrile Krankheit greift in den USA um sich. Hirsche wirken teils wie „Zombies“. Ausgelöst wird die Krankheit durch Stechmücken, die auch hier heimisch sind.

Ohio – Blut läuft aus den Augen, im Körper bilden sich Tumore und das Tier wirkt orientierungslos und sabbert: Im Bundesstaat Ohio häufen sich die Meldungen von sogenannten „Zombie-Hirschen“. Hinter den gruselig anmutenden Tieren steckt eine schwere Krankheit, die tödlichen enden kann, wie die New York Post schreibt.

Die Krankheit, an der die Rehe und Hirsche in den USA leiden, nennt sich „Epizootische Hämorrhagie der Hirsche – kurz EHD“. In Amerika breitet sich die Krankheit aktuell vom Südosten der Vereinigten Staaten bis nach Ohio und den mittleren Westen aus, wie die New York Post berichtet.

Infektion auch in Deutschland möglich? Video zeigt eines der infizierten „Zombi“-Rehe

Im Netz ist zuletzt ein Video aufgetaucht, in dem der Beamte James Love, von der Polizeibehörde von Colerain Township in Ohio ein infiziertes Reh auffindet. Das Reh stand bewegungslos neben einer Straße und zeigte keinerlei Reaktion auf die Beamt:innen.

Es war eine totale Überraschung für uns alle, so etwas haben wir noch nie gesehen.

James Love gegenüber der New York Post

Die EHD-Infektion erfolgt bei den Tieren über Mückenstiche. Durch die aktuelle Wetterlage wird den Mücken in den USA in dieser Jahreszeit mehr Lebensraum geboten. „Also immer mehr Lebensraum, mehr Mücken, mehr Viren, mehr tote Rehe“, sagte Michael Tonkovich, der Administrator des Hirschprogramms des Amtes für natürliche Ressourcen in Ohio gegenüber New York Post.

„Zombi“-Rehe in den USA immer häufiger: Gibt es sie auch in Deutschland?
„Zombi“-Rehe in den USA immer häufiger: Gibt es sie auch in Deutschland? (Archivbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Ist ein Tier infiziert, zeigen sich erste Symptome in den ersten fünf bis sieben Tagen, der Tod kann zwischen acht und sechsunddreißig Stunden nach der Infektion eintreten. Die Mortalität, also die Sterberate, ist bei einer Infektion mit EHD eher niedrig, wie das Friedrich-Loeffler-Institut schreibt.

Krankheit bei Reh und Co.: In Deutschland zählt EHD zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen

In Deutschland zählt die Krankheit zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) schreibt. Dem Institut zu Folge werden vor allem frei lebende Huftiere von der Krankheit befallen. Die Häufigkeit, also die Morbidität, wird hier mit einem Wert zwischen ein und achtzehn Prozent angegeben.

Aus dem Tierseuchenbericht des Jahres 2011 geht hervor, dass es in Deutschland bisher keinen Fall von EHD gab. Eine entsprechende Anfrage über die aktuelle Situation beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft wartet derzeit noch auf Beantwortung. Die sogenannten Bartmücken, welche die Krankheit übertragen, gibt es auf jeden Fall auch in Deutschland. (Lucas Maier)

Zuletzt wurde bekannt, dass das Vogelgrippevirus auch auf Säugetiere übertragen werden kann.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion