Großbrand in Thermalbad

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Als die Feuerwehr eintraf, schlugen bereits meterhohe Flammen aus dem Dach der Schwimmhalle.

Fichtelberg/Bayreuth - Ein Großbrand in einem Thermalbad im oberfränkischen Fichtelberg (Landkreis Bayreuth) hat am Samstagabend einen Schaden von mehreren Millionen Euro angerichtet.

Ein Großbrand in einem Thermalbad im oberfränkischen Fichtelberg (Landkreis Bayreuth) hat am Samstagabend einen Schaden von 10 bis 20 Millionen Euro angerichtet. Die rund 300 Gäste des Bades und der Saunalandschaft konnten sich rechtzeitig ins Freie flüchten. Verletzt wurde niemand. Trotzdem spielten sich dramatische Szenen ab. Viele Besucher waren spärlich bekleidet ins Freie geflüchtet, wo es schon abendlich kühl war. Meterhohe Flammen schlugen aus der Schwimmhalle und griffen auf angrenzende Gebäude über. Erst Sonntagmittag waren die Löscharbeiten beendet. Zur Ursache des Brandes, bei dem die Kristall Radon-Sole-Therme komplett zerstört wurde, machte die Kriminalpolizei noch keine Angaben.

Fichtelbergs Bürgermeister José-Ricardo Castro-Riemenschneider reagierte erschüttert: „Das ist ein herber Rückschlag für den Fremdenverkehr in Fichtelberg und der ganzen Region“, sagte er am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Das Kristallbad habe Gäste aus einem Umkreis von 100 Kilometern in den Luftkurort gebracht. „Das ist schon eine Attraktion gewesen.“ Castro-Riemenschneider sorgt sich vor allem auch um die 35 bis 40 Arbeitsplätze in dem Bad. „Aber wir werden nicht aufgeben“, versprach er. Erste Gespräche über einen Neuaufbau würden bereits geführt.

Rund 700 Helfer von Feuerwehr, Polizei und Technischem Hilfswerk waren angerückt, um der Flammen Herr zu werden, berichtete die Polizei. Mehr als 80 Badegäste wurden vom Roten Kreuz und von Notärzten betreut. Viele von ihnen hatten sich auf der Flucht vor dem Feuer nur einen Bademantel oder ein Handtuch übergeworfen und froren entsetzlich. Sie konnten sich in Pensionen und Gaststätten aufwärmen.

Ob und wann ein neues Bad gebaut wird, ist nach Auskunft des Bürgermeisters unklar. In der Vergangenheit gab es Auseinandersetzungen zwischen der Gemeinde und dem bisherigen Betreiber. Dieser habe angekündigt, das Bad Ende Mai zu schließen, sagte Castro-Riemenschneider. Ein Gericht habe ihn kürzlich dazu verurteilt, noch ausstehende Pachtzahlungen und andere Gelder in Höhe von 1,5 Millionen Euro an die Kommune zu zahlen. Der Badbetreiber war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Online-Ausgabe des „Nordbayerischen Kuriers“ erzählte er aber von seinen Plänen für einen Neubau. „Ich will die Gemeinde nicht im Stich lassen. Nur ich bin in der Lage, etwas Neues aufzubauen“, sagte er dem Blatt. „Das neue Bad soll attraktiver werden als die bisherige Therme.“

dpa

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