Razzia bei der italienischen Mafia

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Der Boss der neapolitanischen Camorra, Raffaele Amato, wurde in Marbella festgenommen. Außerdem schnappte die Polizei dutzende weitere Mafiosi.

Neapel - Die italienische Polizei hat bei Razzien dutzende Mafia-Mitglieder festgenommen. Darunter ist auch einer der mächtigsten Mafiosi, der schon seit Jahren gesucht wird.

In einer großangelegten Razzia hat die italienische Polizei am Dienstag zu einem neuen Schlag gegen die Camorra ausgeholt und Dutzende Mafia-Mitglieder des Clans Amato-Pagano festgenommen. Unter ihnen ist auch die 44-jährige Ehefrau des vor zwei Tagen in Spanien von der Polizei aufgespürten Clan-Bosses Raffaele Amato.

Die Fahnder hatten Telefongespräche abgehört, die der Gesuchte noch kurz vor seiner Verhaftung von seinem Hotel in Südspanien aus geführt hatte, berichteten italienische Medien. Mit insgesamt 100 Haftbefehlen rückten die Beamten seit den frühen Morgenstunden an, um die Camorra-Mitglieder hinter Gitter zu bringen. Den Mafiosi wird vor allem Mord, Geldwäsche, Drogenhandel und die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Bis zum frühen Nachmittag hatte die Polizei bereits 66 Mafiosi festgenommen. Sie sollen alle dem Clan der “Scissionisti“ (Abspalter) angehören. Die Polizei nennt die “Abspalter“ den “mächtigsten Clan der Stadt“.

Italienischen und spanischen Polizisten war es gelungen, den 44-jährigen Raffaele Amato im südspanischen Marbella zu fassen. Der seit dem Jahr 2005 Gesuchte gilt als einer der gefährlichsten Männer der kampanischen Mafia und Hauptimporteur von Kokain nach Italien. Amato, auch genannt “Lello, der Fette“, muss sich in Italien unter anderem wegen achtfachen Mordes verantworten. Er zählt als Boss der “Scissionisti“ zu den Hauptverantwortlichen der blutigen Mafia-Fehde in Mugnano bei Neapel Anfang der 1990er Jahre. Über die “Abspalter“ berichtete unter anderem auch der italienische Schriftsteller Roberto Saviano in seinem vor drei Jahren erschienenen Mafia-Buch “Gomorrha“.

dpa

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