Niederlande: Zugunglück fordert erstes Todesopfer

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Rettungskräfte helfen verletzten Passagieren aus dem Zug und bringen sie in Krankenhäuser

Amsterdam - Es ist eines der schwersten Zugunglücke der vergangenen Jahre: 117 Menschen werden beim Zusammenprall von zwei Zügen verletzt. Eine Frau stirbt am Tag nach dem Unglück.

Mitten in Amsterdam sind am Samstagabend zwei Züge frontal zusammengestoßen. Dabei wurden nach offiziellen Angaben 117 Menschen verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich. Eines der Opfer starb am Tag nach den Unglück. Ein doppelstöckiger Schnellzug und ein Regionalzug waren am Samstagabend auf einer Brücke nahe des niederländischen Bahnhofs von Amsterdam-Sloterdijk zusammengeprallt. Die Ursache war am Sonntag noch unklar. Der Bahnverkehr wurde am Nachmittag auf Teilen der Strecke wieder aufgenommen.

Nach Angaben der Bahngesellschaft “NS“ erlitten viele Passagiere Knochenbrüche und Quetschungen. Etwa 42 Menschen wurden nach Informationen der Stadt Amsterdam vom Sonntagnachmittag schwer verletzt. 16 von ihnen mussten weiterhin im Krankenhaus behandelt werden. Die Tote ist nach Angaben des Bürgermeisters der Stadt eine 68 Jahre alte Frau aus dem Osten der Niederlande.

Viele Passagiere standen zum Zeitpunkt des Unglücks

Eine Untersuchung der Unglücksursache sei im Gange, sagte Bahndirektor Bert Meerstadt vor Journalisten. Es sei wichtig, dass sich die Ermittler Zeit nähmen, den Grund genau zu ermitteln und zu bewerten. Das schwerste Zugunglück in den Niederlanden seit Jahren bezeichnete Meerstadt als “Alptraum“.

Die Zahl der Verletzten ist nach niederländischen Medienberichten so hoch, weil viele Passagiere standen oder noch auf der Suche nach einem Sitzplatz gewesen waren, als das Unglück geschah. Die meisten Verletzten sollen Passagiere des Regionalzugs sein. Er war auf dem Weg vom Hauptbahnhof in das nahe gelegene Uitgeest.

Die Reise dauert normalerweise 28 Minuten. Doch um etwa 18.30 Uhr prallte der Regionalzug nahe des Bahnhofs Amsterdam-Sloterdijk frontal auf den entgegenkommenden Schnellzug in Richtung Nijmegen. Nach Augenzeugenberichten waren die Züge etwa 50 Kilometer pro Stunde schnell, wie der öffentlich-rechtliche Sender “NOS“ meldete.

Telefonhotline für Angehörige

Die Züge waren bei der Kollision nicht umgekippt. Das Unglück geschah auf einer Brücke über einen Kanal. Dies erschwerte die Rettungsarbeiten. Einer der Lokführer befindet sich Medienberichten zufolge unter den Schwerverletzten und sei nicht ansprechbar. Daher könne er auch keine Auskunft über den Unfallhergang geben. Der Fahrer des anderen Zuges wurde leicht verletzt, hieß es.

Die Stadtverwaltung richtete eine Telefonhotline für Angehörige ein. Die beschädigte Lokomotive des Regionalzugs wurde am Sonntagnachmittag bereits abtransportiert. Die Arbeiten am Wrack des Intercity dauerten am Sonntagnachmittag noch an. Die Verbindung vom Hauptbahnhof in Amsterdam zum Flughafen Schipohl war vorübergehend eingestellt und sollte sich bis zum Wochenstart wieder normalisieren.

dpa

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