Weitere Demütigung jetzt durch Stockschläge

"Zur Strafe": Frau in Indonesien von mehreren Männern vergewaltigt

Jakarta. Eine indonesische Frau ist von acht Männern vergewaltigt worden. Als Strafe für eine außereheliche Affäre. Nun soll die 25-Jährige aus Banda Aceh nach der Scharia auch noch öffentlich für ihr vermeintliches Vergehen durch Stockschläge gedemütigt werden.

Die Gruppenvergewaltigung hat sich nach einem Bericht der indonesischen Tageszeitung „The Jakarta Globe“ bereits vergangene Woche in der Provinz Aceh ereignet. Dabei soll eine Gruppe von acht Männern gewaltsam in das Haus der jungen Frau eingedrungen sein. Ihr Bekannter, ein 40-jähriger verheirateter Mann, wurde geschlagen und gefesselt. Währenddessen vergingen sich die acht Männer an der jungen Frau, um sie für den angeblichen Ehebruch zu bestrafen. Der Jüngste der Täter soll erst 13 Jahre alt gewesen sein. Nach dem Verbrechen übergossen die Täter ihre Opfer mit Jauche und schleppten die verängstigte Frau und ihren Begleiter zur Scharia-Polizei in Langsa, einer Stadt in der Provinz Aceh.

In Aceh gilt die Scharia 

Aceh ist eine indonesische Provinz an der Nordwestspitze der Insel Sumatra, die nach Unabhängigkeitsbestrebungen gewisse Autonomierechte besitzt. So ist Aceh die einzige Provinz in Indonesien, in der das islamische Recht der Scharia angewandt wird. Obwohl Indonesien das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung weltweit ist, praktizieren die meisten der 240 Millionen Indonesier allerdings eine eher gemäßigte Form des Glaubens.

In Aceh wird dagegen Ehebruch mit Stockschlägen an einem öffentlichen Ort bestraft. Und darauf will der örtliche Vorsteher der Scharia-Polizei, Ibrahim Latif, laut „Jakarta Globe” auch beharren. Die Tatsache, dass die Frau bereits mehrfach vergewaltigt worden sei, spiele bei dieser Entscheidung keine Rolle. Das Paar muss nun bis zu neun öffentliche Stockschläge erwarten, ihre Peiniger würden gemäß Scharia-Gesetz mit der gleichen Anzahl Stockschläge bestraft. Drei der Täter, darunter auch der 13-jährige Junge, wurden jedoch von der Polizei bereits verhaftet und werden strafrechtlich verfolgt.

Verbrechen: Frau fährt mit Motorrad 

Der Fall der 25-jährigen Frau ist nicht das erste Mal, dass eine Vergewaltigung als ein Mittel der „Strafe” eingesetzt wurde. 2010 wurde eine 20-jährige Studentin von drei Scharia-Ordnungshütern vergewaltigt, weil sie mit ihrem Freund auf einem Motorrad unterwegs gewesen war.

Der erneute Fall der jungen Frau aus Langsa weckt außerdem Erinnerungen an eine Geschichte aus Saudi-Arabien, die 2007 weltweite Schlagzeilen machte. Damals hatte ein lokales Gericht ein damals 19-jähriges Mädchen zu Peitschenhieben und einer Gefängnisstrafe verurteilt, nachdem sie von sieben Männern verschleppt und vergewaltigt worden war. Ihr wurde vorgeworfen, in der Begleitung eines fremden Mannes gewesen zu sein. Nachdem über den Fall international berichtet wurde und er weltweit Entsetzen auslöste, begnadigte der saudische König das Opfer anlässlich des Opferfestes, an dem traditionell Strafen erlassen werden. (yeu)

Rubriklistenbild: © dpa

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