Neun Tote bei Schiffskollision in Moskau

Moskau - Beim Zusammenstoß eines überladenen Ausflugsboots mit einem Lastschiff in Moskau sind in der Nacht zum Sonntag neun der 16 Menschen an Bord ums Leben gekommen.

Das kleine Motorboot rammte nach Behördenangaben gegen 1.30 Uhr einen am Ufer des Flusses Moskwa befestigten Frachtkahn. Als mutmaßliche Unglücksursache wurde Fehlverhalten des Kapitäns angegeben. Sieben Passagiere konnten sich den Angaben zufolge in Sicherheit bringen, bevor das Boot sank. Einige von ihnen seien durch die Besatzung des Lastkahns gerettet worden, teilten die Behörden mit.

Das Motorboot war demnach nur für maximal zwölf Personen zugelassen. Der Kapitän, der ebenfalls ums Leben gekommen sei, habe die Grenze bereits in der Vergangenheit missachtet und zudem gegen weitere Sicherheitsregeln verstoßen, hieß Das zwölf Meter lange Boot wurde mithilfe eines Schwimmkrans geborgen. Hunderte Schaulustige verfolgten die Arbeiten.

Unfassbare Katastrophe auf der Wolga

Das Unglück ereignete sich nur drei Wochen nach dem Untergang des Ausflugsschiffs “Bulgaria“ auf der Wolga. Dabei waren 122 Menschen ums Leben gekommen.

Das Boot auf der Moskwa sank bei Dunkelheit an einer Stelle mit mehr als drei Metern Tiefe zwischen den Spatzenbergen und dem Luschniki-Stadion. Etwa 70 Taucher suchten bei schlechten Bedingungen im schmutzigen Wasser der Moskwa mit nur rund 50 Zentimetern Sichtweite nach Vermissten. Medien zufolge sollte das Schiff noch am Sonntag geborgen werden.

Ermittler leiteten ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen die Sicherheitsvorschriften im Schiffsverkehr ein. Vermutlich hatte der Kapitän des Ausflugsschiffes den Lastkahn im Dunkeln zu spät gesehen.

dapd/dpa

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