Ein Toter und ein Schwerverletzter

Verunglückte Soldaten waren in Frankenberg stationiert

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Bei einem Unfall auf einem Truppenübungsplatz sind zwei Soldaten aus Nordhessen verunglückt. Einer kam ums Leben. 

Frankenberg/Klietz. Die auf einem brandenburgischen Truppenübungsplatz verunglückten Soldaten waren in Frankenberg stationiert. Einer der Soldaten war am Montag tödlich, der andere schwer verletzt worden.

Was wir bislang wissen

  • Zwei nordhessische Soldaten sind auf einem Truppenübungsplatz in Brandenburg verunglückt. 
  • Einer der Soldaten (24) kam ums Leben, der andere (28) wurde schwer verletzt. 
  • Die Soldaten gehören dem Bataillon Elektronische Kampfführung 932 im nordhessischen Frankenberg an.  
  • Die beiden Soldaten kommen ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen.

Was wir noch nicht wissen

  • Welche Ursache der Unfall hatte. Die Ermittlungen laufen. 
  • Wann und wo die Gedenkfeier stattfinden wird. 

Nordhessische Soldaten in Klietz verunglückt

Zuletzt aktualisiert um 15.10 Uhr. Die beiden verunglückten nordhessischen Soldaten waren im Bataillon für Elektronische Kampfführung 932 in Frankenberg stationiert. Das teilte die Bundeswehr auf HNA-Anfrage mit. Ursprünglich stammen die Soldaten jedoch aus Nordrhein-Westfalen. 

Etwa 250 Soldaten des Frankenberger Bataillons Elektronische Kampfführung 932 (Eloka) sind derzeit zu einer Übung auf dem Truppenübungsplatz Klietz an der Grenze von Sachsen-Anhalt und Brandenburg stationiert. Dort ereignete sich auch der schwere Unfall, bei dem ein Soldat tödlich und ein zweiter schwer verletzt wurde.  

Der Kommandeur des Frankenberger Eloka-Bataillons, Meik Kotthoff, hält sich derzeit bei den Soldaten in Klietz auf. Kotthoff musste am Montag den Eltern des 24-jährigen Soldaten die Todesnachricht überbringen und auch die Eltern des schwer verletzten Fahrers informieren. „Unser Beileid und unsere Anteilnahme gehört den Angehörigen“, sagte Oberstleutnant Burkard. Eine Begleitung und psychologische Betreuung der Soldaten und

Angehörigen werde sichergestellt. Wann und wo eine Gedenkfeier für den getöteten Soldaten stattfinde, sei noch nicht entschieden. Am Dienstagmorgen hatte Oberstleutnant Burkhard die in der Burgwaldkaserne verbliebenen Soldaten überdas Unglück informiert.

So kam es zum tödlichen Unfall in Klietz

Das Unglück ereignete sich am Montagmorgen gegen acht Uhr, wie die Bundeswehr auf HNA-Anfrage berichtet. Aus noch ungeklärten Gründen war der Transport-Lastwagen auf dem Truppenübungsplatz Klietz mit einem Baum kollidiert. Für den Beifahrer kam jede Hilfe zu spät, er erlag seinen Verletzungen. Der Fahrer wurde schwerverletzt in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. 

Die Unfallursache steht bislang nicht fest. Die Straßenverhältnisse legen zwar laut Bundeswehr einen Glätteunfall nahe, allerdings laufen die Ermittlungen von Polizei und Bundeswehr noch. Derzeit könne auch ein Defekt am Lastwagen nicht ausgeschlossen werden.

Die beiden Soldaten waren zum Zeitpunkt des Unfalls auf einer Versorgungsfahrt unterwegs. Sie sollen derzeit im Rahmen einer Übung in der Region stationiert sein. Der Truppenübungsplatz Klietz liegt an der Grenze von Sachsen-Anhalt und Brandenburg, der Unfall ereignete sich auf dem brandenburgischen Teil. 

Erst vor einem halben Jahr trauerte die Region um zwei Soldaten aus Nordhessen. Die beiden Piloten kamen im Juli 2017 im Einsatz in Mali bei einem Absturz ihres Tiger-Kampfhubschraubers ums Leben. 

Die Soldaten gehörten zur Burgwaldkaserne Frankenberg

Die Burgwaldkaserne in Frankenberg gibt es seit 1962. Dort ist das Bataillon Elektronische Kampfführung 932 stationiert, das mittlerweile nicht mehr zum Heer, sondern zum „Cyber- und Informationsraum“ der Bundeswehr gehört.

Die Soldaten arbeiteten in den Anfängen der Burgwaldkaserne mit stationären Anlagen in der Kaserne und mobil an der innerdeutschen Grenze. Aufgabe des mittlerweile etwa 700 Soldaten starken Bataillons ist die elektronische Kampfführung. Dazu gehört laut Bundeswehr etwa die Unterstützung der Einsatzkräfte mit Systemen zur mobilen Fernmeldeaufklärung, also das Abfangen und Auswerten von Kommunikation. Außerdem könne das Bataillon gegnerische Operationen durch elektronische Attacken erschweren.

Neben regelmäßigen Großübungen befinden sich Soldaten des Bataillons seit 1997 ununterbrochen in Auslandseinsätzen, unter anderem in Afghanistan und Mali. Traurige Bekanntheit erlangte das Bataillon im Jahr 2003, als bei einem Anschlag auf einen Bus in Kabul vier Frankenberger Soldaten starben, 29 weitere wurden verletzt. Es war das erste Mal, dass deutsche Soldaten gezielt Opfer eines Anschlags wurden. Ein Gedenkstein am Eingang der Kaserne erinnert an die gefallenen Soldaten. (rpp/syg/off/akl/rek/mjo)

Karte: Truppenübungsplatz Klietz

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