Mädchen (2) allein im Zug: Mutter ausgesperrt

Potsdam - Albtraum für jede Mutter: Ein zweijähriges Mädchen musste in Brandenburg eine Bahnfahrt allein überstehen, weil die Mutter aus dem Zug ausgesperrt worden war.

Nach einem Bericht der “Märkischen Allgemeinen“ (Samstag) wollte die Mutter am Freitag in Pritzwalk aus dem Zug steigen. Sie packte zuerst den Kinderwagen auf den Bahnsteig und wollte danach ihr Kind holen. Da schlossen sich aber die Türen, der Zug fuhr nach Neuruppin weiter.

Nach Darstellung der Zeitung hat sich die Mutter in ihrer Panik an einen Bahnmitarbeiter gewandt. Doch der habe mit Hinweis auf den Fahrplan abgelehnt, den bereits abgefahrenen Zug zu stoppen.

Die Bahn bestätigte den Vorfall. Warum der Zug in Pritzwalk abgefahren sei, obwohl die Mutter ihr Kind noch nicht im Arm gehalten habe, sei allerdings noch nicht klar, meinte eine Sprecherin. In der Bahn-Mitteilung hieß es, intern werde untersucht, wie es zu der “Verkettung unglücklicher Umstände“ kommen konnte. In den nächsten Tagen sollten die Mitarbeiter intensiv befragt werden.

Bahn-Chef Rüdiger Grube entschuldigte sich bei der Mutter und kündigte am Sonntag die Aufklärung des Vorfalls an.

“Nach ersten Erkenntnissen war das zweijährige Kind jedoch während der unfreiwilligen Trennung von der Mutter unter Betreuung und keiner Gefahr ausgesetzt“, bekräftigte die Bahn. Das Kleinkind sei während der etwa 45 Minuten langen Fahrt betreut worden. Als Helfer in der Not stellte sich die Polizei zur Verfügung: Mit einer Funkstreife wurde die Mutter von Bahnhof zu Bahnhof gefahren. Die Beamten hätten sie dann mit ihrem Kind auch wieder zurück gebracht, teilte die Polizei in Perleberg (Prignitz) mit.

dpa

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