Bilanzpressekonferenz in Kassel

719 Millionen Euro: Gewinnsprung bei Wintershall

Kassel. Der größte deutsche Öl- und Gasförderer Wintershall hat sich für das laufende Jahr eine Produktion auf Rekordhöhe und einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg auf die Fahnen geschrieben.

Aktualisiert um 18.22 Uhr - Der größte deutsche Öl- und Gasförderer Wintershall geht mit Rückenwind in die angepeilte Fusion mit dem Rivalen Dea. Die Produktion, die 2017 bei einer Menge verharrte, die 165 Millionen Barrel Öl (zu je 159 Liter) entspricht, soll im laufenden Jahr einen Rekordwert erreichen, sagte Vorstandschef Mario Mehren gestern bei der Bilanzvorlage in Kassel. Entsprechend erwartet die Kasseler BASF-Tochter einen Schub bei Umsatz und Ertrag.

Im Vorjahr war der Umsatz um 17 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gestiegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen um rund die Hälfte auf 793 Millionen Euro zu. Der Gewinn unterm Strich verdoppelte sich, durch Sondererträge aufgepolstert, auf 719 Millionen Euro.

Der Optimismus im laufenden Jahr stützt sich auf den Start neuer Förderstätten sowie auf den steigenden Ölpreis. Kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent im vergangenen Jahr durchschnittlich 54 Dollar (aktuell 43,50 Euro), kalkuliert Wintershall 2018 mit 69 Dollar je Barrel – bei einem Eurokurs von 1,20 Dollar.

Die Fusion mit Dea, die einen der größten europäischen Öl- und Gasförderer schaffen soll, könnte in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen, sagte Mehren. Das Hamburger Unternehmen, das zum Finanzinvestor Letter One der russischen Milliardäre Michail Fridman und German Khan gehört, ist allerdings nicht nur kleiner, sondern auch ertragsschwächer als Wintershall. Mehren machte keinen Hehl daraus, dass Dea auf Profit gebürstet werden soll: „Die Idee ist nicht, Wachstumsansprüche zu reduzieren.“

Derzeit prüfen die Unternehmen gegenseitig die Bücher. „Dann sehen wir uns die Zahlen genau an.“ Es sei daher noch zu früh, um bereits über Spar- oder Effizienzpläne zu sprechen. Die Fusion werde zudem Auswirkungen auf den Wintershall-Sitz in Kassel mit rund 700 Beschäftigten haben. Es habe jedoch keinen Sinn, über ihren Umfang zu sprechen, bevor es kein Integrationskonzept gebe.

Ob Sanktionen oder politische Eiszeit: Auf den russischen Langzeitpartner Gazprom lässt Wintershall nichts kommen. „Russland bleibt für Wintershall die wichtigste Region“, sagte Mehren. In diesem Jahr soll die Entwicklung von zwei weiteren sibirischen Gasfeldern beginnen. Zugleich verteidigte Mehren die von Gazprom geplante umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2, zu deren Finanzierern Wintershall gehört: „Wir investieren, weil der Bedarf in Europa da ist,“

Pläne in Brasilien

Zudem baut Wintershall das Südamerika-Geschäft aus. Das Unternehmen, das in Argentinien seit Jahrzehnten aktiv ist, will sich an der Öl- und Gassuche vor der Küste Brasiliens beteiligen. Diese gilt als eine der vielversprechendsten Ölregionen der Welt.

Bis 2022 will Wintershall rund 3,5 Milliarden Euro in den Ausbau seines weltweiten Öl- und Gasgeschäfts investieren.

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