Airbus weiter unter Druck

A400M-Lieferungen an Bundeswehr verzögert sich um weitere Jahre 

+
Allein für das vergangene Jahr verbuchte Airbus  Sonderbelastungen von 1,3 Milliarden Euro.

Eigentlich sollte bis 2020 das letzte der 53 Airbus-Flugzeuge an die Bundeswehr geliefert werden, doch die Auslieferung verzögert sich nun um weitere Jahre. 

Berlin - Die Auslieferung der von der Bundeswehr bestellten Airbus-Militärtransporter A400M „Atlas“ soll sechs Jahre länger dauern als bislang geplant. Eine Anfang Februar mit Airbus geschlossene Absichtserklärung sieht vor, die Lieferung der noch ausstehenden A400M über einen längeren Zeitraum zu strecken. Das letzte der 53 Flugzeuge würde damit erst 2026 übergeben, hieß es am Freitag aus Kreisen des Verteidigungsministeriums. Bislang war 2020 vorgesehen*. Zuvor hatte der „Spiegel“ über die Verzögerung berichtet.

Ein Airbus-Sprecher äußerte sich auf Anfrage nicht zu Details des neuen Zeitplans, weil Stillschweigen vereinbart worden sei. Das A400M-Programm macht seit Jahren mit Problemen und Verzögerungen Negativschlagzeilen. Allein für das vergangene Jahr verbuchte Airbus dafür Sonderbelastungen von 1,3 Milliarden Euro.

Bundeswehr hat bisher 16 A400M erhalten

Der Flugzeugbau- und Rüstungskonzern hatte wegen der hohen Verluste mit den Käuferstaaten über Zugeständnisse beim Zeitplan verhandelt, um sein finanzielles Risiko zu begrenzen. Verspätungen können zu Vertragsstrafen führen.

Die Bundeswehr hat bisher 16 A400M erhalten. Der Absichtserklärung für die Streckung des Rest-Auftrages soll noch in diesem Jahr eine rechtsverbindliche Vereinbarung folgen.

Der „Spiegel“ schrieb nun, dass in Flügeln des Transportfliegers neben Korrosion auch Risse festgestellt worden seien. Der Hersteller habe die Betreiberstaaten über Defekte an der Aufhängung der Triebwerke unterrichtet. Ein Airbus-Sprecher sagte dazu, mit einer sogenannten Lufttüchtigkeitsanweisung habe der Hersteller die Kunden über eine bessere Lösung eines Problems informiert. Es handele sich um ein Thema aus dem dritten Quartal 2017, über das die Luftwaffen damals bereits informiert worden seien.

dpa

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.