Abbau von Ungleichheit: G20 einigen sich

Washington - Die Finanzminister und Notenbankchefs der Gruppe der G20 haben sich am Freitag in Washington auf einen Fahrplan zum Abbau weltwirtschaftlicher Ungleichgewichte geeinigt. Wie der aussehen soll:

Dazu sollen einzelne Länder überprüft, und - bei Feststellen einer wirtschaftlichen Schieflage - Korrekturmaßnahmen empfohlen werden.

Die französische Finanzministerin Christine Lagarde sprach von einem bedeutenden Erfolg, um künftige Wirtschaftskrisen zu vermeiden. Zunächst sollen sieben Länder auf den Prüfstand, darunter vermutlich auch Deutschland. Bei den anderen Staaten soll es sich um die USA, China, Japan, Frankreich, Großbritannien und Indien handeln.

Wie das Überwachungsverfahren im Einzelnen aussehen soll - beispielsweise ob das Ergebnis der Überprüfung veröffentlicht und das Land, bei dem eine wirtschaftliche Fehlentwicklung festgestellt wurde, benannt werden soll - ist noch unklar. China hatte sich in der Vergangenheit gegen die Veröffentlichung einer kritischen Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) gewehrt.

Noch etliche Fragen offen

 Zudem ist unklar, inwieweit Länder bei einer Schieflage zum Ergreifen von Gegenmaßnahmen gedrängt werden können. Es müsse noch entschieden werden, ob die Überprüfung obligatorisch sei und gegebenenfalls Sanktionen verhängt werden könnten, sagte der russische Finanzminister Alexej Kudrin.

Der kanadische Finanzminister Jim Flaherty feierte die Vereinbarung dennoch als Durchbruch: “Wir wollen Überraschungen vermeiden, und deshalb brauchen wir ein gegenseitiges Bewertungssystem“, sagte er unter Verweis auf die Hypothekenkrise 2007 in den USA, die die Weltbörsen zum Zittern brachte und eine globale Wirtschafts- und Finanzkrise auslöste.

Der IWF soll Details zum Überwachunsprozess ausarbeiten. Im Herbst sollen dann die Finanzchefs bei ihrem Treffen in Cannes den Entwurf absegnen.

Von Martin Crutsinger und Harry Dunphy (dapd)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.