Über sechs Prozent im Minus

VW-Aktie stürzt nach Klage der US-Regierung ab

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Die VW-Aktie im Sinkflug: In Frankfurt gab es ein Minus von über sechs Prozent.

Frankfurt - Die drohende Milliardenstrafe aus den USA hat die Volkswagen-Aktie kräftig ins Minus gezogen. An der Börse in Frankfurt büßte das Wertpapier über sechs Prozent ein.

Das US-Justizministerium hatte am Montag bei einem Bundesgericht in Detroit eine Zivilklage eingereicht, die für den Wolfsburger Autobauer Strafzahlungen in Milliardenhöhe zur Folge haben könnte. Über die Höhe der möglichen Strafe wurde am Dienstag stark spekuliert; die Spekulationen reichten von einer einstelligen Milliardensumme bis zu 90 Milliarden Dollar. Ein Volkswagen-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, VW arbeite "mit Hochdruck daran, die Situation zu lösen".

Nach Ermittlungen der US-Umweltbehörden hatte der Konzern eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Fahrzeugen eine Schummelsoftware eingesetzt zu haben, die bei Emissionstests zu einem niedrigeren Stickoxidausstoß führt als auf der Straße. Die nun im Auftrag der US-Umweltschutzbehörde EPA eingereichte Klage bezieht sich auf fast 600.000 Dieselfahrzeuge der Marken VW, Audi und Porsche, die in den USA verkauft wurden. Betroffen sind sowohl Modelle mit Zwei-Liter-Motoren als auch Modelle mit Drei-Liter-Motoren.

Aktie war bereits mehrfach auf Talfahrt

Bereits nach dem Bekanntwerden der Abgasaffäre war die Aktie der Wolfsburger im September auf Talfahrt gegangen. Obwohl das Wertpapier sich zum Ende des Jahres wieder erholen konnte, stand 2015 eine negative Bilanz von knapp minus 28 Prozent.

Der Linken-Politiker Ernst forderte die VW-Konzernführung und die Bundesregierung dazu auf, "alles an die Sicherung der Beschäftigung bei VW zu setzen". Das gelte auch für die beim Autobauer beschäftigten Leiharbeiter. "Es wäre unerträglich, wenn die Beschäftigten die Zeche für die kriminellen Machenschaften von Teilen der Konzernspitze zahlen müssten", erklärte Ernst.

Noch ist die Frage offen, ob VW im Zuge der Manipulationsaffäre Leiharbeiter entlassen muss. Der Vorsitzende des Volkswagen-Gesamtbetriebsrats, Bernd Osterloh, hatte bereits Anfang Dezember von der Konzernspitze Klarheit über die Zukunft der Leiharbeiter im Unternehmen gefordert.

Absätze gingen weltweit zurück

Wegen des Abgasskandals steckt Volkswagen in einer tiefen Krise. In einer Reihe von Ländern und auf Ebene der Europäischen Union laufen Ermittlungen, die Absätze gingen weltweit zurück. In den USA drohen neben einer Milliardenstrafe auch hohe Kosten durch Schadenersatzklagen von Kunden. Im vergangenen Monat verpflichtete VW den renommierten Anwalt Kenneth Feinberg, um einen "unabhängigen, fairen und zügigen Prozess" für die Begleichung der Schadenersatzforderungen zu erarbeiten. Der Anwalt hatte bereits in der Affäre um defekte Zündschlösser beim US-Autobauer General Motors den Entschädigungsfonds verwaltet.

VW-Chef Müller reist in die USA

In den kommenden Tagen reist Volkswagen-Chef Matthias Müller in die USA. Der Konzern hielt sich zum Programm bislang bedeckt, Müller wird aber bei der am Wochenende beginnenden Automesse in Detroit erwartet. Zudem wird der Konzernchef laut VW das Gespräch mit US-Behörden suchen.

AFP

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