Die B.Braun-Tochter erweitert ihre Spritzenproduktion in Bad Arolsen

Acht Millionen für Almo

Massenproduktion: Rund zwei Milliarden Einmalspritzen stellt die B.Braun-Tochter Almo in Bad Arolsen im Jahr her. Das Bild zeigt Waldemar Görlitz am Befüllen von Automaten.

Bad Arolsen. Wenn Bernd Denk Besucher durch die Produktion führt, läuft er Zickzack: In den Werkhallen von Almo stehen die Maschinen dicht an dicht. Etwa acht Millionen Einmalspritzen aus Kunststoff spucken sie täglich aus, 2,1 Milliarden Stück waren es im vergangenen Jahr, eine Menge, die das Unternehmen aus Bad Arolsen zum größten Spritzenhersteller in Deutschland und zur Nummer zwei in Europa macht.

Abnehmer sind Krankenhäuser, Ärzte und Pharma-Hersteller. Für Geschäftsführer Denk werden bald neue Wege hinzukommen. Denn die Almo-Erzeugnisse Erwin Busch GmbH, eine Tochter des Medizintechnik- und Pharmaherstellers B. Braun Melsungen, baut aus. Mehr als acht Mio. Euro fließen in die Produktionserweiterung, die mit einer neuen Halle im März begann und im Februar 2011 abgeschlossen sein soll. Schritt für Schritt wird Almo den Ausstoß bis zum Jahr 2015 auf drei Mrd. Spritzen hochfahren, einen halben Milliliter fasst die kleinste, 30 Milliliter die größte aus dem Sortiment.

Hintergrund:

Die 1936 gegründete Almo-Erzeugnisse Erwin Busch GmbH gehört zu 60 Prozent zur B.Braun Melsungen AG. Die restlichen Anteile liegen bei Jochen Busch. 2009 setzte Almo 58,4 Millionen Euro um. Aktuelle Angaben zum Ertrag macht das Unternehmen nicht. 2008 lag er laut elektronischem Bundesanzeiger bei 0,83 Mio. Euro. (wll)

Sie alle sind Massenartikel. Zwei bis 20 Cent pro Stück zahlt ein Krankenhaus für sie. Gewinn ist nur durch Menge zu machen. Produktivität und Effektivität sind die Gründe für die Millionen-Investitionen. Die Belegschaft wird deshalb nicht mit der Mengenausweitung wachsen. 360 Mitarbeiter beschäftigt Almo, mehr als 200 von ihnen sind unmittelbar mit der Spritzenherstellung beschäftigt. Gearbeitet wird an sieben Tagen pro Woche.

Automatisierung

Den Menschen, die sich zwischen den Maschinen bewegen, bleiben nur wenige Handgriffe zu tun. Den Takt geben die Maschinen vor. Über Rohre rieselt das Kunststoffgranulat in die Spritzgussanlagen, die Spritzenkolben und -zylinder getrennt voneinander herstellen. Ebenfalls automatisch werden sie zusammengefügt, wandern weiter zum Bedrucken. Auf den meisten Spritzen prangt der grüne Schriftzug der Almo-Mutter B.Braun, die auch die Kanülen liefert.

Die ersten neuen Maschinen, die sowohl Zehn- als auch 20-Milliliter-Spritzen herstellen können, werden bald in Bad Arolsen eintreffen. Nur wenig später soll die neue Sterilisationskammer in Betrieb gehen, durch die die fertig gepackten Warenkartons wandern. Sie wird automatisch be- und entladen. Das spart Handgriffe und damit Zeit.

Im B.Braun-Konzern ist Almo das Entwicklungszentrum für Einwegspritzen. Neben Standardprodukten für Injektionen und Infusionen liefert das Unternehmen spezielle Spritzen, etwa für Rückenmarkspunktionen und nach Kundenwünschen zusammengestellte Sets. 400 Varianten bietet das Sortiment.

Für Denk bedeutet die Erweiterung deshalb Handlungsspielraum. „Wenn wir an der Kapazitätsgrenze arbeiten, werden wir unflexibel“, sagt er. Denn die Auftragslage schwankt, und Großkunden rechnen in ihren eigenen Maßstäben: Sie bestellen schon einmal 40 Mio. Spritzen auf einen Schlag.

Von Barbara Will

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.