Die Äpfel sind gefallen: Steve Jobs tritt ab

Der Schritt war lange erwartet worden, nun ist er offiziell vollzogen. Apple-intern war er das vermutlich schon länger: Steve Jobs verlässt, gesundheitlich angeschlagen, seinen Job als Chef des US-Unternehmens und übergibt an seine langjährige Nummer 2 Tim Cook.

Was ein deutliches Signal an die Kunden und an die Börse sein sollte, ist trotzdem nicht ganz aufgegangen: Die Apple-Aktie ging zunächst auf Talfahrt. Wie immer, wenn über Jobs Gesundheitszustand und seine Präsenz im Unternehmen spekuliert wurde.

Spätestens seit Jobs 1996 nach einem langen internen Machtkampf an die Apple-Spitze zurück geholt wurde und den Computerkonzern mit dem iMac wieder in die Gewinnzone führte, war der Firmengründer in den Augen der Öffentlichkeit Apple und umgekehrt. Er hatte die Begabung, Wünsche der Kunden vorherzusehen und sie mit innovativen Produkten zu erfüllen. Der iPod, das iPhone und das iPad – sie werden Jobs zugerechnet.

Rücktritt bei Apple: Steve Jobs im Portrait

Apples nächstes, noch in diesem Jahr erwartetes Produkt, das iPhone 5, wird nun Tim Cook vorstellen, der bereits seit Januar seinen Freund Jobs vertritt und die Apple-Geschäfte leitet. Dass er dies erfolgreich tut, steht außer Frage. Apple steht wirtschaftlich voll im Saft, ist zur Zeit nach dem Öl-Multi Exxon die Nr. 2 in der Unternehmensweltrangliste.

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Doch wird es Cook auch gelingen, Apple seinen Stempel aufzudrücken? Hat er das nötige Charisma, das die Apple-Fans wie bei Jobs begeistert? Wird andererseits Steve Jobs als neuer Aufsichtsratsvorsitzender damit leben können, dass jetzt ein anderer die Richtung im Hause vorgibt?

Jobs ist jetzt Cooks Oberaufseher, aber die Art und Weise, wie der Übergang vorbereitet und durchgeführt wurde, lässt darauf schließen, dass es interne Machtkämpfe, wie 1985, als Jobs vom eigenen Konzern gefeuert wurde, nicht geben wird.

Insofern hat der Wechsel an der Apple-Spitze eher eine menschliche als eine firmenpolitische Relevanz.

Von Wilhelm Ditzel

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