Erhmann und Co.

Aldi: Bekannte Marken für den kleinen Preis - Wer sich hinter diesen No-Name-Produkten versteckt

Auch bei Aldi füllen No-Name-Produkte die Verkaufsregale. Doch was viele nicht wissen: Oft kommen diese von bekannten Herstellern.

  • No-Name-Produkte kommen oft von bekannten Herstellern
  • Bei Milch- und Fleischprodukten aus Deutschland ist das Zurückverfolgen zum Hersteller klar geregelt
  • Auch bei Aldi füllen No-Name-Produkte die Verkaufsregale

Kassel - Bei fast allen Discountern in Deutschland gibt es sie: die No-Name-Produkte. Auch bei Aldi. Was nicht jeder weiß: Hinter den No-Name-Waren verstecken sich oft Produkte bekannter Hersteller.

Aldi: Grund für die No-Name-Produkte sei die Preisgestaltung

Viele Hersteller von bekannten Marken produzieren auch die No-Name-Produkte. Warum? Das hat der Pressesprecher des Markenverbandes, Johannes Ippach, gegenüber der Sat.1-Sendung Akte 20.11. erklärt.

Definition: „No-Name-Produkt“

Als sogenannte No-Name-Produkte werden vor allem Artikel bezeichnet, die kein auffälliges und bekanntes Marken-Logo oder Emblem tragen. Allerdings werden mittlerweile auch Produkte unbekannter Marken als No-Name bezeichnet - so auch die „Eigenmarken“ der Discounter.

Laut Ippach fordert der Handel selbst die No-Name-Produkte bei den Herstellern an. Grund hierfür sei die Preisgestaltung. Der Handel umgehe auf diesem Weg das Herstellungsrisiko. Dadurch könnten Produkte der Discounter-Eigenmarken zu einem niedrigen Preis angeboten werden.

Aldi und Co.: Wie die Hersteller Kosten umgehen

Der Psychologe Stephan Grünewald vermutet hinter der No-Nome-Strategie andere Gründe: „Viele Hersteller hatten Angst, als die ‚Aldisierung‘ Anfang dieses Jahrhunderts in vollem Gang war und jeder nur noch zu Aldi ging“, erklärte er im ZDF.

Aldi hatte anfangs keine Markenprodukte im Sortiment. Die angebotenen Produkte waren im Vergleich zu den Markenwaren der Konkurrenz günstiger. Deswegen hätten viele Kunden bei Aldi eingekauft, vermutet Grünewald. Aus diesem Grund hätten die Hersteller bekannter Produkte die No-Name-Waren produziert.

Aldi: Liste gibt Aufschluss über die Hersteller der Produkte

Auf der Internetplattform www.wer-zu-wem.de gibt es eine Auflistung vieler No-Name-Produkte. Das Besondere: Dort können Verbraucher jedes Produkt bis zum Hersteller zurück verfolgen.

SteckbriefStephan Duphorn
1996 Erstes kommerzielles Projekt
2002 Gründung Wer-zu-wem
2011TV-Auftritt bei AKTE SAT.1

Betrieben wird die Website vom selbsternannten „Markendetektiv“ Stefan Duphorn. Der renommierte Experte war unter anderem bei Frank Plasberg und seiner TV-Show „Hart aber Fair“ zu Gast.

Laut der Datenbank von www.wer-zu-wem.de gibt es auch bei dem Aldi mehrere Produkte, die zwar als No-Name-Produkt ausgezeichnet werden, aber eigentlich von bekannten Herstellern stammen. So auch der „Körner Joghurt“, welcher unter einer Eigenmarke in den Aldi Süd Filialen vertrieben wird.

Aldi: Ehrmann hinter der Eigenmarke

Laut der Experten-Liste wird der „Körner Yoghurt“ von der bekannten Firma Ehrmann produziert. Diese hat ihren Firmensitz im Allgäu. Der Artikel kostet im Verkauf bei Aldi Süd pro Stück 0,35 Euro.

Also kosten 100 Gramm des Produktes 0,14 Euro. Im Vergleich hierzu kostet ein ähnliches Produkt, das unter dem Firmennamen Ehrmann verkauft wird, 0,30 Euro pro 100 Gramm. Bei dem No-Name-Produkt zahlt man also weniger als die Hälfte, obwohl beide Produkte vom gleichen Hersteller stammen.

Aldi Nord: Hochland, Zott und Arla verstecken sich hier hinter No-Name-Produkten

In den Aldi-Nord-Filialen gibt es gleich mehrere No-Name-Produkte, die von bekannten Herstellern kommen. So auch die Schlagsahne von der Aldi-Eigenmarke Milsani. Diese kommt laut der Experten-Liste aus dem Hause Arla. Die Firma Arla Foods hat ihren Sitz in Düsseldorf.

Der „Sörtner Sahne Joghurt“, welcher ebenfalls in den Nord-Filialen des Discounters Aldi vertrieben wird, stammt ursprünglich von einem bekannten Hersteller. Wie die Experten-Seite wer-zu-wem.de berichtet, kommt das Produkt aus dem Hause Zott. Die Firma Zott wurde vor allem durch ihre Monte-Produkte bekannt.

Käse: Bei Aldi versteckt sich auch Käse aus bekanntem Hause

Bei Aldi Nord wird ein Käse-Aufschnitt verkauft, der von der No-Name-Marke Hofburger stammt. Doch das Produkt kommt eigentlich von dem Bekannten Hersteller Hochland.

Doch woher kommt der Nachweis, dass die Produkte auch wirklich von dem bekannteren Hersteller kommen? Der Gründer der Datenbank www.wer-zu-wem.de erklärte gegenüber Sat.1: Bei Milch- und Fleisch-Produkten ist es in Deutschland demnach sehr einfach, den Hersteller herauszufinden.

Nicht nur bei Aldi, sondern bei allen in Deutschland verkauften Milch und Fleischprodukten, muss eine sogenannte Veterinär-Nummer angegeben sein. Diese lässt das Produkt bis zum Hersteller zurückverfolgen. Auf der Seite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit können diese Nummern dann abgeglichen werden.

Das Identitäts- und Genusstauglichkeitskennzeichen (Veterinärnummer) muss auf jedem Milch oder Fleischerzeugnis vorhanden sein

Zu finden sind die Nummern auf den jeweiligen Produkten in einem Ovalen Kreis. Die ersten beiden Buchstaben geben an, in welchem Land das Produkt hergestellt wurde. In der zweiten Zeile folgt die Zulassungsnummer des Betriebs.

Durch die ersten beiden Buchstaben kann hier auch das Bundesland abgelesen werden, in dem das Produkt hergestellt wurde. Diese Nummer macht das Produkt eineindeutig zum Hersteller zurückverfolgbar. (luc)

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd

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