Allianz Lebensversicherung senkt Verzinsung

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Geringere Überschussbeteiligung bei der Allianz Lebensversicherung: Schuld sind die sinkenden Zinsen an den Kapitalmärkten. Foto: Marc Müller

Stuttgart (dpa) - Die Lebensversicherung war lange Zeit ein Klassiker bei der Altersvorsorge. Doch die Versicherer haben weiterhin mit den niedrigen Zinsen zu kämpfen. Die Allianz kürzt die Rendite.

Die rund zehn Millionen Kunden der Allianz Lebensversicherung bekommen die niedrigen Zinsen zu spüren. Der Branchenprimus senkt die laufende Verzinsung inklusive Überschussbeteiligung 2015 auf 3,4 Prozent (Vorjahr: 3,6 Prozent), wie das Unternehmen in Stuttgart mitteilte. Die Gesamtverzinsung, zu der unter anderem der Schlussüberschuss hinzugerechnet wird, liegt damit bei 4,0 Prozent (Vorjahr: 4,2 Prozent). Im vergangenen Jahr hatte Allianz Leben die Überschussbeteiligung stabil gehalten.

Grund für die Senkung der Überschussbeteiligung seien die nochmals stark rückläufigen Kapitalmarktzinsen. Das Zinsniveau 10-jähriger Bundesanleihen habe sich von Jahresbeginn bis November von vormals 1,95 Prozent auf nur noch 0,77 Prozent halbiert. "Wir haben einen deutlichen Abstand zwischen der Gesamtverzinsung und dem Kapitalmarktzins", sagte Alf Neumann, Mitglied des Vorstands der Allianz Lebensversicherungs-AG. Nur durch die Reserven könne sich das Unternehmen solche Zinsen erlauben.

Der Branchenprimus baute in diesem Jahr seinen Aktienanteil weiter aus, um von den steigenden Kursen an der Börse profitieren zu können. "Der Anteil der Realwerte beträgt nun 14 Prozent. Damit sind Aktien, Immobilien und alternative Investments gemeint", erklärte Neumann. Bei den seit Mitte 2013 angebotenen Verträgen ohne Garantiezins geht die laufende Verzinsung auf 3,5 Prozent (Vorjahr: 3,7 Prozent) zurück. Die Gesamtverzinsung inklusive Schlussüberschuss liegt bei 4,3 Prozent (Vorjahr: 4,5 Prozent).

Die Lebensversicherungsbranche ist gerade im Umbruch. Neben den Niedrigzinsen machen der Branche auch die strengeren Kapitalanforderungen zu schaffen.

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