Neues Angebot gemacht

Alstom-Poker: General Electric legt nach

Paris - Der Bieterkampf um Alstom ist voll in Fahrt. Um Siemens und Mitsubishi auszustechen, hat der US-amerikanische Bieter General Electric in seinem Angebot noch einmal nachgelegt.

Im Bietergefecht um den französischen Industriekonzern Alstom bereitet das US-Unternehmen General Electric (GE) nach Informationen der Tageszeitung „Le Figaro“ ein neues Angebot vor. Die Amerikaner wollen demnach unter anderem akzeptieren, nur einen Teil des Stromnetzgeschäfts der Franzosen zu bekommen. Zudem sind sie angeblich bereit, ihr eigenes Bahnsignaltechnik-Geschäft ganz oder teilweise an Alstom zu überführen. Damit könnte die von den GE-Kaufplänen nicht betroffene Bahntechniksparte der Franzosen gestärkt werden, zu der auch der Bau von Hochgeschwindigkeitszügen vom Typ TGV zählt.

Ursprünglich hatte GE lediglich angeboten, für 12,35 Milliarden Euro die komplette Energietechniksparte von Alstom zu übernehmen. Die mit einem Veto-Recht ausgestattete Regierung in Paris sieht dies allerdings als negativ für den Industriestandort Frankreich und fordert Nachbesserungen. GE wolle seine neuen Vorschläge am Freitag öffentlich machen, berichtete der „Figaro“ am Mittwoch unter Berufung auf ungenannte Quellen.

Eine Allianz des Münchner Elektrokonzerns Siemens mit Mitsubishi Heavy Industries(MHI) tritt gegen GE im Kampf um Alstom an. Die beiden Unternehmen legten am Montag ein Angebot vor, das in erster Linie eine Komplettübertragung des Alstom-Gasturbinengeschäfts an Siemens vorsieht. MHI will sich an anderen Alstom-Geschäften über Joint Ventures beteiligen und an der Muttergesellschaft bis zu 10 Prozent erwerben. Das stark verschuldete französische Unternehmen wird in der jetzigen Form als nicht groß genug gehalten, um langfristig auf dem Weltmarkt bestehen zu können.

Siemens-Chef Joe Kaser und MHI-Amtskollege Shunichi Miyanaga warben am Dienstag intensiv um die Unterstützung der Franzosen. So standen sie Staatschef François Hollande und Mitgliedern der Regierung und des Parlaments Rede und Antwort.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.