Strompreis-Anstieg

Altmaier mahnt zügige EEG-Reform an

+
Umweltminister Peter Altmaier.

München - Wie lässt sich der Strompreis-Anstieg aufhalten? Nicht nur Bundesumweltminister Altmaier ist überzeugt davon, dass die nächste Bundesregierung das Thema rasch anpacken muss.

Die Debatte um steigende Strompreise wird nach Einschätzung von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) auch nach der Bundestagswahl auf der Tagesordnung bleiben. „Die Energiewende muss volkswirtschaftlich finanzierbar und bezahlbar sein. Diese These ist so einfach wie richtig“, sagte Altmaier am Dienstag beim Deutschen Energiekongress in München. Deshalb sei eine zügige Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) nötig. Dabei müsse ein breiter Konsens erzielt werden, etwa über eine große Mehrheit im Bundesrat. Auch bei der Ausgestaltung des Strommarktes müsse Deutschland vorankommen.

Die Schaffung eines Energieministeriums hält Altmaier zwar für möglich, doch dürfte der Schritt die Probleme nicht lösen. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, das Amt eines Energieministers in einer künftigen Bundesregierung zu übernehmen, sagte Altmaier: „Es ist nicht meine Art, mich zu drücken.“

Erst vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass die Ökostrom-Umlage auf voraussichtlich knapp 6,5 Cent je Kilowattstunde steigen wird. Altmaier versicherte, dass es auch künftig keine rückwirkenden Eingriffe bei der Förderung für bereits bestehende Anlagen geben werde. „Die Einspeisezusagen werden eingehalten.“ Allerdings müsse der künftige Ausbau regenerativer Energien wesentlich billiger gestaltet werden als der bisherige. Derzeit liegt der Ökostromanteil bei 25 Prozent, 2020 sollen es 35 Prozent sein. Die Förderkosten für Ökostrom belaufen sich zurzeit auf jährlich 20 Milliarden Euro.

Auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, und der Vorstand der Leipziger Strombörse EEX, Peter Reitz, mahnten rasche EEG-Reformen sowie eine rasche Klärung des künftigen Strommarktdesigns an. „Keines der bisher vorgelegten Modelle löst das Problem bisher wirklich“, sagte Homann. Dabei müsse auch eine sinnvolle Mengensteuerung des Stroms diskutiert werden. Mit Blick auf die Versorgungssicherheit sagte Homann: „Die Lage ist angespannt, aber wir halten sie für beherrschbar, der Blackout steht nicht vor der Tür.“ Nötig sei aber auch ein zügiger und zwischen Bund und Ländern koordinierter Netzausbau.

Reitz erklärte, dass die Umlage für Erneuerbare Energien höher sei, als der Marktpreis für Strom, sei „kein sinnvoller Zustand. Wir erwarten, dass die Schere noch weiter auseinandergehen wird, wenn es zu keiner Reform des EEG kommt.“ Die Erneuerbaren Energien müssten in den Markt integriert werden.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.