Online-Lebensmittelhandel 

Amazons Lieferdienst für Lebensmittel startet in Deutschland

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Amazon Fresh-Fahrzeuge liefern von Montag bis Samstag aus.

Berlin - Amazon macht Supermärkten Konkurrenz. Ab heute startet der Onlinehändler mit neuem Lieferdienst für frische Lebensmittel auch in Deutschland.

Update vom 24. Mai 2017: Ab sofort gibt es auch in Deutschland die Pay-TV-Plattform Amazon Channels. Wir haben für Sie zusammengefasst, wer das Angebot nutzen kann, welche Channels verfügbar sind und wie viel diese kosten.

Der Internethändler Amazon startet seinen Lieferdienst für frische Lebensmittel in Deutschland. In Teilen von Berlin und Potsdam können sich Amazon-Abonnenten Lebensmittel und zusätzlich Produkte von Berliner Feinkostgeschäften ins Haus liefern lassen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die "Prime"-Kunden haben demnach die Wahl unter 85.000 Produkten. Für 9,99 Euro im Monat können sie sich bei einem Mindestbestellwert von jeweils 40 Euro Lebensmittel liefern lassen, so oft sie wollen. 

Der Lieferdienst heißt wie in den USA und Großbritannien Amazon Fresh. In Berlin und Potsdam liefert das Unternehmen von Montag bis Samstag aus, wie es am Donnerstag mitteilte. Demnach erfolgt eine Lieferung noch am selben Tag, wenn die Bestellung bis mittags aufgegeben wird. Die Lebensmittel erhalten die Kunden in einem von ihnen gewählten zweistündigen "Lieferfenster". 

„Wir wollen die Kunden in die Lage versetzen, einen kompletten Wocheneinkauf inklusive frischer und gekühlter Ware von zuhause erledigen zu können“, sagte der Deutschlandchef von Amazon Fresh, Florian Baumgartner. Amazon sichert zu, dass für einen Artikel, der kurzfristig nicht mehr verfügbar sein sollte, ein für den Kunden kostenloses Ersatzprodukt geliefert werde. Bei frischer Ware, die „nicht den Erwartungen entspricht“, soll der Kaufpreis zurückerstattet werden.

Berlin und Potsdam sollen nur der Anfang sein

Damit Fleisch, Salat oder Gemüse in hoher Qualität ausgeliefert wird, setzt Amazon auf künstliche Intelligenz, wie der für das Konsumentengeschäft zuständige Amazon-Manager Jeff Wilkes der "Wirtschaftswoche" sagte. Lebensmittel auszuliefern, sei nicht so einfach. "Wir müssen sicher sein, dass sie jederzeit in hoher Qualität beim Kunden ankommen. Sonst funktioniert das ganze Konzept nicht."

Berlin und Potsdam sollen für Amazon nur der Anfang sein. "Wir starten mit einem umfangreichen Sortiment in einem begrenzten Gebiet und werden uns die Zeit nehmen, den Service basierend auf unserer Erfahrung und dem Feedback unserer Kunden kontinuierlich zu verbessern", erklärte Baumgartner am Donnerstag. „Die Messlatte im Lebensmittelhandel liegt enorm hoch. Wir wollen uns die Zeit nehmen und starten mit einem sehr umfangreichen Sortiment auf einem begrenzten Gebiet.“ Amazon werde "methodisch und sehr spezifisch" überlegen, wie es das Angebot um andere Postleitzahlgebiete erweitern werde. 

Amazon wird immer größer

Über einen Start von Amazon Fresh in Deutschland wurde schon lange spekuliert. Der Dienst ist seit dem Start 2009 in rund 20 Städten verfügbar - in den USA sowie in London und seit kurzem auch in Teilen von Tokio. In Deutschland war eine kleine Auswahl an frischen, gekühlten und tiefgefrorenen Artikeln bereits über den Schnell-Service Prime Now verfügbar.

Groß geworden ist Amazon in Deutschland zunächst als Online-Versandhaus für Bücher, bietet inzwischen aber auch ein breites Sortiment sonstiger Waren an, darunter auch nicht frische Lebensmittel, Kleidung, Schuhe oder Elektrogeräte. 

Der erwartete Einstieg des Internet-Riesen in den Handel mit frischen Lebensmitteln hat nach Ansicht von Experten das Potenzial, die Supermarktbranche kräftig in Bewegung zu bringen. Es gibt bereits Lieferdienste für frische Lebensmittel anderer Anbieter, etwa der Supermarktketten Edeka, Rewe oder Kaufland. „Mit Amazon wird sich der Wettbewerb im Lebensmittelhandel weiter verschärfen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, in einer ersten Reaktion.

AFP/dpa

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